Fed lässt sich dennoch alle Optionen offen…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
In den USA hat das Ausmass der Wachstumsverlangsamung im Q1 negativ überrascht. Mit der BIP-Zunahme von annualisierten +0.2% blieb die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal praktisch unverändert. Das lag vor allem am starken Rückgang der Nettoexporte und dem unerwartet hohen negativen Wachstumsbeitrag der Ausrüstungsinvestitionen. Der Privatkonsum hat sich zudem weniger robust entwickelt. Überrascht hat auch der starke Lageraufbau, ohne den ein negatives Quartalswachstum resultiert hätte.
Das magere Wachstum im Q1 spiegelt sich auch in der Einschätzung der US-Notenbank wider. Die Fed hat bei der jüngsten Lagebeurteilung neben den schwächeren Ausfuhren auch die enttäuschenden Unternehmensinvestitionen hervorgehoben. Der mittelfristige Wachstumsausblick wird jedoch nach wie vor als positiv eingestuft; die Fed rechnet also nur mit einer vorübergehenden Konjunkturdelle. Sie lässt sich daher die Option offen, die Zinsen im Juni zu erhöhen: Im Communiqué fehlt dismal die Zusicherung, dass ein Zinsschritt an der nächsten Sitzung unwahrscheinlich sei.
Die Hürde für eine Zinsanhebung an der kommenden Fed- Sitzung ist unseres Erachtens aber weiter hoch. Die Notenbanker dürften abwarten, bis sich der Aufschwung wieder eindeutig gefestigt hat und den Zinsschritt erst im September vornehmen. Momentan fallen die Konjunkturdaten noch gemischt aus. Am Arbeitsmarkt wird nach dem Taucher im März wieder ein solider Stellenzuwachs von knapp über 200’000 erwartet. Und der ISM für den Dienstleistungssektor sollte sich auf hohem Niveau halten. Andererseits kämpft der Industriesektor weiter mit Gegenwind. Die regionalen Unternehmensumfragen fielen im April mehrheitlich schwächer aus. Und im März waren die vorwärts gerichteten Auftragseingänge für Investitionsgüter erneut rückläufig. Das Erholungspotential beim anstehenden Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist daher begrenzt. Im internationalen Vergleich bleibt die Stimmung in der US-Industrie damit auf einem ähnlichen Niveau wie in der Eurozone und Fernost. Vor wenigen Monaten lag der amerikanische Einkaufsmanagerindex noch einsam an der Spitze. Mit der starken Währung in den USA und der Verbesserung der Unternehmensstimmung in der Eurozone ist der Vorsprung aber dahingeschmolzen. Die kurzfristigen Wachstumsperspektiven in der Eurozone sind nach wie vor intakt. Jüngst haben die PMIs aber wieder leicht abgenommen.
Entsprechend erwarten wir beim anstehenden Schweizer Einkaufsmanagerindex nach der Stabilisierung im Vormonat keine klare Verbesserung. Erst im weiteren Jahresverlauf sollte sich die Stimmung deutlich erholen, unterstützt vor allem durch den moderaten Aufschwung in der Eurozone und der von uns erwarteten Frankenabschwächung. Gemäss Nationalbankpräsident Thomas Jordan ist der Franken weiterhin deutlich überbewertet. Und dies sollte sich über die Zeit wieder korrigieren. An der Generalversammlung der SNB hat er auch nochmals bekräftigt, dass bei Bedarf Deviseninterventionen getätigt werden. Die wöchentlichen Sichtguthaben der Geschäftsbanken lassen darauf schliessen, dass die Nationalbank letzte Woche wieder aktiv geworden ist und in kleinerem Umfang interveniert hat. Das hat dazu beigetragen, dass EUR/CHF zugelegt hat und in der Folge zeitweise über 1.05 notierte. Unterstützt wird er auch durch die derzeit am Markt vorherrschende Meinung, dass es im griechischen Schuldenpoker doch noch zu einer Lösung kommen könnte. Die anstehenden Schweizer Konjunkturdaten dürften das Kursmomentum wie üblich wenig beeinflussen. Die saisonal bereinigte Arbeitslosenquote könnte leicht von 3.2% auf 3.3% zunehmen. Der solide Stellenaufbau im Dienstleistungssektor und in Teilen der Industrie verhindert jedoch ein schlechteres Resultat. Die Konsumentenstimmung dürfte sich diesmal kaum verbessern, wie noch bei der letzten Veröffentlichung im Januar. Die Umfrage hat zu Jahresbeginn bereits vor der Aufhebung des Mindestkurses begonnen.
Quelle: BONDWorld.ch
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