Raiffeisen Konjunkturcheck

Der Omikron-Sturm fegt über KMU hinweg

Der Raiffeisen KMU PMI verringerte sich im Januar deutlich von 55.9 auf 47.4 Punkte.

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Raiffeisen KMU PMI


Nicht nur die weiter anhaltenden Lieferengpässe auch die vielen coronabedingten Personalausfälle treffen KMU weitaus härter als Grossunternehmen. Wenn die Corona-Welle wie letztes Jahr im Frühling wieder abebbt, dürften die KMU aber rasch wieder Rückenwind verspüren.

Der Omikron-Sturm hat die Erholung der Schweizer Wirtschaft zum Jahreswechsel ausgebremst. Die Anzahl der Quarantäne- und Isolationsfälle ist im Januar nochmals massiv gestiegen, was in manchen Betrieben zu kritischen Personalausfällen geführt hat, besonders bei KMU. Bei den von Raiffeisen befragten kleinen und mittleren Unternehmen hat sich die Geschäftslage zum Jahresauftakt folglich deutlich verschlechtert. Der KMU PMI verringerte sich im Januar von 55.9 auf 47.4 Indexpunkte und sank damit erstmals seit der Corona-Welle vom letzten Winter unter die Wachstumsschwelle von 50.

«Die langen Quarantäne- und Isolationszeiten haben uns sehr viele produktive Tage gekostet, so dass wir in Lieferverzug kommen werden», sagt der Geschäftsführer eines mittelgrossen Maschinenbaubetriebs im Zürcher Unterland und beschreibt damit die grösste Herausforderung, mit der die KMU im Januar konfrontiert waren. Das Produktionsvolumen der von Raiffeisen befragten Betriebe war deshalb wenig überraschend rückläufig. Die entsprechende Subkomponente des KMU PMI verringerte sich von 52.2 auf 42.3 Punkte. Auch der Auftragsbestand verringerte sich im Januar im Vergleich zum Dezember merklich. Insgesamt sind die Auftragsbücher aber nach wie vor voll.

«Aufträge sind in grossen Mengen vorhanden. Es fehlt aber nach wie vor an Rohmaterialen und Halbfabrikaten, um die Bestellungen abzuarbeiten», sagt dazu der Geschäftsleiter eines KMU aus der Metallindustrie in der Region Sursee-Seetal. Als einziger der fünf Subkomponenten des Raiffeisen KMU PMI hat der Teilindex «Einkaufslager» zwar im Januar zugelegt, die Lieferprobleme bei Vorprodukten bleiben aber weiter akut.

Rückläufig war im Januar auch die Beschäftigung. Wir rechnen aber nicht damit, dass sich dieser Trend fortsetzt und die Produktion weiter schwach ausfällt. Weil die Hospitalisierungen nach wie vor nicht gleichermassen zunehmen wie die Fallzahlen, kann anders als im letzten Winter ein Lockdown vermieden werden. Damit fällt auch der Rückschlag für die Konjunktur weniger heftig aus. Das zeigt sich z.B. bei der Mobilität der Bevölkerung, die sich deutlich weniger verringert hat als in den vorangegangenen Corona-Wellen. Wenn die Ansteckungszahlen wie 2021 auch diesen Frühling wieder deutlich sinken, wird die Konjunktur den holprigen Jahresstart schnell wieder wett-machen können. Wir rechnen für 2022 insgesamt mit einem BIP-Wachstum von 2.5%, was zwar weniger ist als im Vorjahr, aber immer noch überdurchschnittlich. Damit dürften auch die KMU bald wieder Rückenwind erhalten.

links: Raiffeisen KMU PMI Januar 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)
Sep 21Okt 21Nov 21Dez 21Jan 22
Gesamtindex63.951.755.355.947.4
Auftragsbestand71.549.255.158.046.3
Produktion62.551.652.252.242.3
Beschäftigung56.950.050.751.546.2
Lieferfristen67.560.770.668.156.8
Einkaufslager53.149.250.049.352.2

50 = Wachstumsschwelle


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