Raiffeisen Konjunkturcheck

Schweizer KMU trotzen bisher dem schwierigen Umfeld

Der erneute Anstieg der Beschaffungskosten hat der guten Unternehmensstimmung keinen Abbruch getan. Der Raiffeisen KMU PMI stieg im März von 56.7 auf 58.

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Raiffeisen KMU PMI


Die Auftragsbücher sind weiter voll und stützen die Produktion. Mit dem Krieg in der Ukraine haben die Risiken für die Weltwirtschaft und die globalen Lieferketten aber deutlich zugenommen.

Die Weltmarktpreise für Rohstoffe, die in der Industrie zur Anwendung kommen, sind nochmals deutlich gestiegen. Betroffen sind vor allem fossile Energieträger aber auch Industriemetalle wie z.B. Aluminium. Damit werden auch Schweizer KMU mit noch höheren Beschaffungskosten als bisher konfrontiert. Nichtsdestotrotz fällt die Unternehmensstimmung aber weiter zuversichtlich aus. Die meisten von Raiffeisen befragten Betriebe meldeten zuletzt gar eine Beschleunigung der Wachstumsdynamik. Der Raiffeisen KMU PMI stieg im März von 56.7 auf 58 Indexpunkte und notiert damit weiter auf einem Niveau, das in der Regel mit einem robusten Konjunkturverlauf korrespondiert.

Den grössten Anstieg verzeichnete die Produktionskomponente des KMU PMI, die von 53.9 auf 59.1 zulegen konnte. Das Produktionsvolumen hat also trotz der anhaltenden Lieferengpässe deutlich zugelegt, was z.T. wohl auch auf Nachholeffekte nach dem Abflauen der Omikron-Welle zurückzuführen ist. Die Auftragsbücher sind schliesslich nach wie vor prall gefüllt, was die Produktion stützt, auch wenn der Auftragsbestand zuletzt nicht mehr so stark zugenommen hat wie im Vormonat. Die entsprechende Komponente des KMU PMI sank von 57.7 auf 55.9. Des Weiteren haben die KMU erneut neue Stellen geschaffen, wobei die Beschäftigungsdynamik aber weiter moderat ausfällt. Die entsprechende Komponente notiert mit 52.9 Punkten nur wenig über der Expansionsschwelle von 50.

Viele der befragten KMU weisen auf Lieferengpässe und lange Wartezeiten beim Materialeinkauf hin. Nichtsdestotrotz gelang es den meisten Betrieben das Einkaufslager zuletzt aufzustocken, wie der Raiffeisen KMU PMI zeigt. Der entsprechende Indexwert stieg von 55.5 auf 57.4. Viele Vorprodukte werden mittlerweile auf Vorrat bestellt, was die Lieferengpässe allerdings weiter verschärft.

Ganz allgemein müssen sich die KMU wohl auf weiter anhaltende Lieferengpässe und hohe Beschaffungskosten einstellen. Denn mit dem Krieg in der Ukraine und den jüngsten Lockdowns in China haben die Risiken für die Weltwirtschaft und die globalen Lieferketten weiter zugenommen. Insbesondere bei einem Embargo auf Energieimporte aus Russland würde sich die Unternehmensstimmung wohl schnell drastisch verschlechtern. Die Schweizer Industrie deckt 30 % ihres Energiebedarfs mit Erdgas, wovon rund die Hälfte aus Russland stammt. Das ist zwar viel weniger als in anderen europäischen Ländern, aber wohl nur ein schwacher Trost, wenn es zum Embargo kommt. Denn dieses würde die europäische Konjunktur hart treffen und damit indirekt auch die Schweiz.

links: Raiffeisen KMU PMI März 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI März 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)
Nov 21Dez 21Jan 22Feb 22Mär 22
Gesamtindex55.355.947.456.758.0
Auftragsbestand55.158.046.357.755.9
Produktion52.252.242.353.959.1
Beschäftigung50.751.546.250.852.9
Lieferfristen70.668.156.868.067.9
Einkaufslager50.049.352.255.557.4

50 = Wachstumsschwelle


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