LGT Navigator : Die am Freitag publizierten Verbraucherpreisdaten aus den USA liefern der US-Notenbank die Vorlage für die am Mittwoch antizipierte nächste Zinserhöhung.
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Das Fed könnte nun durchaus das Tempo der geldpolitischen Straffung erhöhen und es ist mit einem deutlichen Zinsschritt zu rechnen. An den Kapitalmärkten bleiben damit die Inflations- und Konjunktursorgen dominant und das Vertrauen der Konsumenten – nicht nur in den USA – ist durch den starken Preisauftrieb erschüttert.
An der Wall Street drückten die zusätzlich verstärkten Inflationssorgen auf die Kurse. Der Dow Jones Industrial verlor am Freitag -2.73% und ging bei 31’392.79 Punkten aus dem Handel. Damit verbuchte der Leitindex auf Wochensicht einen Verlust von knapp -5%. Der S&P 500 gab um -2.91% auf 3’900.86 Punkte nach und an der Nasdaq fielen die Technologieindizes noch stärker um rund -3.5%. Der US-Notenbank wird angesichts des starken Inflationsdrucks nichts anderes übrigbleiben, als das Zinsniveau weiter zu erhöhen und damit die Finanzierungskonditionen für Unternehmen weiter zu verschärfen. In der Folge verzeichneten am Freitag auch insbesondere Bankaktien deutliche Verluste, da durch die Leitzinserhöhungen die Kreditnachfrage gebremst wird. Profitieren von der Aussicht auf schnell steigende Zinsen konnte der US-Dollar. Der Greenback drückte den Euro in Richtung 1.05. Der Bitcoin fiel zum Wochenauftakt zeitweise auf den tiefsten Stand seit Dezember 2020. Am Anleihenmarkt kletterte unterdessen die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen auf 3.17% – das höchste Niveau seit Ende 2018.
Auch in Asien dominiert die Angst vor einer nachhaltigen Inflation, steigenden Zinsen und einer Abschwächung der Weltwirtschaft. In Tokio bricht der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zu Wochenbeginn um fast -3% ein und auch in Hongkong fällt der Hang Seng-Index um mehr als -3%. In Shanghai Composite verzeichnet der Composite-Index einen Tagesverlust von rund -1%.
Lebenshaltungskosten in den USA steigen so stark wie seit 1981 nicht mehr
Die US-Inflationsrate ist im Mai auf +8.6% gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit über 40 Jahren. Die Teuerung war damit noch stärker als von Analysten erwartet. Der Konsens lag bei +8.3% nach +8.1% im April. Angesichts des anhaltend starken Inflationsdrucks wird das Fed gezwungen sein die Zinsen schnell und kräftig zu erhöhen.
US-Konsumentenstimmung fällt auf Rekordtief
Die hohe Inflation drückt auch immer stärker auf die Stimmung der amerikanischen Verbraucher. So brach das Vertrauensbarometer der Universität Michigan deutlich stärker als erwartet von 58.4 auf 50.2 Punkte ein (Konsens 58.1). Vor allem die deutlich gestiegenen Benzinpreise belasten die Privathaushalte.
Inflationserwartungen in Deutschland weiter gestiegen
Nach Einschätzung der Bundesbank sind die Inflationserwartungen der Konsumenten in Deutschland weiter gestiegen. Die für die nächsten zwölf Monate erwartete Inflation erhöhte sich von +6.9% auf +7.0%, womit sich die erwartete Teuerung im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hat.
Russlands Zentralbank senkt erneut Leitzins
Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen des Westens hat die russische Notenbank ihre Geldpolitik erneut gelockert. Der Leitzins wurde um 150 Basispunkte auf 9.5% gesenkt, womit die Zinslockerung etwas kräftiger ausfiel als erwartet. Die Bank of Russia argumentierte, dass sich die Inflation stärker als erwartet abgeschwächt und das Wirtschaftswachstum gleichzeitig weniger als noch im April befürchtet verringert habe. Die Inflationsrate betrug im Mai +17.1%.
Wirtschaftskalender 13. Juni
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | GB | Industrial Production (April, M/M) | -0.2% |
| 13:00 | ESP | Konsumentenvertrauen (Juni) | 74.6 |
Unternehmenskalender 13 Juni
| Land | Unternehmen | Periode |
| NL | ING | Investorentag |
| USA | Oracle | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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