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LGT Navigator: Fed betont ihre Priorität der Inflationsbekämpfung

LGT Navigator : Die US-Notenbank hielt in ihrem Protokoll zum letzten Zinsentscheid fest, dass angesichts des anhaltend hohen Inflationsdrucks mit weiteren kräftigen Zinsschritten gerechnet werden muss.

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In Europa konnten sich die Aktienmärkte zur Wochenmitte vom jüngsten Rückschlag auf den tiefsten Stand seit November 2020 erholen. Die Unsicherheit bleibt aber gerade in Europa gross.  So müsse sich die EU der Kommissionspräsidentin von der Leyen zufolge auf einen vollständigen Ausfall der Gaslieferungen aus Russland wappnen. In diesen unsicheren Zeiten glänzt der Schweizer Franken, der gegenüber dem Euro derzeit Rekordniveaus markiert.

An der New Yorker Börse hielt die Volatilität und die Nervosität an. Der Dow Jones Industrial schloss bei 31’037.68 Punkten +0.23% moderat höher als am Vortag, als der Index zeitweise noch unter 30’400 Punkte gefallen war. Der S&P 500 legte zur Wochenmitte um +0.36% auf 3’845.08 Punkte zu und an der Nasdaq notierten die Indizes einen Tagesgewinn von rund +0.6%. Das Protokoll der US-Notenbank und die jüngsten Umfragewerte des ISM zur Stimmung im amerikanischen Dienstleistungssektor vermochten keine echten Impulse zu setzen, sondern bestätigten mehr oder weniger die ohnehin bereits festgesetzten Rezessions- und Inflationsängste und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen. Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehn Jahre laufender US-Staatsanleihen wieder auf 2.93% und damit wieder in Richtung der Dreiprozentmarke. Die asiatischen Aktienmärkte notieren heute im Grossen und Ganzen fester. In Tokio handelt der Nikkei 225 rund +1.6% höher.

Fed sieht erhebliches Risiko, dass sich die Inflation festsetzt

Die Abschrift der Begründung des letzten Zinsentscheids des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed) vom 15. Juni. bekräftigt die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. So dürfte am nächsten geldpolitischen Entscheid am 27. Juli mit einer neuerlich kräftigen Anhebung des Leitzinses um 50 oder sogar 75 Basispunkte gerechnet werden. Das Fed hielt fest, dass ein erhebliches Risiko bestehe, dass sich der Inflationstrend verfestige. Um die Inflation in den Griff zu bekommen, müsse auch in Kauf genommen werden, dass sich das Wirtschaftswachstum abschwächt. Bereits anlässlich des letzten Zinsentscheids hatte das Fed seinen Leitzins zum dritten Mal angehoben und mit einem grossen Zinsschritt um 75 Basispunkte auf 1.5-1.75% seinen Willen den Inflationsanstieg zu bremsen bekräftigt. In den USA erreichte die Teuerungsrate der Verbraucherpreise mit +8.6% ein neues Hoch.

Stimmung im US-Dienstleistungssektor auf tiefstem Stand seit mehr als zwei Jahren

Gemäss der aktuellen Umfrage in der amerikanischen Dienstleistungsbranche war die Einschätzung des Geschäftsklimas und der Aussichten im Juni so schlecht wie seit Mai 2020 nicht mehr. Immerhin fiel der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management (ISM) etwas weniger stark als von Analysten erwartet zurück, nämlich von 55.9 auf 55.3 Punkte (Konsens 54.0). Damit bleibt der PMI auch noch klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Logistische Herausforderungen, die Inflation, Materialknappheit sowie ein begrenztes Arbeitskräfteangebot und die Unsicherheiten wegen des Ukraine-Kriegs wirken sich weiterhin negativ auf den Dienstleistungssektor aus, kommentierte das ISM.

Der Schweizer Franken zeigt seine Muskeln

Der Euro fiel gegenüber dem Schweizer Franken zeitweise bis auf rund 0.9880. Der Franken war damit so stark wie noch nie, abgesehen vom 15. Januar 2015 als die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Euro-Mindestkurs von 1.20 aufgehoben hatte. Seit die SNB am 16. Juni überraschend ihren Leitzins um 50 Basispunkte anhob und damit der EZB zuvorkam, verstärkt sich der Aufwertungsdruck auf den Franken. Gleichzeitig schwächelt der Euro vor dem Hintergrund der befürchteten Energiekrise in Europa.

EU muss sich auf Komplettausfall russischer Gaslieferungen einstellen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte, dass sich die EU-Länder auf weitere Unterbrechungen oder einen vollständigen Ausfall von Gaslieferungen aus Russland vorbereiten müssen. Aktuell seien bereits zwölf EU-Länder direkt von einem partiellen oder vollständigen Ausfall der Gasversorgung aus Russland betroffen, so von der Leyen vor dem Europaparlament. Vor diesem Hintergrund werde die EU-Kommission bereits Mitte Juli einen europäischen Notfallplan vorstellen, der eine Koordination und ein gemeinsames Handeln ermöglichen soll. Der Binnenmarkt und die Lieferketten der Industrie müssen unbedingt geschützt werden, erklärte die Vorsitzende der EU-Exekutive. Die EU habe aber auch bereits Fortschritte erzielt. So haben die nicht aus Russland kommenden Flüssigerdgas (LNG)-Exporte nach Europa seit März auf Jahressicht um rund 75% zugenommen und die Exporte von Flüssigerdgas aus den USA nach Europa haben sich fast verdreifacht.

Wirtschaftskalender 7. Juli

MEZLandIndikatorLetzte Periode
07:45CHArbeitslosenrate (Juni)2.2%
08:00DEIndustrieproduktion (Mai, M/M)+0.7%
13:30EZEZB Protokoll 
14:15USAADP Beschäftigung Privatwirtschaft (Juni)128’000
14:30USAErstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich)231’000
14:30USAHandelsbilanz (Mai)USD -87.1 Mrd.
19:30DEBundesbankpräsident Nagel spricht 

Unternehmenskalender 12. Juli

LandUnternehmenPeriode
USAPepsicoQ2

Quelle: BondWorld.ch


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