Federated Hermes : Große Schritte einerseits, gedämpfte Wachstumsprognosen andererseits
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Silvia Dall’Angelo, Senior Economist
Die Zentralbanken befinden sich auf breiter Ebene in einem aggressiven Straffungsmodus. Die sich stetig verändernde Datenlage wird weiterhin nicht nur das Tempo der Straffung bestimmen, sonder auch das Ziel.
Silvia Dall’Angelo, Senior Economist bei Federated Hermes Limited: „Es kam wie erwartet: Sowohl die Fed als auch die Bank of England haben in dieser Woche die Zinsen um 0,75 % erhöht, nachdem die EZB in der vergangenen Woche ähnliche Schritte unternommen hatte. Die Zentralbanken befinden sich auf breiter Ebene in einem aggressiven Straffungsmodus, da der Kampf gegen die hohe Inflation noch nicht vorbei ist. Sie handeln mit Nachdruck, um Zweitrundeneffekte zu verhindern, d. h. die Gefahr, dass sich eine hohe und anhaltende Inflation vor dem Hintergrund eines angespannten Arbeitsmarktes verfestigt.
Die sich stetig verändernde Datenlage wird weiterhin nicht nur das Tempo der Straffung auf breiter Ebene bestimmen – wie in der jüngsten Erklärung der Fed und der gestrigen Pressekonferenz der Bank of England betont wurde -, sondern auch das Ziel des aktuellen Straffungszyklus.
In Zukunft dürfte die Straffung der BoE nicht mehr so weit gehen, da der Energiepreisschock wahrscheinlich erheblich zur Beeinträchtigung der Nachfrage beitragen wird – die ersten Auswirkungen zeichnen sich bereits ab. Darüber hinaus wird die Ankündigung der Regierung zur Haushaltspolitik am 17. November wahrscheinlich zu einer erheblichen Straffung der Finanzen führen. Zwar konnte die BoE diese Informationen aktuell nicht in ihre Prognosen einfließen lassen, doch birgt dies Abwärtsrisiken für die ohnehin schon gedämpften Wachstumsprognosen.
Die Fed wird die Zinssätze im Dezember wahrscheinlich langsamer um 0,5 % auf eine Spanne von 4,25 bis 4,5 % zum Jahresende anheben, gefolgt von einer oder zwei Zinserhöhungen um 0,25 % Anfang 2023 auf eine Endrate von fast 5 %. Es ist unwahrscheinlich, dass die Fed im nächsten Jahr einen Lockerungszyklus einleiten kann, da die Inflation bis 2023 wahrscheinlich über dem Zielwert liegen wird.“
Quelle: BondWorld
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