Jupiter : Die unangenehme Wahrheit für Investoren ist, dass die Zukunft immer schwieriger vorherzusagen ist.
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Von Brad Slingerlend, Mitbegründer von NZS Capital, einem strategischen Partnerunternehmen von Jupiter Asset Management, sowie Co-Fondsmanager des Jupiter NZS Global Equity Growth Unconstrained Fund SICAV
Der Stresstest der Annahmen führt zu einem Portfolio, das auf einem Kern widerstandsfähiger Unternehmen aufbaut, ergänzt durch eine Gruppe kleinerer optionaler Positionen in Unternehmen, die sich in einem früheren Stadium befinden und das Potenzial für erhebliche asymmetrische Aufwärtsbewegungen im Vergleich zu ihrem Abwärtsrisiko aufweisen.
Anpassung der Aktienanalyse und Portfolioallokation
Eine überhöhte Allokation in ein optionales Unternehmen, dessen Bandbreite an möglichen Ergebnissen sich vergrössert hat, ist eine Wette auf eine enge Vorhersage der Zukunft. Dies erhöht nicht nur das Gesamtrisiko des Portfolios, sondern bindet auch Ressourcen, die besser für andere optionale Positionen mit attraktiveren asymmetrischen Merkmalen verwendet werden könnten.
Eine disziplinierte Einschätzung möglicher zukünftiger Ergebnisse ist in Zeiten des Umbruchs besonders wichtig. Der Markt hat es besonders schwer, in Zeiten erhöhter Unsicherheit ein Gleichgewicht zu finden, die heute vor allem auf der zunehmenden Besorgnis über globale Konflikte, Lieferkettenengpässe und der Wahrscheinlichkeit erheblicher Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation beruhen. Diese Kombination von Bedenken hat dazu geführt, dass die Anleger die Ansicht vertreten, dass Unternehmen derzeit profitabel sein müssen, um sich als langfristige Wachstumsinvestitionen zu eignen.
Den Konsensschätzungen der Analysten zufolge wurde Salesforce am 28. April mit dem 5,6-fachen des Unternehmenswertes im Verhältnis zum Umsatz der nächsten 12 Monate gehandelt, während Oracle mit dem 5,8-fachen desselben Wertes gehandelt wurde. Die Konsensschätzungen für das Umsatzwachstum im nächsten Geschäftsjahr liegen für Salesforce im hohen Zehnerbereich und für Oracle im niedrigen einstelligen Bereich, wobei Salesforce etwa drei- bis viermal schneller wächst als Oracle. Auch wenn Oracle heute profitabler ist, gibt es Gründe für die Annahme, dass beide Unternehmen bei ähnlichen Wachstumsraten in der Zukunft ähnliche Margenstrukturen aufweisen werden.
Die Investoren scheinen – hoffentlich vorübergehend – vergessen zu haben, dass Unternehmen, die in ihr eigenes zukünftiges Wachstum und in die Gesamtgrösse des Ökosystems, in dem sie tätig sind, investieren, im Laufe der Zeit mehr Wert schaffen.
Deflationäre Effekte beschleunigter Innovationszyklen
Das Hauptmerkmal des derzeitigen Ausverkaufs besteht darin, dass die Anleger alle Wachstumswerte in einen Topf werfen, während sie von einer langfristigen Inflation und strukturell höheren Zinsen ausgehen. Das ist ein mögliches Ergebnis. Eine umfassendere Vorhersage ist jedoch, dass sich die Investitionszyklen im Technologiebereich aufgrund zunehmender Innovationen wahrscheinlich beschleunigen werden, was die Übernahme neuer Technologien ankurbeln und die Zinsen und die Inflation senken könnte, da Innovationen schon immer ein starker deflationärer Wachstumsmotor waren.
Wir können nicht mit Gewissheit sagen, welche dieser Möglichkeiten eintreten wird. Das Einzige, was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass wir nicht wissen, was die Zukunft bringen wird. Anstatt also Zeit damit zu verbringen, Vorhersagen zu treffen, die sich höchstwahrscheinlich als falsch herausstellen werden, sollten wir uns lieber auf die Suche nach Unternehmen machen, die diese Zukunft – wie auch immer sie aussehen mag – gestalten und davon profitieren.
Quelle: AdvisorWorld.ch
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