Viebig Jan ODDO BHF

ODDO BHF CIO View: Die steigende Attraktivität von Anleihen

ODDO BHF AM : „In einmütiger Gleichzeitigkeit haben die beiden grossen Notenbanken, die EZB in Europa und die Fed in den USA, zuletzt nicht nur ihre Leitzinsen heraufgesetzt, sondern auch den Weg für ihre weitere Geldpolitik vorgezeichnet.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Von Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer von ODDO BHF


 …Diese Zinsschritte waren an den Märkten in dieser Höhe erwartet worden. Allerdings, und das ist etwas ungewöhnlicher, hat sich die EZB recht deutlich darauf festgelegt, dass auf der Ratssitzung am 16. März 2023 mit grosser Wahrscheinlichkeit eine weitere Erhöhung in gleicher Höhe folgen wird. In der Pressemitteilung hatte die EZB zudem bekräftigt, dass sie an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalte und die Zinsen „deutlich und in einem gleichmässigen Tempo anhebt“.

Die amerikanische Notenbank hatte Anfang Februar ihren Leitzins ebenfalls auf 4,50 bis 4,75 Prozent angehoben. Für die Federal Reserve war es die achte Zinserhöhung in Folge. Lagen die Anhebungen zwischenzeitlich noch bei 75 Basispunkten, betrug die Erhöhung im Dezember nur noch 50 Basispunkte. Anfang Februar hat die Fed die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Die immer kleiner werdenden Zinsschritte deuten darauf hin, dass der Zinshöhepunkt in den USA in Sicht ist. …Anders als viele Marktteilnehmer gehen wir derzeit nicht davon aus, dass die Fed bereits im Sommer 2023 wieder beginnen wird, die Leitzinsen zu senken. Dafür ist der Arbeitsmarkt zu fest und die Kerninflation zu hoch.

Der Zinserhöhungszyklus in der Eurozone wird vermutlich länger als in den USA dauern, da die EZB erst im Juli 2022 – vier Monate später als die Fed – begonnen hat, die Zinsen zu erhöhen. Derzeit erwarten wir, dass die EZB die Zinsen am 16. März 2023 nochmals um 50 Basispunkte anheben wird und die weitere Entwicklung anschliessend von der Datenlage abhängig machen wird. Wahrscheinlich erscheint uns derzeit, dass die Leitzinsen in der Eurozone bis Juli 2023 nochmals um insgesamt 100 Basispunkte steigen werden. Die Einlagefazilität würde dann mit 3,5 Prozent verzinst werden.

Das mögliche Ende des laufenden Zinserhöhungszyklus – zunächst in den USA und später in der Eurozone –wird voraussichtlich auch die Ausgangslage an den Rentenmärkten verändern. Die in Aussicht gestellten weiteren Erhöhungen der Leitzinsen im Euroraum dürften zu einem weiteren Anstieg der kurzfristigen Renditen führen. Durch die Heraufsetzung der Leitzinsen im Euroraum sind auch die Kapitalmarktrenditen im vergangenen Jahr über alle Laufzeiten hinweg gestiegen. Dies führte zu Kursverlusten bei Anleihen, besonders bei Papieren mit langen Laufzeiten. Festverzinsliche Wertpapiere bieten nach vielen Jahren im Negativzinsumfeld nun wieder positive Renditen, die eine Investition attraktiver machen. So ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf aktuell etwa 2,3 Prozent gestiegen, nachdem sie noch Anfang 2022 im leicht negativen Bereich gelegen hatte.

Mit dem nahenden Ende des Zinserhöhungszyklus ist es eine Überlegung wert, die durchschnittliche Restlaufzeit in einem Anleiheportfolio wieder schrittweise zu erhöhen und sich nun das höhere Zinsniveau für einen längeren Zeitraum zu sichern. Besonders attraktiv erscheinen uns derzeit Anlagen in Unternehmensanleihen, da nicht nur die Zinsen deutlich gestiegen sind, sondern Unternehmensanleihen renditehungrigen Anlegerinnen und Anlegern zudem wieder attraktive Risikoaufschläge über den risikolosen Zins hinaus bieten.“

Quelle: BondWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.