Euro unter Abwärtsdruck…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Schweizer Wirtschaftsleistung war im Q1 gegenüber dem Vorquartal mit -0.2% leicht rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Anstieg von 1.1% ausgewiesen. Wenig überraschend sind die Warenexporte nach der Frankenaufwertung stark gesunken. Dafür konnte der private Konsum unerwartet deutlich zulegen, entgegen den Indikationen aus dem Detailhandel. Ausgaben für Gesundheit und Wohnen waren hierfür die Treiber. Die Ausrüstungsinvestitionen legten erneut zu und die Bauinvestitionen zeigten nach dem schwachen Vorquartal wieder eine leichte Erholung.
In den USA lagen die jüngsten Konjunkturdaten mehrheitlich über den Markterwartungen. Die kurzfristige Dynamik bei der Kerninflation ist seit Jahresbeginn robust, und dies war auch im April der Fall, trotz anhaltend niedrigen Importpreisen. Zuletzt haben auch die Güterpreise angezogen, während die Teuerung bei den Dienstleistungen auf relativ hohem Niveau verharrte. Andererseits nahmen die um volatile Komponenten bereinigten Aufträge für Kapitalgüter, ein Indikator für die Investitionstätigkeit der Unternehmen, nach monatelangem Abwärtstrend im März und April kräftig zu. Vor allem die Inflationsdaten haben dem US-Dollar deutlichen Auftrieb verliehen und die Zinsdiskussionen erneut angefacht. Die Notenbankvorsitzende Janet Yellen hat zudem bekräftigt, dass eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr angemessen sei, falls es genügend Anzeichen für eine Inflationsentwicklung in die gewünschte Richtung und eine weitere Verbesserung am Arbeitsmarkt gebe. Mit den anstehenden Einkaufsmanagerindizes und insbesondere dem Arbeitsmarktbericht wird die US-Notenbank daher auch nächste Woche im Marktfokus bleiben. Der Stellenanstieg im Mai dürfte erneut rund 200’000 betragen. Und bei den ISM Daten zeichnet sich eine stabile Entwicklung ab. Die regionalen Einkaufsmanagerindizes fielen zwar gemischt aus, legen aber keine generelle Verschlechterung der Unternehmensstimmung nahe. Insgesamt sollte damit eine Zinserhöhung im September weiter in Reichweite liegen.
Die starke Abwärtsbewegung beim EUR/USD, von knapp 1.15 auf unter 1.10 innerhalb von zwei Wochen, ist zu einem grossen Teil auch auf Entwicklungen innerhalb der Eurozone zurückzuführen. Die EZB hat bekanntgegeben, dass sie im Mai das Kaufvolumen von Staatsanleihen beschleunigt hat (siehe Fokus auf Seite 2). Vor allem aber ist an den Finanzmärkten die Griechenland-Problematik wieder in den Vordergrund gerückt. Ohne Einigung mit den Geldgebern ist die letzte Kredittranche aus dem Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramm weiter blockiert. Und im Juni werden insgesamt Überweisungen von 1.5 Mrd. Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) fällig. Die Spaltung innerhalb der griechischen Regierungspartei Syriza macht dabei eine Verhandlungslösung weiter äusserst schwieriger. Die Regierung kann zudem die laufenden Ausgaben im Inland kaum noch begleichen. Die Zweifel sind daher gross, ob Griechenland Ende im Juni die Rückzahlung an den IWF stemmen kann. Wenn dies nicht gelingt, drohen seitens IWF aber kurzfristig keine unmittelbaren Konsequenzen. Erst in einigen Monaten dürfte Griechenland das Stimmrecht entzogen werden. Und die Ratingagenturen würden den Verzug nicht als offiziellen Zahlungsausfall werten, da es sich beim IWF-Kredit nicht um ein handelbares Kapitalmarktinstrument handelt. Die Europäische Zentralbank dürfte schliesslich die ELANotkredite an den griechischen Bankensektor vorerst noch nicht stoppen, um die Chance auf eine Verhandlungslösung aufrechtzuerhalten. Kritisch ist vor allem der 20. Juli, wenn die nächste Rückzahlung für von der EZB gehaltene Obligationen in Höhe von 3.5 Mrd. Euro ansteht. Erfolgt diese nicht ohne vorherige Einigung, muss die EZB die Notkredite an die griechische Notenbank stoppen.
EUR/CHF hat sich in den letzten Wochen ebenfalls abgeschwächt, allerdings in geringerem Ausmass. Der leichte Anstieg der Giroguthaben bei der SNB deutet auf keine wesentlichen Deviseninterventionen der Nationalbank im Mai hin. Mit dem anhaltenden Schuldenpoker um Griechenland dürfte EUR/CHF weiter volatil bleiben. Auf 3- Monats-und Jahressicht erwarten wir jedoch nach wie vor einen schwächeren Franken.
Quelle: BONDWorld.ch
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