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20-11 US-Zinserhöhung rückt näher

Markt preist tieferes SNB-Zinsziel ein…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank an ihrer Lagebeurteilung am 16. Dezember wäre keine Überraschung. Dies hat das Protokoll zur jüngsten Fed-Sitzung vom Oktober bestätigt. Dort heisst es, die meisten Mitglieder im Offenmarktausschuss hielten einen Zinsschritt im Dezember für gut möglich, solange sich der mittelfristige Wachstums- und Inflationsausblick nicht verschlechtere. Eine Zinserhöhung zu Jahresende ist unseres Erachtens aber keineswegs ausgemacht. Primär geht es der Fed wohl darum, sich für ihre nächste Lagebeurteilung alle Optionen offenzuhalten. Denn vor der letzten Fed-Sitzung hat der Marktkonsens einen Zinsschritt im Dezember nur eine geringe Wahrscheinlichkeit beigemessen. Wir erwarten die Zinswende unverändert erst im März. Einige Notenbanker schätzen das Risiko einer Konjunkturabkühlung weiterhin als erhöht ein. Und diese Sorgen könnten sich wieder intensivieren, sollte die zuletzt kräftige Dollar-Aufwertung den übernächste Woche anstehenden US-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe unter die wichtige Marke von 50 drücken. So oder so, die Notenbanker haben angesichts des moderaten Lohndrucks nochmals bekräftigt, die Zinsen in den kommenden Monaten nur langsam anheben zu wollen. Der Marktkonsens rechnet bis Ende nächsten Jahres unverändert bloss mit zwei bis drei Zinserhöhungen à je 25 Basispunkten. Wir gehen daher nicht davon aus, dass die bevorstehende Zinswende eine ausgeprägte Aktienkorrektur herbeiführt .

Ob die US-Notenbank die Zinsen am 16. Dezember erhöht oder noch abwartet, hängt auch davon ab, wie stark die Europäische Zentralbank am 3. Dezember ihre Geldpolitik lockert. Zusätzliche Massnahmen gelten mittlerweile als sehr wahrscheinlich. An der alarmierenden Rhetorik der Notenbanker hat sich diese Woche auch nach den leicht über den Erwartungen liegenden Inflationszahlen nichts geändert. EZBChefökonom Peter Praet hat nochmals die Risiken für den Konjunktur und Inflationsausblick betont und die Handlungsbereitschaft der EZB bekräftigt. Die nächste Woche anstehenden Stimmungsdaten für November dürften die EZB-Rhetorik ebenfalls nicht beeinflussen, auch wenn die Einkaufsmanagerund Geschäftsklimaindizes dank der jüngsten Abschwächung des Euros sogar nochmals zulegen sollten. Die EZB wird im Dezember liefern müssen, um die Märkte nicht zu enttäuschen. Im Raum steht eine Verlängerung oder Ausweitung der Anleihenkäufe. Mittlerweile ist an den Zinsmärkten aber auch eine weitere, leichte Senkung des bereits negativen Einlagensatzes um 10 Basispunkte eingepreist. Sollte die EZB die Markterwartungen übertreffen, dürfte EUR/USD nochmals unter Druck geraten, was ein Grund mehr für die USNotenbank sein würde, mit der Zinserhöhung noch abzuwarten.

Die Aussicht auf neue EZB-Massnahmen hat die Zinserwartungen auch in der Schweiz nach unten gedrückt. Per Ende Jahr wird der 3-Monats-Libor nun bei knapp -1.0% erwartet, also 25 Basispunkte niedriger. Der Markt geht demnach davon aus, dass die SNB an ihrer Lagebeurteilung vom 10. Dezember mit einer weiteren Senkung der Negativzinsen auf die EZBMassnahmen reagieren wird. Die SNB hat ihre Handlungsbereitschaft mehrmals kommuniziert und dies reicht bisher, um EUR/CHF stabil zu halten, auch ohne Devisenmarktinterventionen. Die Sichteinlagen bei der SNB deuten auch diese Woche nicht auf Devisenkäufe hin. Je nach Ausmass der EZBMassnahmen kann sich jedoch wieder mehr Druck auf den Franken aufbauen und die SNB reagieren lassen.

Der Franken ist auch beim aktuellen Niveau immer noch klar überbewertet und schadet der Konjunktur. Trotz leicht stärkerem EUR/USD und besserer Unternehmensstimmung waren die Schweizer Exporte auch im dritten Quartal rückläufig – erst die Oktoberzahlen zeigen eine Erholung an. Das sind keine positiven Vorzeichen für die Industrieproduktion im Q3, die nächste Woche zur Veröffentlichung ansteht. Für das BIPWachstum im dritten Quartal liefert die Produktionsentwicklung jedoch nicht zwangsläufig eine zuverlässige Indikation. Im Q2 resultierte beispielsweise ein solides BIP-Plus, obwohl sich die Industrieproduktion um 2.5% gegenüber Vorjahr verringerte. Die Diskrepanz liegt daran, dass sich der Privatkonsum nach wie vor robust entwickelt und als Konjunkturstütze wirkt aller Voraussicht nach auch im dritten Quartal.

Quele: BONDWorld.ch


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