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Natixis IM Studie: Privatanleger wollen mehr als nur Shareholder Value von Unternehmen

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Natixis IM Studie : Die Diskussion über die Möglichkeiten der nachhaltigen Kapitalanlage hat die Investmentpräferenzen der Privatanleger verändert.

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Timo H. Paul, Head German-speaking Switzerland, Natixis Investment Managers.


Die Diskussion über die Möglichkeiten der nachhaltigen Kapitalanlage hat die Investmentpräferenzen der Privatanleger verändert. Neben Sicherheit und Rendite rücken zunehmend ESG-Kriterien in den Vordergrund. Eine Mehrheit (60%) der Anleger wünscht sich die verstärkte Berücksichtigung umwelt- und gesellschaftspolitischer Belange, nicht nur durch die Unternehmen, sondern auch durch Fondsgesellschaften. Dies ist das Ergebnis einer globalen Befragung von 8.550 Privatanlegern aus 24 Ländern durch Natixis Investment Managers.

Danach haben Privatanleger weltweit mehr als nur die Aktienrendite im Blick. 60 Prozent der Befragten erwarten von Unternehmen, dass diese nicht nur für den Shareholder Value, sondern auch darüber hinaus Verantwortung übernehmen.

Dieses Verständnis schlägt sich in einem verstärkten Engagement für ESG-Investments nieder.

– 77 Prozent der Privatanleger sind der Ansicht, dass es ihre Aufgabe sei, Unternehmen auch auf deren Verantwortung für Gesellschaft, Klimawandel und Ungleichheit hinzuweisen.

– 82 Prozent sehen Unternehmen in der Pflicht, sich mit ökologischen Fragen zu befassen.

– 45 Prozent halten es für wichtig, als Anleger Unternehmen zu unterstützen, die sich auf den Weg gemacht haben, ihre Geschäftsmodelle nachhaltig umzustellen.

– 67 Prozent wären eher bereit, in Fonds zu investieren, die eine bessere CO2-Bilanz vorweisen.

Die Umfrage ergab ausserdem, dass 21 Prozent der Privatanleger derzeit bereits ESG-Anlagestrategien einsetzen. Von diesen investierten 24 Prozent im vergangenen Jahr zum ersten Mal in ESG-Anlagen. 33 Prozent derjenigen, die bereits zuvor investiert waren, möchten ihre bestehenden Bestände aufstocken. Und fast die Hälfte (49%) derjenigen, die noch nicht in ESG investiert haben, gaben an, dass sie daran interessiert seien, mehr über ESG-Investments zu erfahren.

„Mit zunehmendem Wissen über die Bedeutung der nachhaltigen Kapitalanlage steigt das Interesse daran rapide. Die Tatsache, dass das Thema von Regierungen, NGOs, Unternehmen und Asset Managern aktiv unterstützt wird, fördert die Akzeptanz zusätzlich”, so Nathalie Wallace, Global Head of Sustainable Investing bei Natixis Investment Managers. „Es wächst die Erkenntnis, dass finanzielle Performance und soziale sowie ökologische Ziele keine Gegensätze sein müssen, sondern sich oftmals gegenseitig bedingen.”

Manche Mythen werden von der Realität eingeholt

Die Ergebnisse von Natixis IM zeigen nicht nur ein grösseres Interesse an ESG, sondern räumen auch mit einer Reihe von Fehleinschätzungen auf.

ESG ist eine Sache der Millennials: Nach gängiger Meinung sind es vor allem die sogenannten Millennials, die mit ihrem Vermögen ökologische, soziale und ethische Veränderungen vorantreiben möchten. Die Auswertung der Studienergebnisse zeigt jedoch ein ausgeprägtes Interesse über verschiedene Milieus und Altersklassen hinweg. Ein gutes Viertel (27%) der Millennials gab an, in ESG investiert zu sein. Aber auch 20 Prozent der Generation X und 18 Prozent der Babyboomer bejahten dies. Darüber hinaus ist das Interesse an ESG-Investments in allen Altersgruppen gross: 52 Prozent bei den Millennials, 52 Prozent in der Generation X und 44 Prozent bei den Babyboomern.

Europa steht an der Spitze bei ESG-Investments: Auch anderswo auf der Welt ist das Interesse an ESG inzwischen hoch. Dies gilt derzeit vor allem für Nordamerika, wo 28 Prozent der Privatanleger angaben, in ESG investiert zu sein. In Europa liegt dieser Anteil gleichauf mit Asien bei 22 Prozent. In den lateinamerikanischen Ländern finden sich ESG-Investments derzeit am wenigsten. Nur 13 Prozent der dort befragten Privatanleger verfügen über ESG-Strategien. Das könnte sich bald schon ändern. Denn vor allem in dieser Region war das Interesse an nachhaltiger Kapitalanlage (62%) sehr hoch.

ESG Anleger sind vor allem an der sozialen Rendite interessiert. Für ESG-Anleger ist es ebenso wichtig, gut zu performen, wie Gutes zu tun. In Anbetracht der dramatisch voranschreitenden Erderwärmung ist es nicht überraschend, dass 41 Prozent der ESG-Anleger darin eine Möglichkeit sehen, den Klimawandel zu begrenzen. Die Anleger sind jedoch keineswegs einseitig festgelegt. 37 Prozent der Befragten finden, dass ESG neue Anlagemöglichkeiten eröffnet. Ebenfalls 37 Prozent sagen, dass sie „eine bessere Welt schaffen“ wollen. Etwa ebenso viele (35%) sind der Meinung, dass ESG einfach der bessere Weg sei, um zu investieren.

ESG bringt Performancenachteile mit sich: In der Untersuchung von 2017 gingen noch 64 Prozent der von Natixis IM Befragten davon aus, dass ESG-Investments auf Kosten der Anlageperformance gehen. In der aktuellen Befragung äusserten sich nur noch 20 Prozent der Privatanleger entsprechend. Sie näheren sich damit den Erkenntnissen der Finanzwissenschaften an, die in grosser Mehrheit und fast geschlossen Renditenachteile von ESG-Investments verneint.

Auch jüngste Daten belegen das Potenzial von ESG-Investments. Ende des dritten Quartals 2021 lag der S&P 500 ESG-Index um 3,7 Prozent über dem regulären S&P 500-Index, gemessen über den Zeitraum der zurückliegenden drei Jahre.

Fondsmanager und Finanzberater haben Verantwortung für ESG

Nicht nur, was das eigene Investmentverhalten angeht, setzen Privatanleger zunehmend auf ESG. Auch von der Investmentbranche erwarten sie ein starkes Engagement in Sachen Nachhaltigkeit.

Mehr als die Hälfte (53%) ist der Meinung, dass Fondsmanager Anteile an Unternehmen mit schlechter ESG-Bilanz verkaufen sollten. Und 74 Prozent erwarten von ihrem Fondsmanager, dass dieser aktiv Einfluss auf Unternehmen nimmt, und dabei auch ESG-Kriterien berücksichtigt.

ESG ist ein Teil des Dialogs zwischen Anlegern und ihren Finanzberatern. Allerdings gaben immerhin 41 Prozent der Befragten an, noch nicht ausreichend über das Thema Bescheid zu wissen. Diese Wissenslücke sei der Grund dafür, dass ESG-Investments gar nicht oder nur wenig berücksichtigt würden. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Berater durch ein verbessertes Informationsangebot einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbreitung von nachhaltigen Investmentstrategien leisten können.

Während 59% der Anleger weltweit angeben, dass ihr Berater mit ihnen über ESG-Investitionen gesprochen hat, und 56% sagen, dass ihr Berater sie proaktiv danach gefragt hat, ob ESG-Themen für sie wichtig sind, ist das Engagement bei jüngeren Anlegern am grössten. Ein deutlich höherer Prozentsatz der Millennials (68%) gibt an, dass ihre Berater mit ihnen über ESG-Themen gesprochen haben, verglichen mit 60% der Generation X und 52% der Babyboomer.

Timo H. Paul, Managing Director und Leiter des Marktes Deutschschweiz bei Natixis IM betont: “Mit den sich häufenden Naturkatastrophen und dem Klimawandel in den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen begonnen, sich nachhaltiger auszurichten, was wiederum zu besseren Renditen führte. So haben die Investorinnen und Investoren gemerkt, dass es sich lohnt, auf nachhaltige Firmen zu setzen. Dies führt dazu, dass diverse Firmen vermehrt unter Druck stehen und nun weitere Entwicklungen in Betracht ziehen müssen.”

Quelle: AdvisorWorld.ch


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