BlackRock: Das erste Quartal neigt sich dem Ende zu, und es war ohne Frage ein turbulentes für die Börsen.
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BlackRock Aktueller Blick auf die Märkte
Von Ann Katrin Petersen CFA
Insbesondere zwei grosse Themenblöcke dürften uns ins Frühjahr begleiten. Erstens der Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putins auf die Ukraine, und damit verbunden ein globaler Energieschock mit Abwärtsrisiken für die Konjunktur und Aufwärtsrisiken für die Inflation, vor allem für den europaeischen Kontinent. Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum und der deutsche ifo-Index haben sich eingetrübt. Zweitens die beschleunigte geldpolitische Kehrtwende der Zentralbanken, allen voran der US-Notenbank Federal Reserve. Beides könnte dafür sorgen, dass Frühlingsgefühle nur bedingt aufkommen.
Der Ukraine-Krieg macht weiterhin Denken in Szenarien erforderlich. Denn noch bleibt mit einem Fragezeichen behaftet, ob wir ein zügiges Ende oder einen dahinsiechenden Abnutzungskrieg erleben, ob es zu einer weiteren Eskalation kommt, und/oder ob ein Stopp der Öleinfuhren und Gaslieferungen aus Russland drohen.
Gegenwind für Staatsanleihen hält an
Trotz der geopolitischen Unsicherheit werden klassische „sichere Häfen“ im Staatsanleihesegment derzeit nicht gesucht, sondern gemieden. Die Gründe liegen auf der Hand: ein anhaltender angebotsseitiger Inflationsdruck angesichts von explodierenden Energiepreisen und sich wieder verschaerfenden Lieferengpässen, und eine Geldpolitik, die der Bekämpfung von Inflationsrisiken eine höhere Priorität einräumt als der Abfederung von Konjunkturrisiken.
Auch in der vergangenen Woche prägten bei Kernstaatsanleihen steigende Renditen das Bild, nachdem der Fed-Vorsitzende Jay Powell die Möglichkeit kräftiger Zinserhöhungen von 50 Basispunkten ins Spiel brachte. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 2.5%, das höchste Niveau seit knapp drei Jahren, bei einer fortgesetzt flachen US-Zinsstrukturkurve. 10-jährige deutsche Bundesanleihen rentierten zu Wochenbeginn bei knapp 0,6%.
Inflationsgipfel noch nicht erreicht
Entsprechend gebannt blicken Anleger in dieser Woche daher auf die März-Inflationszahlen für die USA, den Euroraum und Deutschland sowie den US-Arbeitsmarktbericht. Erstere könnten die Konsenserwartungen übertreffen, letzterer den binnenwirtschaftlichen Kostendruck in den USA untermauern. Solange die Sorge vor sich verselbstständigenden Inflationserwartungen, Zweitrundeneffekten, etwa einer Lohn-Preis-Spirale, kursiert, werden die Falken in den geldpolitischen Entscheidungsgremien der Fed und Europäischen Zentralbank (EZB) die Oberhand behalten.
Trotz des ausgeprägten Repricings der geldpolitischen Erwartungen an den Anleihemärkten halten wir an unserem Untergewicht bei Kernstaatsanleihen fest, die aus ganzheitlicher Portfolioperspektive in einem Umfeld erhöhter Inflationsrisiken Diversifikationseigenschaften einbüssen.
Wir erwarten, dass die Fed den Fuss vom Gaspedal nimmt, aber keine Vollbremsung hinlegt. So ist durchaus denkbar, dass die US-Notenbank – ähnlich wie zuletzt die Bank of England – im kommenden Jahr eine Verschnaufpause einlegt, um die Wirkung ihrer strafferen Zinspolitik auf die Realwirtschaft zu eruieren. Aufgrund der bereits ambitionierten Leitzinserhöhungserwartungen des Marktes bevorzugen wir daher bei US-Staatsanleihen taktisch kürzere Laufzeiten.
Innerhalb des Aktienuniversums haben sich die Ertragsaussichten für Europa, das am stärksten vom Energieschock betroffen ist, im Vergleich zu den USA und Japan auf Sicht der nächsten sechs bis zwölf Monate eingetrübt.
Dieses Material soll nicht als Prognose, Research oder Anlageberatung herangezogen werden und stellt keine Empfehlung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzprodukten oder zur Annahme einer Anlagestrategie dar. Die geäusserten Meinungen beziehen sich auf den 28. März 2022 und können sich ändern, wenn die nachfolgenden Bedingungen variieren.
Quelle: AdvisorWorld.ch
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