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Oaklins M&A Outlook 2024

Oaklins : Höhere Zinsen erschweren Firmenverkäufe, aber die Wende naht.

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Dr. Jürg Stucker, Studienautor und Partner bei Oaklins Switzerland


In der Jubiläumsausgabe des Oaklins M&A Outlooks blicken die Befragten zuversichtlicher auf den M&A-Markt als vor sechs Monaten. Doch das Marktumfeld und insbesondere die Finanzierungsbedingungen bleiben herausfordernd.

Das gestiegene Zinsniveau hat die Verkaufspläne vieler Unternehmensbesitzer durchkreuzt. Denn höhere Zinsen führen zu tieferen Multiples. Viele Eigentümer sind jedoch nicht bereit, diese Entwicklung zu akzeptieren und warten deshalb mit einem Verkauf des Unternehmens zu. Mit den für die zweite Jahreshälfte erwarteten Zinssenkungen und der steigenden Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung dürfte aber bei den Verkaufspreisen eine Trendwende eingeläutet werden. Trotzdem bleibt das Finanzierungsumfeld angespannt. Nur 33 Prozent der Befragten schätzen die Verfügbarkeit von Fremdkapital als hoch oder eher hoch ein – das sind nur drei Prozentpunkte mehr als Anfang Jahr, als ein historischer Tiefstwert verzeichnet wurde.

Immerhin planen 61 Prozent der Unternehmen in den kommenden 12 Monaten eine Akquisition zu tätigen oder ziehen diese ernsthaft in Betracht. Das entspricht in etwa dem langjährigen Schnitt. Der Oaklins M&A-Index ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen.

Finanzierung bleibt schwierig

20-06-24 oaklins

Der Index zeigt die prognostizierte Entwicklung der M&A-Aktivität in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit Beteiligung von Schweizer Unternehmen (Umfrageergebnisse in Punkten). Quelle: Oaklins M&A Outlook

Ein Teil dieses prognostizierten Aktivitätsanstiegs auf dem Schweizer M&A-Markt könnte gemäss Dr. Markus Schürch, CFO von Belimo, auf den Private-Equity-Sektor zurückgeführt werden. Denn dort habe die lange M&A-Flaute den Druck vergrössert, gewisse Transaktionen trotz tiefer Bewertungen und höheren Finanzierungskosten durchzuführen. Noch wichtigere Treiber dürften in den kommenden Monaten Sanierungen und Restrukturierungen sowie Spin-offs und Carve-outs sein.

Während 29 Prozent der akquisitionswilligen Unternehmen planen, in der Schweiz durch Übernahmen zu wachsen, bleibt Europa, insbesondere Deutschland, der wichtigste Zielmarkt. Schweizer Firmen planen Zusammenschlüsse und Zukäufe im Inland unter anderem auch, um die Eintrittsbarrieren für ausländische Player zu erhöhen.

Apropos Ausland – der langfristige Trend für Akquisitionen nordamerikanischer Unternehmen ist konstant, während Asien an Bedeutung verliert. Kaufwillige schauen sich besonders in den Sektoren Industrials & Chemicals, Pharma, Medtech, Biotech und TMT um. Gianluigi Manna von Rivean Capital geht von einer Zunahme der M&A-Aktivitäten und sogar einer Annäherung der Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern aus. Besonders gefragt seien Unternehmen aus den Bereichen IT-Services, Software, Healthcare-Tech und Business Services, die von globalen Megatrends wie der Digitalisierung und der alternden Bevölkerung profitieren.

Zusammenfassend meint Dr. Jürg Stucker, Studienautor und Partner bei Oaklins Switzerland: «Der optimistischere Ausblick auf die Inflations-, Zins- und Konjunkturentwicklung hat den Mut zu ambitionierteren Akquisitionen in der Region EMEA erhöht. Der durchschnittliche Deal Value wird steigen und grosse Transaktionen werden wieder vermehrt durchgeführt, nachdem diese 2023 grösstenteils ausblieben.»

Der Oaklins M&A Outlook wird seit 2015 zweimal jährlich herausgegeben. Auch für die 20. Ausgabe wurden rund hundert M&A-Experten und Entscheidungsträger der Schweizer Wirtschaft befragt, wie viele Transaktionen mit Schweizer Beteiligung sie in den kommenden zwölf Monaten erwarten.

Quelle: InvestmentWorld.ch


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