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LGT Navigator : Märkte zwischen Eskalationsangst und Hoffnungen auf einen Waffenstillstand

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LGT Navigator : Die asiatischen Aktienmärkte tendierten am Donnerstag vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Iran-Kriegs leicht schwächer.

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An der Wall Street gaben die Indizes am Mittwoch einen Teil ihrer frühen Aufschläge wieder ab, nachdem Iran einen von den USA unterstützten Waffenstillstandsvorschlag zurückgewiesen hatte. Anlegerinnen und Anleger bleiben damit auf die unsicheren Aussichten des Konflikts fokussiert. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Zentralbank gezwungen sein könnte, die Geldpolitik zu straffen, falls es zu einem möglichen, wenn auch nur kurzfristigen, Überschiessen der Inflation kommt. 

Die asiatischen Börsen bewegten sich am Donnerstag in einer engen, überwiegend negativen Handelsspanne, da die Märkte gemischte Signale über einen möglichen Waffenstillstand im US-Israel-Krieg gegen Iran und einen erneuten Anstieg der Ölpreise verarbeiteten. Iran teilte mit, einen US-Vorschlag für einen 15-Punkte umfassenden Waffenstillstand zu prüfen, bekräftigte jedoch, keine direkten Gespräche mit Washington führen zu wollen. Unterdessen trat der Konflikt in seine vierte Woche in Folge ein, während die Strasse von Hormus faktisch weiterhin blockiert blieb und rund 20% des weltweiten Oel- und Gasangebots unterbrochen wurden. Süd-Koreas KOSPI führte die Verluste in der Region an und fiel zeitweise um bis zu 3%, nachdem die Aktien der Speicherchiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix um 4% beziehungsweise 5% nachgaben. Auslöser waren Sorgen, dass Googles neue Kompressionstechnologie „TurboQuant“ die durch Künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage nach Hochleistungsspeicherchips dämpfen könnte. Die japanischen Indizes Nikkei 225 und TOPIX gaben nach, nachdem Berichte bekannt wurden, wonach Tokio begonnen hat, rund 80 Millionen Fass Oel aus den nationalen Notreserven freizugeben, um angebotsbedingte Schocks infolge des Kriegs abzufedern. Auch andere wichtige Märkte wie Australien, das chinesische Festland und Hongkong schlossen im Minus, während der Straits Times Index in Singapur mit einem Plus von 0.4% leicht besser abschnitt.

US-Aktien steigen in Erwartung eines Iran-Waffenstillstands

In New York setzten die Aktienindizes am Mittwoch ihre Erholung fort, da neue Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs die Stimmung stützten. Allerdings gaben die wichtigsten Benchmarks angesichts widersprüchlicher Aussagen der Konfliktparteien einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab. Der Dow Jones Industrial Average schloss 0.7% fester bei 46’429.49 Punkten, der breit gefasste S&P 500 legte um 0.5% auf 6591.90 Punkte zu und der technologieorientierte Nasdaq 100 stieg um 0.7% auf 24’162.98 Punkte. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent war zwischenzeitlich unter USD 100 je Barrel gefallen, notierte zuletzt jedoch wieder über dieser Marke. 

US-Importpreise signalisieren zunehmenden Inflationsdruck

Die Importpreise in den USA sind im Februar um 1.3% gestiegen und verzeichneten damit den stärksten monatlichen Anstieg seit März 2022, nach einem revidierten Anstieg von 0.6% im Januar. Haupttreiber waren deutlich gestiegene Energiekosten im Vorfeld des Konflikts im Nahen Osten. Im Jahresvergleich legten die Importpreise im Februar ebenfalls um 1.3% zu, das stärkste Plus seit Februar 2025, nach einem Zuwachs von 0.3% im Januar. 

EZB-Präsidentin Christine Lagarde signalisierte am Mittwoch, dass selbst ein vorübergehendes Überschreiten des Inflationsziels der Zentralbank infolge des aktuellen Energiepreisschocks eine „massvolle“ Straffung der Geldpolitik rechtfertigen könnte. Zwar beliess die EZB ihren Leitzins in der vergangenen Woche unverändert, doch Lagarde warnte, ein Ignorieren eines deutlichen, wenn auch nur kurzfristigen, Inflationsanstiegs könnte die Glaubwürdigkeit der Notenbank untergraben und die Inflationserwartungen „ent-ankern“. Sie betonte, dass die EZB frühe Hinweise darauf genau beobachte, ob höhere Energiepreise auf Löhne und die zugrunde liegende Inflation durchschlagen. Je stärker und hartnäckiger eine Abweichung vom Ziel werde, desto kräftiger müsse die geldpolitische Reaktion ausfallen. Gleichzeitig argumentierte sie, dass sich das aktuelle Umfeld von dem Inflationsschub 2021–2022 unterscheide: Ein geringerer Energiepreisschock, ein weniger angespannter Arbeitsmarkt, kein Nachholbedarf bei der Nachfrage nach der Pandemie, eine restriktivere Finanzpolitik und höhere Ausgangszinsen deuteten allesamt auf einen geringeren Durchschlag als in der Vergangenheit hin. 

In einer neuen Reuters-Umfrage erwarten die meisten Ökonominnen und Ökonomen weiterhin, dass die EZB ihren Einlagensatz bis 2026 bei 2% belässt, obwohl inzwischen mehr als ein Drittel zumindest mit einer Zinserhöhung rechnet, nachdem der kriegsbedingte Energieschock die Inflationsprognosen nach oben getrieben hat. Die Märkte preisen bis Jahresende etwa drei Zinsschritte ein, doch viele Prognostikerinnen und Prognostiker argumentieren, dass sich die aktuelle Situation von 2022 unterscheidet: Die Zinsen liegen näher am neutralen Niveau, die Bilanzreduktion läuft bereits und die zugrunde liegende Inflation ist bereits auf rund 2% zurückgegangen, was der EZB etwas mehr Spielraum verschafft, den Schock zu überwinden. 

Der Referenzindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, stieg um 1.2%. In Zürich schloss der Leitindex SMI am Mittwoch 1.62% höher bei 12’718.36 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf in einer relativ engen Spanne um die Marke von 12’700 Punkten geschwankt hatte. Der breite SPI beendete den Handel bei 17’742.64 Punkten, was einem Plus von 1.55% entspricht. 

Britische Inflation stabil, aber der Druck nimmt zu

Die britische Verbraucherpreisinflation lag im Februar mit 3% gegenüber dem Vorjahr unverändert auf dem Niveau vom Januar und entsprach damit den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen. Sie verharrte damit auf dem niedrigsten Stand seit März des Vorjahres. Die Bank of England rechnet nun damit, dass die Inflation bis zur Jahresmitte angesichts höherer, mit dem Nahost-Konflikt verbundener Energiekosten in Richtung 3.5% steigt. Eine Umfrage zu Beginn der Woche zeigte einen deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen in den Haushalten, während die Herstellerinnen und Hersteller von dem kräftigsten Kostenanstieg seit 1992 berichteten. Dies deutet darauf hin, dass mit Inkrafttreten neuer Energietarife im Juli zusätzlicher Preisdruck an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden könnte. Die Finanzmärkte preisen derzeit nahezu drei Zinserhöhungen der BoE um jeweils 0.25 Prozentpunkte in diesem Jahr ein. Viele Ökonominnen und Ökonomen erwarten jedoch, dass die Zentralbank angesichts der Belastung für das Wachstum eine abwartende Haltung einnimmt. Notenbankgouverneur Andrew Bailey warnte zudem davor, davon auszugehen, dass weitere Zinserhöhungen bereits ausgemacht seien.

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Quelle: InvestmentWorld.ch


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