LGT Navigator : Im Nachgang zur Nominierung des amtierenden US-Notenbankchefs Powell für eine zweite Amtszeit wird an den Kapitalmärkten nun mit einer schneller als bisher antizipierten Zinswende in den USA gerechnet.
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Dies setzt insbesondere die Technologiewerte unter Druck und führt zu Umschichtungen in Standardwerte. Im Euroraum zeigten unterdessen die aktuellen Einkaufsmanagerumfragen, dass ein etwas beschleunigtes Wirtschaftswachstum im November mit einem Rekordanstieg der Einkaufs- und Verkaufspreise einherging.
Die amerikanischen Aktienindizes gingen am Dienstag erneut verschiedene Wege. Während die Gewinnmitnahmen an der Technologiebörse Nasdaq zu weiteren Verlusten führten, profitierten der Dow und der S&P 500 von der Nachfrage nach Standardwerten. Der Dow Jones Industrial schloss +0.55% höher bei 35’813.80 Punkten und der marktbreite S&P 500 legte um +0.17% auf 4’690.70 Zähler zu. An der Nasdaq verbuchten die Indizes hingegen Tagesverluste von rund einem halben Prozent, womit zumindest etwa die Hälfte der Verluste während des Tages wieder aufgeholt werden konnten. Belastet werden die Technologieaktien von der Annahme einer schneller als bislang erwarteten ersten Zinserhöhung durch das Fed im nächsten Jahr. Nach der Nominierung von Jerome Powell für eine zweite Amtszeit als Präsident der US-Notenbank rechnen die Kapitalmärkte nun bereits mit drei US-Zinserhöhungen im kommenden Jahr. In der Folge stiegen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen zwischenzeitlich um mehr als 5 Basispunkte auf bis zu 1.68%.
In Asien tendierten die Aktienmärkte einmal mehr ohne einheitliche Richtung. Im Zentrum standen auch hier die gestiegenen Zinserwartungen. In Tokio fällt der Nikkei 225-Index, nach dem gestrigen Feiertag, zur Wochenmitte um rund -1.6%.
In Europa steht heute vor allem die monatliche Ifo-Geschäftsklimaumfrage im Fokus, während aus den USA das Protokoll des letzten geldpolitischen Entscheids der US-Notenbank erwartet wird. Am Donnerstag bleiben die US-Finanzmärkte dann wegen des Thanksgiving-Feiertages geschlossen.
«Wachstumsknick in der Eurozone zum Jahresende scheint unvermeidlich»
Gemäss den neusten Umfragewerten von IHS Markit hat sich die Stimmung der Unternehmen im Dienstleistungs- und Industriesektor im November entgegen den Erwartungen verbessert. Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) stieg um 1.6 auf 55.8 Punkte, während Analysten von einer Abschwächung auf 53.0 Zähler ausgegangen waren. Das etwas beschleunigte Wirtschaftswachstum in den 19 Euroländern ging laut IHS Markit mit einem Rekordanstieg der Einkaufs- und Verkaufspreise einher. Nach Einschätzung von IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson ist im Dezember angesichts der erhöhten Unsicherheit wegen den wieder steigenden Corona-Infektionszahlen und der anhaltenden Lieferengpässe wieder mit einer Abkühlung des wirtschaftlichen Trends in der Eurozone zu rechnen.
Inflationsrisiken verstärken sich laut EZB-Spitzenvertreterin
EZB-Direktorin Isabel Schnabel sieht das Risiko eines stärker als bisher antizipierten Inflationsanstiegs im Euroraum. Zwar könne nach wie vor davon ausgegangen werden, dass der Teuerungsschub nur vorübergehend sein werde und die Inflationsrate mittelfristig unter der von der EZB angepeilten Zielmarke von 2% liegen werde, jedoch sei das Risiko eher aufwärts gerichtet und die Unsicherheit hinsichtlich des Tempos und des antizipierten Ausmasses des Rückgangs habe zugenommen, so Schnabel in einem Interview mit Bloomberg. Im Auge hat die EZB dabei vor allem auch die Entwicklung der Löhne. Laut Schnabel seien Zweitrundeneffekte am Arbeitsmarkt noch nicht zu erkennen, die EZB wisse aber aus eigenen Studien, dass die Unternehmen selbst mit einer höheren Lohndynamik rechneten. Die EZB müsse deshalb «in der Lage sein, auf Überraschungen zu reagieren, sollten sie eintreten». Der Zentralbankrat wird am 16. Dezember letztmals in diesem Jahr ihre geldpolitische Ausrichtung kommunizieren.
USA öffnen strategische Ölreserve
Vor dem Hintergrund des rasanten Anstiegs der Energiepreise ordnete US-Präsident Joe Biden die Freigabe von 50 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Reserve an. Dem Weissen Haus zufolge erfolge der Schritt in Absprache mit China, Japan, Südkorea, Indien, und Grossbritannien, die ähnliche Massnahmen ergriffen haben. Die Brent-Rohöl-Futures machten frühe Verluste wett und stiegen heute Morgen um etwa +0.15% auf USD 82.40 pro Barrel, während die US-Rohöl-Futures um +0.33% auf USD 78.75 pro Barrel zulegten.
Wirtschaftskalender 24. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:45 | FR | Konjunkturstimmungsindex (November) | +107.0 |
| 10:00 | DE | Ifo-Geschäftsklimaindex (November) | +97.7 |
| 10:00 | SZ | ZEW-Konjunkturerwartungen (November) | +15.6 |
| 14:30 | USA | BIP Q3 (Revision, Q/Q) | +2.0% |
| 14:30 | USA | Konsumausgaben Q3 (Q/Q) | +1.6% |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) | 268’000 |
| 14:30 | USA | Aufträge dauerhafte Güter (Oktober, M/M) | -0.3% |
| 16:00 | USA | Verkäufe neuer Häuser (Oktober, M/M) | +14.0% |
| 16:00 | USA | Konsumentenstimmung Uni Michigan (November) | +66.8 |
| 20:00 | USA | FOMC-Protokoll |
Unternehmenskalender 24. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Deere & Co | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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