Image

Amundi : Globaler Investment Outlook H2 2023

Amundi: Globaler Investment Outlook H2 2023 – Chancen entlang eines unsicheren Wachstumspfads.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Amundi – Globaler Investment Outlook H2 2023


Vincent Mortier, CIO der Amundi-Gruppe


Schmaler und unsicherer Wachstumspfad: Das globale Wachstum wird sich weiter verlangsamen und seinen Tiefpunkt in der zweiten Jahreshälfte 2023 erreichen. Eine allmähliche Erholung wird in der ersten Jahreshälfte 2024 wahrscheinlicher.

Verlangsamung der Inflation: Die Inflation tendiert nach unten, dürfte aber bis Mitte 2024 über den Zielwerten der Zentralbanken bleiben. Das Risiko einer erneuten Beschleunigung halten wir für begrenzt, da die Geldpolitik für einen längeren Zeitraum restriktiv bleiben dürfte.

Qualität im Fokus: Investoren sollten das zweite Halbjahr mit Vorsicht angehen und sich auf Qualität in allen Bereichen konzentrieren. Für 2024 besteht Aussicht auf bessere Unternehmensgewinne. Das könnte Möglichkeiten für die Aufstockung von Risiko-Assets“ bringen.

Schwellenländer von West nach Ost: Anleger könnten Wachstumsvorteile von Schwellenländern mit entsprechenden Aktien und Anleihen mit Fokus auf Asien nutzen, um die Diversifizierung zu verbessern und von mittelfristigen Renditechancen zu profitieren.

Trotz eines relativ robusten Jahresbeginns geht Amundi von einer weiteren Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte 2023 aus. Wir prognostizieren für 2023 ein globales BIP-Wachstum von 2,9 %, wobei der Wachstumsunterschied zwischen Schwellen- und Industrieländern mit 3,3 Prozentpunkten gross bleibt. Wir gehen davon aus, dass sich das BIP-Wachstum in Industrieländern auf 0,9 % verlangsamen wird, während es sich in Schwellenländern auf 4,2 % beschleunigen dürfte. Für 2024 prognostizieren wir ein reales BIP-Wachstum von 2,5 % weltweit, 0,5 % in Industrieländern und 3,8 % in Schwellenländern.

Vincent Mortier, Group CIO von Amundi: „Angesichts der unklaren Wirtschaftsaussichten ist Qualität sowohl bei Aktien als auch bei Obligationen der Kompass, mit dem man sich in dieser unsicheren Phase orientieren kann. Ein Ende der Straffungspolitik durch die Fed und eine mögliche Abwertung des US-Dollars bieten gute Voraussetzungen für Schwellenländer-Anlagen zu Beginn der zweiten Jahreshälfte.“

Defend Monica AmundiMonica Defend, Head of Amundi Institute: „Die Zinspause spricht für Obligationen. Um Chancen auf den Aktienmärkten zu nutzen, sollten Investoren den Inflationspfad und die Ertragsaussichten bis 2024 besonders betrachten. Zudem sollten sie die Divergenzen zwischen den Märkten und Regionen ausloten.“

Zentrales szenario: geringes wachstum, rückläufige inflation auf hohem niveau

Die meisten Industrieländer werden die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung erst im zweiten Halbjahr 2023 spüren. Die Rezession der Unternehmensgewinne ist noch nicht eingetreten und die Aussichten für die Verbraucher verschlechtern sich.

In Europa erwarten wir, dass die Inflation bis Mitte 2024 deutlich über dem Zielwert liegen wird, dabei aber auf einem Abwärtstrend bleibt. Dieser wird durch ein unter dem Potenzial liegendes Wachstum in den Jahren 2023 und 2024 begünstigt, das auf die Straffung der Notenbankpolitik zurückzuführen ist. Die hartnäckige Kerninflation in Verbindung mit den restriktiven Kreditbedingungen wird die Ausgaben des privaten Sektors begrenzen. Wir prognostizieren für die Jahre 2023/2024 ein schwaches Wachstum in der Eurozone und im Vereinigten Königreich.

In den Vereinigten Staaten hat sich die Wirtschaft bisher als widerstandsfähig erwiesen. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich ab dem vierten Quartal 2023 eine leichte Rezession einstellen wird. Die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher wird eine Schlüsselvariable sein, die es zu beobachten gilt, da sich die Kreditbedingungen verschärfen und die Inflation im Laufe des Jahres über dem Zielwert liegen wird.

In Schwellenländern bleiben die wirtschaftlichen Bedingungen insgesamt fragil, aber die Wachstumstrends dürften sich im Vergleich zu Industrieländern als widerstandsfähiger erweisen. Vor allem Asien dürfte 2023 den Löwenanteil des Wachstums tragen (rund 70 %), und auch die ausländischen Direktinvestitionen dürften einen erheblichen Beitrag leisten. Die Region hat sich auch als autonomer und weniger anfällig erwiesen. In China und Indien könnte das moderate Wachstum auf strukturelle Veränderungen hin zu nachhaltigeren langfristigen Wachstumsmodellen hindeuten. Wir prognostizieren für China ein BIP-Wachstum von 5,7 % im Jahr 2023 und 4,3 % im Jahr 2024 und für Indien ein BIP-Wachstum von 6,0 % im Jahr 2023 und 5,5 % im Jahr 2024.

Straffungszyklus der zentralbanken neigt sich dem ende zu

Die Inflation geht allmählich und langsam zurück. Eine Rückkehr zu einem normalen Inflationsumfeld sehen wir für die unmittelbare Zukunft nicht, da sich die Kerninflation wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte 2024 dem Ziel der Zentralbanken annähern wird.

Die Zinssätze der Fed und der EZB befinden sich in der Nähe ihres zyklischen Höchststandes, wobei für 2023 keine Zinssenkungen erwartet werden. Stattdessen sehen wir für einen längeren Zeitraum einen restriktiven geldpolitischen Kurs. Die Liquidität sollte daher überwacht werden. In Schwellenländern ist die Geldpolitik uneinheitlicher, da die meisten Länder ihren Höchststand erreicht haben und China zu einer akkommodierenden Haltung übergeht, um das Wachstum zu stützen.

Auswirkungen auf investments: qualität wird sich durchsetzen

Die Märkte haben sich noch nicht auf eine Verschlechterung der Aussichten eingestellt. Die, abgesehen von wenigen Ausnahmen hoch bewerteten Risiko-Assets in Verbindung mit der Unsicherheit in Bezug auf Wachstum und Inflation erfordern zu Beginn des zweiten HalbjahrEs eine vorsichtige Asset Allocation. Um eine Erhöhung des Risikos zu rechtfertigen, müsste ein Teil dieser Unsicherheitsfaktoren auflösen, und die Marktpreise müssten sich den Wirtschafts- und Gewinnaussichten anpassen.

Anleihen und Cash: Qualitätsanleihen und Cash stehen im Fokus. Anleihen bleiben insgesamt risikodiversifizierend und Kernstaatsanleihen sind nach wie vor attraktiv. Investoren sollten bei Hochzinsanleihen vorsichtig bleiben und die Verschuldung und das Liquiditätsrisiko von Unternehmen im Auge behalten.

Schwellenländeranleihen bieten attraktive Renditen und Spreads attraktiv. Wir sind positiv gestimmt bei Hartwährungsanleihen. Ausserdem sollte man Einstiegsmöglichkeiten in Lokalwährungsanleihen suchen. Auch Schwellenländer-Hochzinsanleihen bieten ansprechende Bewertungen.

Aktien: Qualität ist zentral. Insgesamt bleiben wir bei Aktien zurückhaltend. Investoren sollten auf einen niedrigen Verschuldungsgrad, gesicherte Dividenden und stabile Erträge achten. In Industrieländern ist das aktuelle Risiko-Rendite-Profil insgesamt unattraktiv. Nach einem schwierigen ersten Halbjahr dürften Schwellenländer-Aktien im zweiten Halbjahr von einem besseren Umfeld profitieren. Es gibt wieder Chancen für Ertragswachstum, und die Bewertungen sind weiterhin attraktiv, wie z. B. bei chinesischen Aktien.

Schwellenländer-Anlagen: Der Wachstumsvorteil der Schwellenländer ist attraktiv. Schwellenländer-Anlagen sind der Schlüssel, um Portfolios breiter zu diversifizieren und Renditechancen zu nutzen. Entscheidend bleibt aber die Titelauswahl, da Schwellenländer ein fragmentiertes Universum sind. Im zweiten Halbjahr 2023 sehen wir Anlagechancen sowohl für Schwellenländeraktien als auch für -anleihen, vor allem in Asien und Lateinamerika. Mit einem mittelfristigen Horizont sollte man entsprechende Allokatioenn in asiatischen Assets aufbauen, insbesondere in China und Indien.

Quelle: AdvisorWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.