Asteria IM: Die Erde ist zu 70 % von Wasser bedeckt; das ist eine unvorstellbar grosse Menge.
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Von Natacha Guerdat, Managing Director Geschäftsführerin Aktien
Aber nur 3 % sind Süsswasser, und davon sind noch 75 % als Eis an den Polen gebunden. Diese lebenswichtige Ressource ist also letzten Endes rar und zudem nicht für alle Menschen gleichermassen zugänglich. 60 % der natürlichen Quellen liegen in nur neun Ländern. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist damit äusserst ungleich verteilt und wird ausserdem durch zahlreiche weitere Faktoren erschwert. Wasserverschwendung und Klimawandel führen dazu, dass die weltweit verfügbare Wassermenge immer kleiner wird. Hinzu kommen Umweltverschmutzung und weiter steigender Wasserverbrauch in den westlichen Gesellschaften. Das Weltwirtschaftsforum[1] hat bereits 2012 die „Wasserkrise“ unter die fünf grössten Gefahren für unsere Gesellschaft eingestuft.
Quelle: WRI, 2018
Planet & People
Mittlerweile leben rund 2,1 Milliarden Menschen, also 30 % der Weltbevölkerung, in Ländern, in denen Wasser sehr knapp ist. 785 Millionen Menschen haben immer noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder zur Sanitärversorgung. Laut UNICEF sterben jährlich 300.000 Kinder unter fünf Jahren an einer Durchfallerkrankung infolge schmutzigen Trinkwassers und unzureichender Abwasserentsorgung, und ihre Zahl steigt ständig an.
Nach Schätzungen der UNO werden bis 2025 mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung mit Wasserproblemen zu kämpfen haben. Der Zugang zu Trinkwasser ist aber die Voraussetzung für jede Entwicklung und ermöglicht erst die für ein gesundes Leben unverzichtbare Hygiene. Deshalb hat die UN-Vollversammlung sauberes Trinkwasser bereits 2015 an die sechste Stelle der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele gesetzt. Den Vereinten Nationen geht es darum, den „nachhaltigen Zugang zu sauberem Wasser und zur Sanitärversorgung für alle Menschen“ zu gewährleisten. Das Problem hat globale Auswirkungen und betrifft Schwellen- und Industrieländer gleichermassen.
| Land | Verbrauch der Privathaushalte |
| USA | 300 Liter pro Tag und Einwohner |
| Europa | 100 bis 200 Liter pro Tag und Einwohner |
| Entwicklungsländer | höchstens 10 Liter pro Tag und Einwohner |
Quelle: WRI, 2018
Wasserstress
Wasserstress entsteht dann, wenn die Nachfrage nach Wasser die in einem bestimmten Zeitraum verfügbare Menge übersteigt oder dessen Nutzung aufgrund schlechter Wasserqualität nur eingeschränkt möglich ist. Dieses Phänomen tritt häufig in niederschlagsarmen und bevölkerungsreichen Gebieten oder dort auf, wo intensiv Landwirtschaft oder Industrieproduktion betrieben wird. Die Experten des World Resources Institute (WRI) warnen davor, dass es bei weiter steigendem Wasserstress zu einer „Stunde null“ kommen könnte – also einer Situation, in der die Wasserversorgung aus den vorhandenen Reserven nicht mehr gedeckt werden kann. Eine solch angespannte Versorgungslage haben bereits 2018 die Einwohner von Kapstadt (Südafrika) erlebt.
Infrastruktur und Angebot
Angesichts der drängenden Probleme muss für ein nachhaltiges Wassermanagement rasch Kapital mobilisiert werden, um den Zugang zu Wasser zu verbessern und die vorhandenen Ressourcen effizienter zu nutzen. Laut Berechnungen des WRI sind zwischen 2015 und 2030 1,04 Milliarden USD erforderlich, um bis dahin die Wasserversorgung zu sichern. Die Probleme nicht anzugehen, würde erheblich teurer werden und könnte je nach Region zwischen 2 und 10 % des BIP kosten.
Quelle: WRI, 2018
Technologie und Nachfrage
Wie auch im Energiebereich ist es günstiger und effizienter, Wasser nachhaltiger zu nutzen, anstatt dessen Gewinnung zu steigern. Auch in punkto Nachfrage kann viel verbessert werden: beim Verbrauchsmanagement, der Aufbereitung oder der Filterung sowie der sicheren Wiederverwendung im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.
In vielen Sektoren, in denen Wasser eine wichtige Rolle spielt, wie z. B. der Halbleiterproduktion, ist es zudem von substanzieller Bedeutung für den Herstellungsprozess. Auf dem Weg zu einer „emissionsfreien“ Welt spielt die Versorgungssicherheit eine zunehmend wichtige Rolle. Wasser muss in die Klimastrategien einbezogen werden. Durch eine CO2-freie Wasserproduktion und
-aufbereitung können Emissionen erheblich gesenkt werden. Abwasser ist eine bisher nicht genutzte erneuerbare Energiequelle. Feuchtgebiete speichern ausserdem enorme Mengen CO2 – viel mehr als die meisten anderen Ökosysteme – und tragen damit zur Verlangsamung des Klimawandels bei.
Quelle : AdvisorWorld.ch
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