Raiffeisen Konjunkturcheck

Bisher kaum Bremsspuren bei den KMU

Der Raiffeisen KMU PMI notiert im Mai unverändert bei 59,1 Punkten und blieb damit auf hohem Niveau.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Raiffeisen KMU PMI


Die Geschäftslage der KMU ist nach wie vor positiv. Die Industrieproduktion brummt und die Beschäftigung ist im Mai deutlich gestiegen. Hohe Inflationsraten und steigende Zinsen bedrohen aber die Weltwirtschaft und damit auch die Schweizer Industriekonjunktur.

Der Raiffeisen KMU PMI notiert im Mai unverändert bei 59,1 Punkten und blieb damit auf hohem Niveau. Die Industrieaktivität fällt trotz der zahlreichen belastenden Faktoren demnach weiter robust aus. Die Produktion beispielsweise lief im Mai auf Hochtouren. Die entsprechende Subkomponente stieg von 56,7 auf 61,5 Punkte und damit den höchsten Stand seit letztem September. Die langen Lieferzeiten und die Materialteuerungen belasten zwar nach wie vor das Tagesgeschäft. Weil die KMU schon seit Monaten Vorprodukte auf Vorrat kaufen und die Einkaufslager aufstocken, gelingt es ihnen aber trotzdem die eingegangen Kundenaufträge abzuarbeiten. Die Kehrseite dieser Strategie sind höhere Lagerkosten. Und wenn alle auf Vorrat bestellen, werden die Lieferengpässe dadurch noch schlimmer. Im Mai ist die Subkomponente «Einkaufslager» jedenfalls erneut gestiegen.

Die hohe Geschäftsaktivität spiegelt sich zudem auch in der Beschäftigung wider. Die entsprechende Subkomponente ist von 55,1 auf 57,4 und damit das höchste Niveau seit einem Jahr gestiegen. Im Zusammenhang mit der hohen Produktionsdynamik berichten einige der befragten KMU von einer Verschärfung des Fachkräftemangels. «Die Suche nach Fachpersonal ist mehr als nur schwierig.» oder «Wir suchen Personal in der Produktion ohne Ende.» sind einige der Kommentare.

Der Indexstand des Raiffeisen KMU PMI blieb derweil trotzdem unverändert. Grund dafür ist die Wachstumsverlangsamung beim Auftragsbestand. Die Auftragskomponente verringerte sich von 60,9 auf 56,8 Punkte und liegt damit nun leicht tiefer als vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Das ist zwar immer noch ein guter Wert, aber die Abwärtsrisiken sind gross, denn das makroökonomische Umfeld ist deutlich anspruchsvoller geworden. Hohe Inflationsraten und steigende Zinsen bedrohen die Weltwirtschaft und damit auch die Industriekonjunktur, ebenso die Wachstumsverlangsamung in China und der Krieg in der Ukraine. Einige der von Raiffeisen befragten KMU weisen auch wieder auf die negativen Effekte der Frankenstärke hin, denn die Schweizer Währung ist in unsicheren Zeiten nach wie vor sehr gefragt.

Die Auftragsbücher sind indes nach wie vor prall gefüllt, was die KMU einige Monate lang vor Nachfrageproblemen abschirmt, falls dem Aufschwung die Luft ausgeht. Denn dann würde sie zunächst ihre Auftragspolster abarbeiten, bevor sie die Produktion herunterfahren müssten.

links: Raiffeisen KMU PMI Mai 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI Mai 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

Jan 22Feb 22Mär 22Apr 22Mai 22
Gesamtindex47.456.758.059.159.1
Auftragsbestand46.357.755.960.956.8
Produktion42.353.959.156.761.5
Beschäftigung46.250.852.955.157.4
Lieferfristen56.868.067.968.163.3
Einkaufslager52.255.557.454.456.7

50 = Wachstumsschwelle


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.