Federated Hermes : Die anhaltende Krise der Lebenshaltungskosten in Verbindung mit hohen Energiepreisen in den Wintermonaten, die ausgeprägte Verschärfung der finanziellen Bedingungen…
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Silvia Dall’Angelo, Senior Economist
die anhaltende politische Unsicherheit und eine wahrscheinliche Rezession in der EU belasten aktuell die Aussichten.
Silvia Dall’Angelo, Senior Economist, Federated Hermes Limited:
„Die schwachen BIP-Zahlen des Vereinigten Königreichs in dieser Woche sind derzeit das geringste Problem der Bank of England. Denn der Druck des Marktes, das Gilt-Kaufprogramm über den Freitag hinaus zu verlängern, nimmt zu. Es half nicht, dass die Bank verwirrende und widersprüchliche Aussagen zu ihren Absichten tätigte, die möglicherweise die internen Debatten über das bereits erwähnte Dilemma widerspiegeln – unter anderem in Bezug auf Inflation, Wachstum und Finanzstabilität.
Die Bank of England ist sich durchaus bewusst, dass die derzeitige widersprüchliche Politik – Straffung der Geldpolitik einerseits und Ankauf langfristiger Anleihen andererseits, um die Finanzmärkte zu stabilisieren – nicht tragbar ist. Sie versucht nun, den Schwerpunkt wieder auf die hohe Inflation zu verlagern, da sich das Zeitfenster, in dem sie bekämpft werden kann, angesichts der zunehmenden Rezessionssignale immer weiter schließt. Ob die Entwicklungen auf den Finanzmärkten dies zulassen werden, steht auf einem anderen Blatt.
Die anhaltende Krise der Lebenshaltungskosten in Verbindung mit hohen Energiepreisen in den Wintermonaten, die ausgeprägte Verschärfung der finanziellen Bedingungen, die anhaltende politische Unsicherheit und eine wahrscheinliche Rezession in der EU (nach wie vor der wichtigste Handelspartner des Vereinigten Königreichs) belasten die Aussichten. Auch wenn das Steuerpaket zwecks Energiepreisstopp für Haushalte und Unternehmen (im Wert von etwa 130 Mrd. £) die kurzfristigen Auswirkungen begrenzen wird.
In unserem Basisszenario wird die Rezession bis zum 1. Quartal 23 andauern, wobei das BIP im Jahr 2023 insgesamt leicht schrumpfen wird (-0,2 %). Die Risiken liegen auf der Abwärtsseite. In einem strengen Winter ist das Risiko härterer Maßnahmen wie Stromabschaltungen erheblich. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass die politische Unsicherheit vollständig ausgeräumt wird, da die Regierung darum ringt, ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den verunsicherten Finanzmärkten wiederherzustellen.“
Geir Lode, Head of Global Equities, Federated Hermes Limited:
„Die Erwartungen an das dritte Quartal der Berichtssaison sind gering: Die Marktteilnehmer rechnen mit einem Gewinnwachstum von etwa 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Vergangenheit haben die meisten Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen, aber in diesem Quartal waren die Unternehmen mit einer Reihe von Widrigkeiten konfrontiert. Wie in den vorangegangenen Quartalen haben wir eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, Arbeitskräftemangel und steigende Inputkosten zu verzeichnen. Hinzu kommen zunehmende geopolitische Spannungen, der Russland-Ukraine-Krieg, Chinas Zero-Covid-Politik, Engpässe in der Lieferkette und ein sehr starker US-Dollar – all dies beeinträchtigt die Unternehmensgewinne. Der Hurrikan Ian in Florida könnte sich auch auf Versicherungsunternehmen auswirken und hat zu Markteinbrüchen geführt. In diesem wachstumsschwachen, aber inflationären Wirtschaftsumfeld werden die Prognosen der Unternehmen und die Fähigkeit, Preise weiterzugeben und Margen aufrechtzuerhalten, die Aktienkurse bestimmen. Unerwartete Enttäuschungen werden große Auswirkungen auf die Aktienkurse haben.
Die US-Notenbank wird die Zinsen weiterhin erhöhen, bis die Inflation dauerhaft in Richtung des angestrebten Ziels sinkt. Solange der Arbeitsmarkt nicht zusammenbricht, konzentriert sich die Zentralbank darauf, die hohe Inflation, die dem langfristigen Wachstum und der Stabilität schadet, zu verringern. Eine Rezession könnte notwendig sein, um das langfristige Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Es gibt erste Anzeichen für eine geringere Liquidität auf den Anleihemärkten, was zu höheren Spreads und gestiegenen Fremdfinanzierungskosten zusätzlich zu den höheren Zinssätzen für Unternehmen führt.
Angesichts höherer Zinssätze und eines höheren Risikos künftiger Gewinnenttäuschungen sollten sich Anleger auf Aktien mit niedrigem Multiplikator und starken Bilanzen konzentrieren. Höhere Zinssätze allein steigern auch die Attraktivität von Value-Titeln mit niedrigem Multiplikator. Anleger sollten sich weniger auf Aktien mit hohem Multiplikator konzentrieren, deren Umsätze und Erträge auf US-Dollar-Basis begrenzt sind.“
Quelle: BondWorld
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