Goldman Sachs AM : Globale Umfrage zeigt: Family Offices bleiben trotz zunehmender geopolitischer und handelspolitischer Risiken optimistisch und halten ihre Portfolioallokationen stabil.
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Meena Flynn, Co-Head of Global Private Wealth Management und Co-Head von One Goldman Sachs.
Family Office Investment Insights Report
Die Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE: GS) hat heute die dritte Ausgabe ihres Family Office Investment Insights Report mit dem Titel Anpassung an die Marktlandschaft im Rahmen der One Goldman Sachs Family Office Initiative veröffentlicht. Grundlage sind die Einschätzungen von 245 Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Family Offices. Das ist die bislang höchste Beteiligung in der Geschichte der Umfrage. Der Report bietet einen umfassenden Einblick, wie Family Offices weltweit mit dem komplexen Anlageumfeld umgehen.
«Family Offices zeigen eine bemerkenswerte Konstanz in ihrem Investitionsansatz, auch wenn sie Besorgnis über geopolitische Spannungen und protektionistische Handelspolitik äussern», kommentiert Meena Flynn, Co-Head of Global Private Wealth Management und Co-Head von One Goldman Sachs. «Mit der bisher umfassendsten Erhebung unterstreichen die Ergebnisse 2025, wie die langfristige Orientierung und Flexibilität von Family Offices es ihnen ermöglichen, Volatilität zu bewältigen und gleichzeitig Chancen zu nutzen.»
Zentrale Ergebnisse
- Stabile Allokationen: Portfolios blieben im Wesentlichen unverändert gegenüber 2023. Aktien (börsennotiert) stiegen auf 31% (von 28%), während alternative Anlagen leicht von 44% auf 42% zurückgingen. Moderate Zuwächse bei Private Credit, Anleihen sowie Private Real Estate & Infrastruktur kompensierten teilweise den leichten Rückgang bei Private Equity.
- Geopolitik im Fokus: 61% der Befragten nannten geopolitische Konflikte als grösstes Investitionsrisiko, gefolgt von politischer Instabilität (39%) und wirtschaftlicher Rezession (38%).
- Kapitalallokation: Mehr als ein Drittel der Family Offices plant, ihre aktuell 12% Barmittel zu reduzieren und in risikobehaftete Anlagen umzuschichten. Am stärksten wollen sie Private Equity (39%), Aktien (38%) und Private Credit (26%) ausbauen.
- Technologie übergewichtet: 58% erwarten, ihre Portfolios in den kommenden 12 Monaten im Technologiesektor überzugewichten.
- Breite Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI): 86% haben Engagements in KI, vor allem über Aktien, wobei viele Bedenken hinsichtlich der Bewertungen äußern.
- Wachsendes Interesse an Kryptowährungen: 33% investieren bereits in Kryptowährungen (26% in 2023), besonders starkes Interesse besteht in APAC.
Ausblick
Wie bereits 2023 bleibt geopolitischer Konflikt das am häufigsten genannte Investitionsrisiko: 61% der Befragten zählen es zu ihren Top-3-Sorgen (75% in APAC), 66% erwarten steigende Risiken im nächsten Jahr. Politische Instabilität (39%) und Rezession (38%) folgen, während globale Zölle (35%) ebenfalls hoch im Kurs stehen. Die Mehrheit sieht höhere Zölle inzwischen als «neue Normalität»: 77% erwarten stärkeren Protektionismus, 70% rechnen mit gleichbleibenden oder steigenden Zollsätzen. Dennoch beurteilen die Befragten die fundamentalen Treiber globales Wachstums sowie langfristige Investmentthemen weiterhin als intakt.
Aktuelle Asset-Allokationen
Trotz der Bedenken bleiben Family Offices stark in risikobehafteten Anlagen investiert. Durchschnittliche Allokationen (Rundungsdifferenzen möglich):
- Aktien (börsennotiert): 31% in 2025 (28% in 2023).
- Alternative Anlagen: 42% in 2025 (44% in 2023), darunter:
- Private Equity: 21% (26% in 2023).
- Private Real Estate & Infrastruktur: 11% (9% in 2023).
- Private Credit: 4% (3% in 2023).
- Hedgefonds: stabil bei 6%.
- Anleihen: 11% (10% in 2023).
- Rohstoffe: stabil bei 1%.
- Barmittel (exkl. US-Staatsanleihen): 12% (unverändert).
Die Trends in der Asset-Allokation bleiben stabil mit moderaten Anpassungen angesichts sich wandelnder Marktbedingungen. Allokationen in Aktien stiegen wieder auf das Niveau von 2021, während Private Equity zurückging, da verhaltene Exits die Kapitalzusagen belasteten. Die größte Veränderung zeigte sich bei Family Offices in Amerika, die mit 25% den höchsten Anteil in Private Equity halten, verglichen mit 22% in EMEA und 15% in APAC. Dieser Trend beginnt sich jedoch umzukehren, wie die zukünftigen Allokationspläne zeigen.
Gleichzeitig nahmen die Allokationen in Private Real Estate & Infrastruktur sowie Private Credit leicht zu – ein Beleg für die Nachfrage nach laufenden Erträgen. Fast die Hälfte der Befragten (44%) investiert dabei hauptsächlich direkt in Private Real Estate und nutzt ihre operative Expertise, während sie bei anderen alternativen Anlagen weiterhin überwiegend auf externe Manager setzen.
Private Credit hat sich als zentrales Wachstumsfeld herauskristallisiert. Der Anteil der Family Offices ohne Engagement in Private Credit sank von 36% in 2023 auf 26%, da Investoren von den hohen Zinsen und der wahrgenommenen Absicherung gegen Abwärtsrisiken neben weiteren attraktiven Faktoren profitieren wollen. Während die Allokationen in Hedgefonds global im Durchschnitt stabil blieben, zeigt sich in EMEA und APAC ein deutlich stärkeres Interesse der Family Offices, die Anlageklasse auszubauen. Regional sind die Portfolios weiterhin stark auf die USA ausgerichtet. Ausserhalb ihres Heimatmarktes investieren Family Offices jedoch am häufigsten in nahegelegene Regionen: 89% der EMEA-Befragten in die Eurozone und 80% der APAC-Befragten in China.
«Family Offices bevorzugen weiterhin Investmentstrategien, die strukturelle Resilienz mit höheren Risikoprämien verbinden», so Tony Pasquariello, Global Head of Hedge Fund Coverage und Co-Head von One Goldman Sachs. «Ihre Allokationen in Hedgefonds und Private Markets spiegeln das langfristige Ziel wider, Kapital zu erhalten und gleichzeitig Wachstum zu ermöglichen.»
Zukünftige Asset-Allokation
Mit Blick nach vorne erwarten Family Offices stabile strategische Allokationen mit gezielten Anpassungen, die Geduld mit Chancen verbinden:
- 39% erwarten, ihre Allokationen in Private Equity zu erhöhen und die kontinuierlichen, programmatischen Zusagen fortzusetzen, wenn auch in einem etwas langsameren Tempo.
- 38% erwarten, die Allokationen in Aktien zu erhöhen. Dies signalisiert Vertrauen in langfristiges Wachstum.
- 34% planen, Barmittel zu reduzieren und Kapital in risikobehaftete Anlagen umzuschichten.
- 26% beabsichtigen, Private Credit zu erhöhen. Das ist Ausdruck der Nachfrage nach laufenden Erträgen und massgeschneiderten Finanzierungslösungen.
Einige sichern sich zudem gegen Extremrisiken ab, etwa durch geografische Diversifikation, Gold oder andere Sachwerte. Insgesamt bleibt das Bild jedoch von Stabilität geprägt.
«Family Offices signalisieren Vertrauen in langfristiges Wachstum und bleiben zugleich diszipliniert in ihrem Vorgehen», kommentiert Sara Naison-Tarajano, Global Head of Apex and Private Wealth Management Capital Markets und Co-Head der One Goldman Sachs Family Office Initiative. «Sie sind bereit, Kurs zu halten – sich aber auch verstärkt auf Bereiche wie Private Credit und Aktien zu konzentrieren, wo sie überzeugende Renditechancen sehen. Das geduldige Kapital von Family Offices erlaubt es ihnen, an der Spitze der Innovation zu investieren. Viele unserer Kundinnen und Kunden verfügen zudem über die nötige Expertise, direkt in Private Placements und andere massgeschneiderte Möglichkeiten zu investieren.»
Thematische Schwerpunkte
«Family Offices integrieren KI sowohl als Investmentthema als auch als Werkzeug zur Weiterentwicklung ihrer eigenen Prozesse», sagt Ken Hirsch, Co-Chairman der Global Technology, Media & Telecom Group und Co-Head der One Goldman Sachs Family Office Initiative. «Neben Technologie sind sie zunehmend in Bereichen wie digitale Assets, Secondaries und Sport aktiv. Das ist ein Beleg für die Bereitschaft, Innovation anzunehmen und neue Wertschöpfungsquellen zu erschliessen.»
- AI: Über die Hälfte (58%) erwartet, Technologie insgesamt in den nächsten 12 Monaten zu übergewichten. 86% investieren in KI und 51% nutzen KI bereits in ihren Investmentprozessen, mit wachsendem Fokus auf Sekundärprofiteure.
- Digitale Assets: Ein Drittel (33%) investiert inzwischen in Kryptowährungen (gegenüber 26% in 2023). APAC führt mit 39%, die zukünftige Allokationen in digitale Assets erwägen. 11% nutzen Krypto global zur Absicherung gegen Extremrisiken.
- Secondaries: 72% der Family Offices investieren in Secondaries (vs. 60% in 2023), häufig mit Zugang zu reiferen Portfolios, kürzerer Duration und höherer Transparenz.
- Sport: Ein wachsendes Investmentthema. 25% haben bereits investiert, weitere 25% zeigen Interesse, 71% fokussieren sich auf Profi-Ligen für Männer, 61% sehen Medien und Content als wichtigsten Treiber künftiger Wertschöpfung.
«Die inhärente Flexibilität und das langfristige Kapital von Family Offices ermöglichen es ihnen, früh in Innovationsfeldern zu investieren. Sie können als First Mover agieren, durch Drawdowns investiert bleiben und langfristig in einzigartige Vermögenswerte investieren», so Flynn. «Ohne externe Investoren können sie auch Engagements eingehen, die eine Dekade oder länger bis zur Reife benötigen, und diese mit tief verankerten Familienwerten in Einklang bringen. Bei Goldman Sachs ist es unser Anspruch, Family Offices als Partner zu begleiten und ihnen unser gebündeltes Know-How sowie die globalen Ressourcen bereitzustellen, die sie benötigen, um Chancen zu nutzen und ihre Ziele zu erreichen.»
Quelle : InvestmentWorld
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