Nach der kurzen Omikron-Delle hat sich die Stimmung bei den Schweizer KMU aus der Industrie schnell wieder zum Besseren gedreht.
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Raiffeisen KMU PMI
Der Raiffeisen KMU PMI erholte sich im Februar von 47,4 auf 56,7 Indexpunkte. Von Euphorie ist nach dem Ende der Coronamassnahmen aber keine Spur. Die anhaltenden Lieferprobleme und die jüngst stark gestiegenen Gaspreise trüben die Stimmung.
Die Geschäftslage der Schweizer KMU aus der Industrie hat sich nach dem Omikron-Sturm zu Jahresbeginn schnell wieder erholt. Das zeigt der Raiffeisen KMU PMI, der im Februar von 47,4 auf 56,7 Indexpunkte zulegen konnte. Am stärksten legten die Komponenten zum Auftragsbestand (von 46,3 auf 57,7) und zum Produktionsvolumen (von 42,3 auf 53,9) zu. Auch die Beschäftigung war im Februar nicht mehr rückläufig. Allerdings notierte die entsprechende Komponente mit 50,8 nur knapp in der Wachstumszone.
Die KMU sind also wieder optimistischer geworden, nicht zuletzt, weil die allermeisten Coronamassnahmen aufgehoben wurden. Von Aufbruchstimmung kann aber nur bedingt die Rede sein. Denn die Problematik mit den Lieferengpässen, z.B. bei elektronischen Komponenten, hält weiter an, wie zahlreiche von Raiffeisen befragte KMU beklagen Die Lieferfristen, also die Zeitspanne zwischen der Kundenbestellung und dem Endversand, haben zuletzt erneut deutlich zugenommen. Die entsprechende Komponente im Raiffeisen KMU PMI nahm von 56,8 auf 68 Indexpunkte zu. Die Einkaufspreise tendieren weiter nach oben. Gleichzeitig führen die langen Lieferzeiten auch zu höheren Lagerkosten, wie der Geschäftsführer einer Maschinenbaufirma im Rheintal erklärt: «Wegen den langen Lieferfristen müssen wir überdurchschnittlich viel Material einkaufen. Dadurch wird viel Kapital im Lager gebunden, weshalb unsere Liquidität stark unter Druck ist».
Neben der Lieferproblematik belasten auch die steigenden Energiekosten zunehmend die Unternehmensstimmung. Laut Bundesamt für Statistik fielen die Gaspreise für Firmenkunden im Januar um durchschnittlich 25 % höher aus als im Vormonat. Die Mehrheit der Industriebtriebe setzt zwar überwiegend auf Strom, der sich im Januar «nur» um 2 % verteuert hat. In den besonders energieintensiven Branchen «Papier», «Metallerzeugung und -bearbeitung», «Glas & Keramik» sowie «Chemie» machen die Gaskosten i.d.R. aber immerhin zwischen 2,5 % bis 7,5 % der Wertschöpfung aus. Für einzelne Unternehmen können höhere Gaspreise daher durchaus zu einer grossen Belastung werden, wenn der Preisdruck über längere Zeit anhält. In der restlichen Industrie sind die Energiekosten zwar deutlich geringer. Doch auch hier droht angesichts der Eskalation im Ukraine-Konflikt und der damit einhergehenden Aussicht auf weiterhin erhöhte Gas- und Ölpreise eine spürbare Zunahme der Energiekosten. Darüber hinaus sind die KMU wieder mit einem erstarkten Franken konfrontiert. Der Eurokurs ist Ende Februar aufgrund der jüngsten geopolitischen Entwicklungen auf den tiefsten Stand seit 2015 gefallen.

links: Raiffeisen KMU PMI Februar 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)
Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)
| Okt 21 | Nov 21 | Dez 21 | Jan 22 | Feb 22 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtindex | 51.7 | 55.3 | 55.9 | 47.4 | 56.7 |
| Auftragsbestand | 49.2 | 55.1 | 58.0 | 46.3 | 57.7 |
| Produktion | 51.6 | 52.2 | 52.2 | 42.3 | 53.9 |
| Beschäftigung | 50.0 | 50.7 | 51.5 | 46.2 | 50.8 |
| Lieferfristen | 60.7 | 70.6 | 68.1 | 56.8 | 68.0 |
| Einkaufslager | 49.2 | 50.0 | 49.3 | 52.2 | 55.5 |
50 = Wachstumsschwelle
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