LGT Navigator : Die globalen Aktienmärkte tendierten zur Wochenmitte verhalten fester, wobei die asiatischen Börsen am Mittwoch leicht zulegten.
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Auslöser war eine Erholung der Technologiewerte – insbesondere in Japan – nach Anzeichen einer Stabilisierung an der Wall Street. Besser als erwartete japanische Handelsdaten für Januar stützten den Nikkei, während ein unveränderter geldpolitischer Entscheid der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) auf ein weiterhin unterstützendes geldpolitisches Umfeld in der Region hinwies. Die europäischen Indizes legten am Dienstag zu, gestützt durch verbesserte Umfragedaten, die auf eine zaghafte Erholung in Deutschland hindeuten. Am Rohstoffmarkt hielten sich die Ölpreise in der Nähe der jüngsten Niveaus, nachdem sie am Dienstag in der Hoffnung auf Fortschritte in den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran nachgegeben hatten. Der Goldpreis lag am Mittwoch mit rund USD 4930 je Unze höher und erholte sich damit von den Verlusten des Vortags, während der US-Dollar zulegte und die Renditen von US-Staatsanleihen entlang der Kurve leicht anzogen.
Die asiatischen Aktienmärkte legten am Mittwoch leicht zu, da Technologiewerte – vor allem in Japan – einen Teil ihrer jüngsten, von künstlicher Intelligenz getriebenen Verluste wettmachten, während die Handelsvolumen verhalten blieben, da die Börsen in China, Südkorea, Hongkong und Singapur wegen der Feiertage zum chinesischen Neujahr geschlossen waren. Australiens ASX 200 gewann 0.5%, unterstützt von Kursgewinnen der Biotechfirma CSL nach einem Lizenzabkommen mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly, während Minen- und Energieunternehmen wie BHP Group, Santos und Suncorp nach gemischten Ergebnisvorlagen nachgaben. In Indien veränderte sich der Nifty 50 kaum. In der Geldpolitik beliess die RBNZ ihren Leitzins am Mittwoch unverändert bei 2.25%, nachdem sie ihn Ende November um 0.25 Prozentpunkte gesenkt hatte, und signalisierte, dass die Geldpolitik unterstützend bleiben dürfte, während sich die Inflation schrittweise dem Zielbereich annähert.
Japanische Exporte erreichen Drei-Jahres-Hoch
Japans Nikkei 225 legte um mehr als 1% zu, gestützt durch Schnäppchenjägerinnen und Schnäppchenjäger nach kräftigen Verlusten zu Wochenbeginn sowie durch stärker als erwartet ausgefallene Aussenhandelsdaten für Januar, die einen deutlichen Anstieg der Exporte zeigten, obwohl die Importe zurückgingen und das Land weiterhin ein Handelsdefizit verzeichnete. Die japanischen Exporte stiegen im Januar im Jahresvergleich um 16.8% und damit so stark wie seit Ende 2022 nicht mehr, wie aus Daten vom Mittwoch hervorging. Sie übertrafen den Zuwachs von 5.1% im Dezember deutlich und lagen klar über den Markterwartungen. Getrieben wurde der Anstieg von einem 32%igen Sprung der Exporte nach China nach einem Zuwachs von 5.6% im Dezember sowie einem Plus von rund 26% in Richtung Asien insgesamt und von mehr als 25% nach Westeuropa, was einen Rückgang der Lieferungen in die USA um 5% nach einem Minus von 11.1% im Dezember mehr als ausglich.
US-Aktienmärkte von KI-Sorgen gebremst
Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag uneinheitlich, da Sorgen über die disruptiven Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Softwarebranche nach dem langen Feiertagswochenende auf die Stimmung drückten. Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem minimalen Plus von 0.1% bei 49’533.19 Punkten praktisch unverändert, während der technologieorientierte Nasdaq 100 um 0.1% auf 24’701.60 Punkte nachgab, nachdem er im Handelsverlauf den tiefsten Stand seit fast drei Monaten markiert hatte. Der S&P 500 legte um 0.1% auf 6843.22 Punkte zu, nachdem er zwischenzeitlich auf das niedrigste Niveau seit Mitte Dezember gefallen war. Aktien grosser Softwareanbieterinnen und Softwareanbieter wie Salesforce, Microsoft und Oracle gaben nach, begleitet von breiteren Verlusten bei Werten wie Intuit, MongoDB, Crowdstrike, Cadence Design Systems und Synopsys, da Anlegerinnen und Anleger die Belastbarkeit der Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund immer leistungsfähigerer KI-Werkzeuge neu bewerteten.
Deutsche Konjunkturstimmung stabilisiert sich im Februar
Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland blieb im Februar auf hohem Niveau und lag bei 58.3 Punkten, was einem leichten Rückgang um 1.3 Punkte gegenüber Januar entspricht, wie Umfrageergebnisse vom Dienstag zeigten. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verbesserte sich dagegen spürbarer und stieg um 6.8 Punkte auf minus 65.9 Punkte. Dies signalisiert, dass Deutschland trotz anhaltender struktureller Herausforderungen für Industrie und private Investitionen in eine Phase der zögerlichen Erholung eingetreten ist. Unterdessen stieg die deutsche Inflationsrate, gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI), im Januar gegenüber dem Vorjahr auf 2.1%, nach 1.8% im Dezember, und damit leicht über das 2%-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Der DAX legte am Dienstag um 0.8% zu, während der breiter gefasste Euro Stoxx 50 ebenfalls 0.8% gewann. Frankreichs CAC 40 stieg um 0.5%, und der Swiss Market Index rückte um 0.8% vor.
Arbeitslosigkeit im Vereinigten Königreich steigt, Lohnwachstum kühlt sich ab
Die Arbeitslosigkeit im Vereinigten Königreich stieg in den drei Monaten bis Dezember auf 5.2%, nach 5.1% im Zeitraum bis November, und erreichte damit gemäss Daten vom Dienstag den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Der Anstieg spiegelt ein verhaltenes Wirtschaftswachstum wider, da Unternehmen vor dem Hintergrund höherer Kosten nach den Budgeterhöhungen im vergangenen Jahr bei den Arbeitgeberbeiträgen zur National Insurance und beim Mindestlohn ihre Neueinstellungen zurückfahren. Das jährliche Lohnwachstum verlangsamte sich auf 4.2% und erreichte damit das schwächste Tempo seit fast vier Jahren, obwohl die Löhne im öffentlichen Sektor um 7.2% zulegten. Der schwächere Lohndruck könnte der Bank of England weiteren Spielraum für Zinssenkungen geben, während die rasche Einführung künstlicher Intelligenz insbesondere für junge Stellensuchende den Zugang zu Einstiegspositionen zusätzlich erschweren dürfte.
Ölpreise nach Rückgang infolge der US-Iran-Gespräche stabil
Die Ölpreise zeigten sich im asiatischen Handel am Mittwoch weitgehend unverändert, nachdem die Preise für Brent und West Texas Intermediate am Dienstag um nahezu 2% bzw. 1% gefallen waren. Auslöser waren Anzeichen von Fortschritten in den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran, welche die wahrgenommenen Angebotsrisiken verringerten und die Risikoprämien einengten. Brent-Rohöl-Futures hielten sich nach den starken Verlusten vom Dienstag in der Nähe von USD 67.54 je Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) um USD 62.33 je Barrel gehandelt wurde. Medienberichte, wonach Washington und Teheran sich am Dienstag in den Gesprächen auf grundlegende Prinzipien geeinigt hätten, schürten die Erwartungen an ein mögliches Abkommen, das letztlich zu einem höheren Angebot an iranischem Rohöl führen könnte, auch wenn der iranische Aussenminister betonte, dass eine endgültige Vereinbarung noch nicht in Sicht sei.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Glencore.
Konjunkturdaten im Fokus: Verbraucherpreisindex Grossbritannien (08:00), Verbraucherpreisindex Frankreich (08:45), langlebige Wirtschaftsgüter USA (14:30), Baubewilligungen USA (14:30), Baubeginne USA (14:30), Industrieproduktion verarbeitendes Gewerbe USA (15:15) und geldpolitisches Sitzungsprotokoll der US-Notenbank (20:00).
Quelle: InvestmentWorld.ch
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