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LGT Navigator: Die EZB in der Zwickmühle

LGT Navigator : Die Europäische Zentralbank (EZB) wird heute ihren geldpolitischen Richtungsentscheid bekannt geben. Dabei steckt die Notenbank mit einem durch den Krieg in der Ukraine stark veränderten Umfeld gewissermassen in einer Zwickmühle.

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Einerseits sorgt der Konflikt mit Russland für massiv höhere Unsicherheiten, andererseits verstärken die in der Folge stark gestiegenen Rohstoffpreise die bereits im Vorfeld verschärfte Inflationsdynamik. Neben dem EZB-Entscheid und dem weiteren Verlauf der Ukraine/Russland-Krise stehen heute auch die neusten Inflationsdaten aus den USA im Mittelpunkt.

Die EZB dürfte eigentlich die Normalisierung ihrer Geldpolitik auf dem Plan gehabt haben. Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen geo- und energietechnischen Unsicherheiten könnten nun aber dieses Vorhaben durchkreuzen. Mit einer baldigen Anhebung der Leitzinsen muss angesichts des Stagflationsrisikos wohl im Augenblick nicht gerechnet werden. Vielmehr könnte EZB-Chefin Lagarde, die ohnehin eine «dovische» Geldpolitik propagierte, eine weiterhin abwartende Haltung einnehmen. Die Herausforderung für die Zentralbanken und insbesondere die EZB wird sein, ihre Glaubwürdigkeit in puncto Inflationsbekämpfung nicht zu verlieren. Mit Spannung werden die Kapitalmärkte diesbezüglich die Pressekonferenz (14:30 Uhr MEZ) sowie die mittelfristigen Inflationsprognosen der EZB verfolgen.

Börsen legen fulminante Erholungsrally hin

Europas Börsen lancierten zur Wochenmitte dank der Hoffnung auf eine vorsichtige Annäherung zwischen Russland und der Ukraine eine eindrückliche Erholung. Der EuroStoxx 50 legte um knapp +7.5% auf 3’766.02 Punkte zu und machte damit einen guten Teil der vorangegangenen Verluste wieder wett. In New York erholten sich die Aktienindizes ebenfalls. Der Dow Jones Industrial schloss +2.0% höher bei 33’286.25 Punkten und der S&P 500 legte um +2.57% auf 4’277.88 Zähler zu. An der Nasdaq verbuchten die Indizes einen noch kräftigeren Anstieg um rund +3.5%. Auch an Asiens Aktienmärkten setzte sich die Erholung fort. In Tokio notiert der 225 Aktien umfassende Nikkei-Index im Vergleich zum Vortag fast +4% höher. 

Ein Hintergrund der Entlastungsrally ist sicherlich der Rückgang der Ölpreise nach dem jüngsten Höhenflug. Der Preis für die US-Sorte WTI sank um mehr als -11%. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 1.94%. Der Goldpreis fiel am Mittwoch wieder unter die Marke von USD 2’000. Am Dienstag erreichte das gelbe Metall mit USD 2’070 den höchsten Stand seit August 2020.

Wie lange die Entspannung an den Kapitalmärkten anhalten wird, ist aber äusserst fraglich, denn wie der weitere Verlauf des Konflikts in der Ukraine und zwischen dem Westen und Russland andauern wird, bleibt schwierig zu beantworten. Zudem dürften die Konsequenzen steigender Energie- und Rohstoffpreise für das globale Wirtschaftswachstum, die Inflationsaussichten sowie die Geldpolitik der grossen Zentralbanken noch lange spürbar bleiben.

Spitzentreffen nährt Hoffnung auf Annäherung im Ukraine-Krieg

Heute sollen der russische Aussenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Amtskollege Dmytro Kuleba zu Gesprächen in der Türkei zusammentreffen. Medienberichten zufolge könnte die Ukraine bereits sein, über einen Neutralitätsstatus zu verhandeln. Der Kreml soll im Gegenzug keinen Machtwechsel mehr in der Ukraine anstreben.

Russlands Zentralbank schränkt Devisenhandel ein

Die russische Notenbank sieht sich vor dem Hintergrund der Sanktionen gezwungen, den Devisenhandel drastisch einzuschränken. Russische Banken dürfen demnach kein ausländisches Bargeld mehr an Bürger ausgeben. Zudem dürfen Bankkunden von sämtlichen Fremdwährungskonten nur noch Beträge bis zu USD 10’000 abheben.

Wirtschaftskalender 10. März

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHSECO Wirtschaftsprognosen 
11:00EUTreffen Staats- und Regierungschefs 
13:45EZZinsentscheid 
14:30EZEZB Pressekonferenz 
14:30USAVerbraucherpreise (Februar, M/M)+0.6%
14:30USAVerbraucherpreise (Februar, J/J)+7.5%
14:30USAKern-Verbraucherpreise (Februar, J/J)+6.0%
14:30USAErstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentlich)215’000

Unternehmenskalender 10. März

LandUnternehmenPeriode
CHClariantJahreszahlen
DEHugo BossJahreszahlen
DEHannover RückJahreszahlen
DEK+SJahreszahlen
ITAutogrillJahreszahlen
USAEbayInvestor Day

 Quelle: BondWorld.ch


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