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LGT Navigator : Iran-Konflikt und Ölpreissprung belasten Aktienmärkte

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LGT Navigator : Die eskalierende militärische Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran hat zu Beginn der Woche eine deutliche Umschichtung in sichere Häfen ausgelöst und die Ölpreise stark nach oben getrieben.

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US- und europäische Aktien gaben am Freitag nach stärker als erwartet ausgefallenen US-Erzeugerpreisen nach, und die asiatischen Märkte notierten am Montag mehrheitlich im Minus. Während sichere Häfen wie der US-Dollar und Gold zulegten, richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf einen vollen Makrokalender mit globalen Einkaufsmanagerindizes, der Inflation im Euroraum und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, die in den kommenden Tagen wichtige Signale für die Konjunktur- und geldpolitische Perspektive liefern dürften.

US-amerikanische und israelische Streitkräfte töteten Irans Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei am Samstag bei gross angelegten Angriffen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel und mehrere Golfstaaten, in denen US-Stützpunkte stationiert sind, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien. Mehr als 200 Menschen sollen im Iran ums Leben gekommen sein, zudem wurden drei US-Soldaten getötet, während in Teheran ein vorläufiger Führungsrat die Amtsgeschäfte übernommen hat, da die Unsicherheit über Khameneis Nachfolge wächst. An den Märkten kam es zu Wochenbeginn zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach sicheren Häfen, der US-Dollar-Index legte um 0.5% zu, Gold notierte höher bei rund USD 5380 je Unze und auch Silber gewann an Boden. Bitcoin wurde leicht tiefer bei rund USD 66’500 gehandelt.

US-Ölpreise steigen wegen Iran-Risiko stark an

US-Rohöl verteuerte sich um 7.4% auf knapp unter USD 72 je Barrel und Brent stieg am Montag um 7.7% auf über USD 78, da die Händlerinnen und Händler auf das Risiko reagierten, dass der eskalierende Konflikt der USA und Israels mit Iran einen erheblichen und länger anhaltenden Angebotsschock auslösen könnte. Die Tankerbewegungen durch die Strasse von Hormus, über die im Jahr 2025 mehr als 14 Millionen Barrel pro Tag und damit etwa ein Drittel der weltweiten seegestützten Rohölausfuhren abgewickelt wurden, sind weitgehend zum Erliegen gekommen, da die Reedereien einen vorsichtigen Kurs eingeschlagen haben. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, dass die Kampfhandlungen im Iran fortgesetzt würden, bis die US-Ziele erreicht seien. Zugleich deutete er an, dass Teheran Verhandlungsbereitschaft signalisiert habe, womit ein Weg zur Deeskalation offenbleibt, der den Druck auf die Ölpreise letztlich verringern könnte.

Asiatische Aktien geben nach, Risikobereitschaft sinkt

Die asiatischen Aktienmärkte gaben am Montag deutlich nach, nachdem die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf Iran eine Flucht aus riskanten Anlagen ausgelöst hatten. Der japanische Nikkei 225 notierte 1.4% tiefer, der Hang Seng Index in Hongkong verlor 1.9% und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland legte 0.4% zu. Der indische Nifty 50 verlor ebenfalls 1.4%, während der australische S&P/ASX 200 kaum verändert schloss. Neben den geopolitischen Risiken belasteten auch Technologiewerte die Region vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit über die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig bewerteten die Anlegerinnen und Anleger die weiteren Zinswege neu: Die Märkte reduzierten ihre Erwartungen an eine frühzeitige Straffung durch die Bank of Japan, während sie zunehmend zusätzliche Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia als Reaktion auf wieder anziehende Inflation erwarten. Die Märkte in Südkorea blieben am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

US-Arbeitsmarktdaten und Einkaufsmanagerindizes im Fokus

Über die geopolitischen Entwicklungen hinaus konzentrieren sich die Märkte in dieser Woche auf den Zustand der US-Wirtschaft, insbesondere auf Unternehmensumfragen zur Geschäftstätigkeit und den Arbeitsmarktbericht am Freitag. Einkaufsmanagerindizes (PMI) bestimmen den Wochenauftakt, mit Stimmungsumfragen im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, dem breiteren Euroraum, dem Vereinigten Königreich und den USA am Montag sowie dem US-ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Am Mittwoch folgen Dienstleistungs- und Composite-PMIs für Japan, China, den Euroraum, das Vereinigte Königreich und die USA. Die Verbraucherpreisdaten für den Euroraum am Dienstag sowie die Schweizer Konsumentenpreise am Mittwoch liefern neue Erkenntnisse über die Disinflationstendenzen in Europa. Am Freitag richten die Anlegerinnen und Anleger den Blick auf Wachstumsindikatoren, wenn der Euroraum die Zahlen zum Bruttoinlandprodukt für das vierte Quartal veröffentlicht. Eine Reihe von US-Datenveröffentlichungen – darunter die Detailhandelsumsätze im Januar sowie die Beschäftigtenzahlen ex Agrar (Nonfarm Payrolls), die Arbeitslosenquote und das Lohnwachstum im Februar – geben zudem einen wichtigen Einblick in die US-Nachfrage- und Arbeitsmarktbedingungen und deren mögliche Implikationen für den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve.

US-Aktien geben nach Inflationsdaten nach 

Die wichtigsten US-Aktienindizes schlossen am Freitag im Minus, nachdem stärker als erwartet ausgefallene heimische Erzeugerpreise die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen der Federal Reserve verringert hatten. Der Dow Jones Industrial Average verlor 1.1% auf 48’977.92 Punkte, womit er auf Wochensicht rund 1.3% im Minus lag, im Februar jedoch leicht im Plus blieb. Der S&P 500 gab um 0.43% auf 6878.88 Punkte nach und der Nasdaq 100 verlor 0.3% auf 24’960.04 Punkte, was seine wöchentlichen und monatlichen Verluste auf 0.2% bzw. 2.3% erhöhte. Der Kern-Erzeugerpreisindex der USA, der Nahrungsmittel und Energie ausklammert, stieg im Januar um 0.8% nach 0.6% im Dezember und lag damit deutlich über den Markterwartungen einer moderateren Zunahme, wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht. Die stärker als erwartet ausgefallenen Zahlen, die teilweise die Auswirkungen von Zöllen widerspiegeln könnten, dürften die vorsichtige Haltung der Fed in Bezug auf Zinssenkungen trotz des Drucks Trumps in Richtung einer lockereren Geldpolitik untermauern.

Schweizer BIP steigt leicht, Ausblick hellt sich auf

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt, bereinigt um sportbedingte Sondereffekte, ist im vierten Quartal um 0.2% gestiegen, nachdem es im Vorquartal um 0.4% geschrumpft war, wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht. Damit hat sich die gesamtwirtschaftliche Dynamik zum Jahresende stabilisiert. Ausserdem stieg das KOF-Konjunkturbarometer für die Schweiz im Februar von revidierten 103.3 Punkten auf 104.2 Punkte und blieb damit über seinem mittelfristigen Durchschnitt. Es signalisiert eine deutlich positivere Konjunkturperspektive, da sich die nachfrageseitigen Komponenten dank einer festeren privaten Konsum- und Auslandsnachfrage verbesserten. Der Swiss Market Index legte am Freitag um 0.7% zu, obwohl die meisten europäischen Märkte im negativen Bereich schlossen.

Deutsche Inflationsrate geht im Februar zurück

Die Inflationsrate in Deutschland dürfte im Februar bei 1.9% liegen, nach 2.1% im Januar, wie aus vorläufigen Zahlen vom Freitag hervorgeht. Die Verbraucherpreise sind demnach zum Vormonat um 0.2% gestiegen. Die Kerninflation, ohne Nahrungsmittel und Energie, wird unverändert bei 2.5% erwartet. Der deutsche DAX bewegte sich kaum, während der Euro Stoxx 50 am Freitag um 0.4% nachgab.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe aus mehreren der weltweit grössten Volkswirtschaften, darunter Frankreich (09:50), Deutschland (09:55), die Eurozone (10:00), Grossbritannien (10:30), Kanada (15:30) und die USA (15:45) sowie der US-ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (16:00); Detailhandelsumsätze Deutschland (08:00), Detailhandelsumsätze Schweiz (08:30), Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde spricht (15:00).

Quelle: InvestmentWorld.ch


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