LGT Navigator : Die unsichere geopolitische Lage hält die Anspannung an den Finanzmärkten weiterhin hoch und belastet die Investorenstimmung. Eine echte Entspannung im Ukraine-Konflikt scheint sich nicht zu bewahrheiten und der Konflikt bleibt «heiss».
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Das Weisse Haus stuft den von Moskau angekündigten Teilabzug russischer Truppen als Falschinformation ein und geht stattdessen von einem weiteren Ausbau der Militärpräsenz aus. Sollte es sich nicht mehr «nur» um ein Säbelrasseln handeln, sondern bereits die Klingen für eine offene militärische Konfrontation gewetzt werden, dürften die Börsen äusserst empfindlich reagieren, weshalb ein hoher Grad an Vorsicht geboten ist.
An der New Yorker Börse fiel der Dow Jones Industrial gestern um rund -1.8% und ging bei 34’312.03 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit knapp drei Wochen aus dem Tagesgeschäft. Der S&P 500 und auch die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq gaben sogar noch stärker um -2.12%, respektive um knapp -3% nach. Auch in Asien setzte sich die Risikoaversion fort und die Aktienindizes verbuchen zum Wochenschluss mehrheitlich Verluste. Die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Konflikt zwischen Russland und dem Westen bleibt spürbar. Zudem leiden die Aktienmärkte nach wie vor unter der bevorstehenden Zinswende der US-Notenbank.
Keine echte Entspannung im Ukraine-Konflikt
Die US-Regierung in Washington machte klar – analog der NATO – dass der von Russland angekündigte Teilabzug an der Grenze zur Ukraine nicht belegbar sei. Vielmehr baue Moskau seine Militärpräsenz weiter aus, meinte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. US-Präsident Joe Biden und Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz betonten ihrerseits in einem Telefongespräch, das Risiko einer Aggression Russlands gegen die Ukraine bestehe weiterhin. Das russische Verteidigungsministerium behauptete hingegen, es würden weitere Truppen abgezogen.
Heute beginnt in München die internationale Sicherheitskonferenz. Zu den prominentesten Rednern in den nächsten drei Tagen zählen neben Bundeskanzler Olaf Scholz auch US-Aussenminister Antony Blinken, US-Vizepräsidentin Kamala Harris, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg oder der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Russland ist dagegen zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren nicht mit einer offiziellen Delegation dabei.
Schwache Konjunkturdaten aus den USA
Das Geschäftsklimabarometer der Notenbank von Philadelphia, der sogenannte Philly-Fed-Index, hat sich im Februar unerwartet stark eingetrübt. Der Industriestimmungsindikator schwächte sich um 7.2 auf plus 16.0 Punkte ab (Konsens +20.0). Ein Wert über null Punkten deutet auf einen Anstieg der Wirtschaftsaktivität hin.
Auch der US-Immobilienmarkt lieferte gestern schwache Zahlen. So ging die Anzahl der Neubauten zu Jahresbeginn um -4.1% gegenüber dem Vormonat zurück (Konsens -0.4%. Besser sah es bei den für die zukünftige Bautätigkeit aussagekräftigen Baugenehmigungen aus, die im Januar um +0.7% zulegten (Konsens -7.2%).
Ifo beziffert die Kosten der Pandemie für Deutschland
Einer Schätzung des Münchner Ifo-Instituts zufolge könnte die Coronakrise die deutsche Wirtschaftsleistung in den letzten beiden Jahren rund EUR 330 Milliarden gekostet haben, wobei Wertschöpfungsverluste, wie beispielsweise durch Ausfälle in der Bildung, noch nicht berücksichtigt seien. Ifo-Chef Clemens Fuest sprach von der schwersten Weltwirtschaftskrise seit der Grossen Depression in den 1930er Jahren.
Studie bestätigt Gefahr eines dramatischen Anstiegs des Meeresspiegels
Einer Studie zufolge, an der u.a. auch die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA und die Umweltbehörde NOAA beteiligt sind, dürfte der Meeresspiegel entlang der US-Küsten in den nächsten drei Jahrzehnten so stark steigen wie in den 100 Jahren zuvor. Modelle berechnen den Anstieg auf bis zu 30 Zentimeter gegenüber dem heutigen Niveau. Bis Ende dieses Jahrhunderts könnten es dann sogar dramatische ein bis zwei Meter sein. NASA-Chef Bill Nelson meinte: Der Bericht stützt die Ergebnisse früherer Studien und bestätigt, was wir schon lange wissen.
Wirtschaftskalender 18. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:00 | GB | Einzelhandelsumsätze (Januar, M/M) | -3.6% |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (Januar, J/J) | +3.3% |
| 16:00 | EZ | Konsumentenstimmung (Februar) | -8.5 |
| 16:00 | USA | Frühindikator (Januar, M/M) | +0.8% |
| 16:00 | USA | Verkäufe bestehender Häuser (Januar, M/M) | -4.6% |
Unternehmenskalender 18. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Sika | Jahreszahlen |
| CH | BB Biotech | Jahreszahlen |
| DE | Allianz | Jahreszahlen |
| FR | Renault | Jahreszahlen |
| FR | Hermes | Jahreszahlen |
| IT | Eni | Jahreszahlen |
| GB | Natwest | Jahreszahlen |
| USA | Deere & Co | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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