LGT Navigator : Die stärker als erwartet ausgefallenen US-Beschäftigungszahlen vom Mittwoch signalisierten zunächst eine robuste Dynamik in der grössten Volkswirtschaft der Welt.
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Kräftige Abwärtsrevisionen bei der Stellenentwicklung des vergangenen Jahres zeichneten jedoch ein deutlich verhalteneres Bild für den Arbeitsmarkt und das künftige Wachstum. US-Aktien schlossen die Sitzung am Mittwoch uneinheitlich und ohne klare Richtung, während die Goldpreise am Donnerstag nachgaben, da die Händlerinnen und Händler ihre Erwartungen an eine unmittelbare Zinssenkung der Federal Reserve zurückschraubten und sich die Renditen von US-Staatsanleihen nach einem Sprung am Vortag stabilisierten. Die Aktienmärkte in Asien präsentierten sich am Donnerstag weitgehend fester, getragen von Optimismus rund um Technologie und künstliche Intelligenz, während europäische Aktien leicht nachgaben.
Die ausserhalb der Landwirtschaft geschaffenen Stellen in den USA (Nonfarm Payrolls) stiegen im Januar um 130’000 und damit in etwa auf das Doppelte dessen, was der Markt erwartet hatte, während die Arbeitslosenquote laut den am Mittwoch veröffentlichten Daten auf 4.3% zurückging. Revidierte Zahlen zeigten, dass die Wirtschaft im Jahr 2025 lediglich 181’000 Stellen geschaffen hat, deutlich weniger als die zunächst gemeldeten 584’000, und damit das schwächste jährliche Stellenwachstum ausserhalb einer Rezession seit 2003. Die Neueinstellungen im vergangenen Monat konzentrierten sich stark auf das Gesundheitswesen und die soziale Betreuung, die zusammen 124’000 Stellen schufen, während viele andere Branchen nur mässige Zuwächse oder gar Rückgänge verzeichneten und die Beschäftigung im öffentlichen Sektor weiter zurückging. Die starke Schlagzeile dürfte die Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen überzeichnen, insbesondere vor dem Hintergrund der kräftigen Abwärtsrevisionen, die darauf hindeuten, dass es Ende 2025 mehr als eine Million Stellen weniger gibt als bislang angenommen. Die Goldpreise gaben nach, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten für Januar die Händlerinnen und Händler veranlassten, ihre Erwartungen an eine frühe Zinssenkung der Federal Reserve zurückzunehmen. Gold verlor 0.6% auf rund USD 5060 je Feinunze, während Silber mit einem Minus von 1.3% bei etwa USD 83 je Feinunze notierte. Der US-Dollar veränderte sich kaum, während sich die Renditen von US-Staatsanleihen nach einem Sprung am Mittwoch stabilisierten; die Rendite für zweijährige Treasuries lag bei rund 3.5%, die Rendite für zehnjährige Papiere bei etwa 4.2%.
US-Aktien nach Arbeitsmarktdaten uneinheitlich
Die US-Aktienmärkte schlossen am Mittwoch uneinheitlich, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten für Januar den Börsen keine klare Richtung vorgaben. Der Dow Jones Industrial Average gab um 0.1% auf 50’121.40 Punkte nach, nachdem er zwischenzeitlich unter die Marke von 50’000 Punkten gefallen war. Der S&P 500 schloss nahezu unverändert, während der technologieorientierte Nasdaq 100 um 0.3% zulegte, gestützt von einem Kursanstieg von rund 10% beim Speicherchiphersteller Micron nach zuversichtlichen Aussagen zur Nachfrage und zur Produktion von HBM4.
Asiatische Aktien steigen dank KI- und Politikoptimismus
Die Aktienmärkte in Asien legten am Donnerstag zu, angeführt vom südkoreanischen KOSPI, der um knapp 3.1% auf ein neues Rekordhoch sprang, nachdem Technologiewert Samsung Electronics um mehr als 6% auf ein Allzeithoch gestiegen war – getragen vom Optimismus bezüglich der nächsten Generation seiner HBM4-Speicherroadmap und einer breiteren Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. Japans Nikkei 225 überschritt im Handelsverlauf kurzzeitig die Marke von 58’000 Punkten, lag später in der Sitzung jedoch nur noch 0.1% im Plus. Unterstützung erhielt der Index von der Erwartung, dass die wachstumsfreundliche Agenda von Premierministerin Sanae Takaichi und die lockeren Finanzierungsbedingungen Exportwerte und zyklische Aktien stützen werden. Australiens S&P/ASX 200 legte um 0.3% zu, während der Hang Seng Index in Hongkong 1% einbusselte. Der chinesische Leitindex CSI 300 auf dem Festland lag 0.1% im Plus, und Indiens Nifty 50 gab 0.5% nach.
Aktien im Euroraum geben nach US-Arbeitsmarktdaten nach
Europäische Aktien schlossen am Mittwoch leicht im Minus, nachdem die gemischten US-Arbeitsmarktdaten die Zinserwartungen verunsichert hatten. Der EuroStoxx 50 verlor 0.1%, während der Schweizer Leitindex SMI um 0.4% zulegte. An der Spitze der Gewinnerinnen und Gewinner im EuroStoxx 50 stand der niederländische Detailhandelskonzern Ahold Delhaize, der nach einem überraschend starken Quartalsgewinn um 11.6% nach oben sprang und sich trotz Gegenwind durch den US-Dollar besser als der schwache US-Konsum entwickelte. Technologieaktien belasteten den Index: Der Zahlungsdienstleister Adyen gab 6.5% nach, und der deutsche Softwarekonzern SAP verlor 5.2%.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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