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LGT Navigator: US-Notenbank lanciert Tapering-Debatte

LGT Navigator: Die amerikanische Notenbank hält vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik fest.

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Das Fed-Gremium erklärte aber auch, dass sich die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten erholt habe und Notenbankchef Jerome Powell bestätigte, dass es erste Diskussionen darüber gegeben habe, wie ein möglicher Rückzug aus den Wertpapierkäufen aussehen könnte. Im Ringen um das Fiskalpaket, das US-Präsident Joe Biden in Aussicht gestellt hat, hat die Regierung einen ersten Durchbruch erzielt.

Die amerikanischen Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen und zeigten sich vom geldpolitischen Entscheid der US-Notenbank letztlich unbeeindruckt. Der Dow Jones Industrial verlor -0.4% und sank damit auf 34’930.93 Punkte und der S&P 500 bewegte sich kaum vom Fleck (-0.02%, 4400.64 Punkte). Der Nasdaq 100 kletterte hingegen +0.4% auf 15’018.10 Zähler. An der Wall Street war der Zinsentscheid denn auch nur eine Nachricht unter vielen. So standen insbesondere die Quartalsabschlüsse der Tech-Giganten Alphabet, Microsoft und Apple im Fokus, die mit ihren Ergebnissen überzeugten.

Aufwärts geht es am Donnerstag an den asiatischen Börsen, die in den vergangenen Tagen heftige Verluste zu verzeichnen hatten. In Hongkong klettert der Hang Seng +3.3% und der Shanghai Composite avanciert +1.4%. In Tokio gewinnt der Nikkei +0.7%.

US-Geldpolitik bleibt vorerst expansiv

Die amerikanische Notenbank hält vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik fest, wie sie am Mittwoch in Washington mitteilte. Damit liegt das Zielband für die Federal Reserve Rate nach wie vor bei 0 bis 0.25%. Für Spannung sorgte aber vor allem die Frage, welchen Kurs die Notenbank künftig bei den Anleihenkäufen einschlagen wird. Auch hier will sie vorerst am monatlichen Kaufvolumen von USD 120 Mrd. festhalten, was Marktbeobachter erwartet hatten. Allerdings haben die Währungshüter den Wortlaut im Vergleich zu den Vormonaten angepasst. So hiess es bislang im Communiqué zum Zinsentscheid, das Fed werde die Anleihenkäufe solange fortführen, bis die Wirtschaft substanzielle Fortschritte im Hinblick auf die Notenbankziele gemacht habe, nämlich eine niedrige Arbeitslosigkeit sowie eine jährliche Inflationsrate von 2%. Nun stellte das Fed-Gremium fest, die Wirtschaft habe sich seit Dezember in die richtige Richtung entwickelt und es werde diese Fortschritte an den kommenden Zinssitzungen bewerten.

Die Debatte um eine Reduktion der Bondkäufe (Tapering) ist damit lanciert und Analysten erwarten, dass konkretere Pläne bis Jahresende folgen könnten. Fed-Chef Jerome Powell hat bislang vorsichtig agiert und blieb dieser Linie auch am Mittwoch treu. Er erklärte, insbesondere der Arbeitsmarkt sei noch weit vom Beschäftigungsziel entfernt und er hoffe, noch einige starke Zahlen vom Jobmarkt zu sehen. Dennoch habe das Fed-Gremium diesmal darüber gesprochen, wie ein möglicher Rückzug aus den Anleihenkäufen ablaufen könnte. Powell bekräftigte jedoch einmal mehr, dass die US-Notenbank einen Kurswechsel früh signalisieren werde.

US-Senat einigt sich auf Infrastrukturpaket

Im Ringen um das Infrastrukturpaket kann US-Präsident Joe Biden einen Durchbruch verzeichnen. So haben sich am Mittwoch Senatoren beider Parteien und die Regierung auf ein Infrastrukturpaket in Höhe von rund USD 1 Bio. geeinigt. Nun muss das Paket vom Senat und dem Repräsentantenhaus genehmigt werden, wobei die Regierung auf die Unterstützung der Republikaner angewiesen ist. Neben rund USD 400 Mrd., die als Teil des Haushaltsbudgets regelmässig erneuert werden sollen, umfasst das Paket USD 550 Mrd. an neuen Ausgaben. Diese Mittel sollen in den kommenden fünf Jahren in verschiedene Projekte fliessen. So sind rund USD 110 Mrd. für den Ausbau und die Renovierung von Strassen und Brücken vorgesehen, mit knapp USD 40 Mrd. soll der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden, und USD 66 Mrd. sollen an die Bahngesellschaft Amtrak gehen. Zudem soll die Elektro-Mobilität gefördert und die Strominfrastruktur mit rund USD 70 Mrd. modernisiert werden. Für Häfen und Flughäfen sind weitere USD 42 Mrd. vorgesehen. Woher genau die Mittel für die Investitionen stammen sollen, blieb in der Mitteilung des Weissen Hauses allerdings eher vage.

Schweizer Ökonomen werden vorsichtiger

Die Stimmung der Schweizer Finanzanalysten hat sich im Juli etwas verschlechtert. So ist der Prognoseindikator CS-CFA-Index, der von der Grossbank Credit Suisse erhoben wird, um 8.5 auf 42.8 Punkte gesunken. Damit notiert er auf dem Niveau vom vergangenen Sommer, bevor der Ausbruch der zweiten Pandemiewelle das Barometer abstürzen liess. Derzeit signalisiert der Indexstand trotz der wachsenden Sorgen um die Ausbreitung der Delta-Variante aber immer noch Optimismus. So erwarten die befragten Analysten in der Schweiz ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich +2.9% im laufenden Jahr, gefolgt von +2.3% im kommenden Jahr. Skeptisch zeigen sich die Experten vor allem hinsichtlich der Konjunkturentwicklung der Eurozone und der USA, was die Schweizer Exporttätigkeit dämpfen dürfte.

Wirtschaftskalender 29. Juli

MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:55DEArbeitslosenrate (M/M, Juli)-38’000
13:30EZEZB-Sitzungsprotokoll
14:30USABruttoinlandprodukt Q2 (Q/Q)+4.3%
16:00USASchwebende Hausverkäufe (M/M, Juni)+8.0%

Unternehmenskalender 29. Juli

LandUnternehmenPeriode
FRAir LiquideQ2
USAAmazonQ2
USAAstraZenecaQ2
CHClariantQ2
CHCredit SuisseQ2
FRDanoneQ2
ITEnelQ2
FRL’OréalQ2
CHNestléQ2
KORSamsungQ2
FRSanofiQ2

Quelle: BondWorld.ch


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