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Nuveen: Softwaresektor unter Druck – Selektion als oberstes Gebot

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Nuveen : Der jüngste Ausverkauf im Softwaresektor spiegelt steigende Disruptionsrisiken und sich wandelnde Chancen in den öffentlichen als auch an privaten Märkten wider.

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Von Laura Cooper Senior Macro Strategist bei Nuveen


Der Fokus verschiebt sich von der Frage, wer von KI profitiert, hin zu, welche Geschäftsmodelle unter Druck geraten. Was einst ein Index-Trade im KI-Boom war, ist heute eine klare Frage der Titelauswahl. Auch an den Kreditmärkten gewinnen Selektion und Differenzierung wieder deutlich an Gewicht.

Märkte verkaufen Software – und analysieren später

Software steht im Zentrum der jüngsten Neubewertung. Fortschritte bei Large Language Models senken die Kosten für Entwicklung und Bereitstellung, verringern Markteintrittsbarrieren und verschärfen den Wettbewerb. Klassische Software-as-a-Service-Modelle geraten dadurch unter Druck, während nutzungsabhängige Preismodelle an Bedeutung gewinnen.

Die Bewertungsmultiplikatoren vieler Softwareunternehmen sind von rund dem 10-Fachen auf etwa das 4- bis 6-Fache gesunken. Eine Neubewertung war nachvollziehbar, doch der Abverkauf verlief vielfach undifferenziert. Es handelt sich daher nicht um einen pauschalen Rückzug aus dem Sektor, sondern um eine Phase der Marktbereinigung, in der zwischen robusten Geschäftsmodellen und strukturell gefährdeten Anbietern unterschieden wird.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf Aktien. Im Markt für syndizierte Kredite haben sich die Spreads ausgeweitet, insbesondere bei Emittenten mit hoher Software-Exponierung und ambitionierten Kapitalstrukturen. Sinkende Bewertungen und schmelzende Eigenkapitalpuffer erhöhen die Refinanzierungsrisiken. Die Unterschiede zwischen einzelnen Kreditnehmern dürften weiter zunehmen.

KI-Superzyklus bleibt intakt, aber differenzierter

Vergleichsweise robust erscheinen derzeit Infrastruktur- und Cybersicherheitsanbieter, gestützt durch die strukturell hohe Nachfrage nach Datenverarbeitung, Speicherlösungen und digitaler Sicherheit. Deutlich stärker unter Druck steht die Anwendungsebene, wo Disintermediationsrisiken am grössten sind und der Wandel der Geschäftsmodelle besonders spürbar wird.

Für Investoren bedeutet das: Breite Marktpositionierung weicht gezielter Auswahl. Entscheidend ist zunehmend, jene Unternehmen zu identifizieren, die ihre Wettbewerbsvorteile sichern und KI nachhaltig in Erträge übersetzen können – und jene, die Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren.

Quelle: InvestmentWorld.ch


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