PensExpert : Studie «VorsorgeDIALOG» – Schweizer Bevölkerung will mehr Wahlfreiheit in der 2. Säule
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Rafael Lötscher, CEO, PensExpert
Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich ein flexibleres Vorsorgesystem mit mehr Freiraum für individuelle (Anlage-)Entscheidungen in der 2. Säule. Am dafür nötigen Vorsorge- und Finanzwissen mangelt es aber. Selbst die bekannten Wissenslücken werden aus Bequemlichkeit nicht geschlossen. Das zeigt eine repräsentative Studie der Hochschule Luzern, welche PensExpert als Hauptwirtschaftspartner unterstützt.
Das Schweizer Vorsorgesystem steht seit Jahren unter Druck und Leistungskürzungen dürften mittelfristig kaum vermeidbar sein. Selber vorzusorgen und zu erkennen, ob die Rente zum Leben reicht, ist daher für alle Versicherten eine Notwendigkeit. Ohne das nötige Vorsorgewissen ist das aber kaum möglich. Und tatsächlich ist das Wissen der Bevölkerung gerade bei der Altersvorsorge bescheiden.
Erschwerend hinzukommt, dass sich viele der Befragten ihrer eigenen Wissenslücken nicht bewusst sind. Und auch an Vertrauen in das aktuelle Vorsorgesystem mangelt es: Knapp zwei Drittel der Befragten glauben nicht, dass sie genügend Geld aus der AHV und der 2. Säule erhalten werden, um im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Als Faustregel gilt, dass 60% des Erwerbseinkommens zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards im Ruhestand ausreichen.
Wahlfreiheit der Anlagestrategie für alle
Mehr Wille zu Eigenverantwortung ist bei den Befragten bei den Wahlmöglichkeiten in der 2. Säule erkennbar: 56% stehen der Idee, die Anlagestrategie selbst bestimmen zu können, positiv gegenüber. Die überwiegende Mehrheit möchte diese Wahlfreiheit für das gesamte Vorsorgevermögen – und nicht nur für Lohnbestandteile über einer bestimmten Einkommensschwelle, wie das aktuell bei sogenannten 1e-Plänen möglich ist. Zudem wünschen sich die Befragten eine entsprechende Beratung und/oder eine vordefinierte Auswahl an möglichen Anlagestrategien.
«Es ist erfreulich, dass die Mehrheit bereit ist, mehr Verantwortung für die Gelder in der 2. Säule zu übernehmen. Für einen Grossteil der Bevölkerung machen diese den grössten Teil des Vermögens aus», kommentiert Rafael Lötscher, CEO von PensExpert, und fährt fort: «Voraussetzung für eine freie Strategiewahl wäre aber, dass alle Versicherten von ihren Pensionskassen mit den notwendigen edukativen Informationen versorgt werden.»
Familieninterne Umverteilung bevorzugt
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach einer Besserstellung von kinderbetreuenden Personen, die nur tiefprozentig arbeiten oder keiner bezahlten Arbeit nachgehen. Aktuell werden diese Personen in der Altersvorsorge benachteiligt: Wegen ihres tiefen Einkommens können sie weniger in die 2. Säule einzahlen oder werden sogar ganz ausgeschlossen, falls der Lohn unter der Eintrittsschwelle liegt. Das schmälert die Rente im Alter erheblich.
Das Problem wird auch von den Befragten erkannt. 56% bevorzugen eine Besserstellung im Rahmen der Familie, bei der die Eltern entscheiden können, wie hoch der familieninterne Ausgleich sein soll, um die Erziehungsarbeit der Kinder zu entschädigen. Auf weniger Anklang stiessen die Vorschläge, kinderbetreuende Personen auf Kosten aller Versicherten in der 2. Säule oder auf Kosten aller Steuerzahlenden besserzustellen. «Dass im Fall der Entschädigung der Erziehungsarbeit nicht vom Staat ein Zustupf erwartet, sondern eine familieninterne Umverteilung bevorzugt wird, erstaunt mich. Das zeigt, dass die Bevölkerung sehr wohl in der Lage ist, Vorsorgefragen differenziert zu betrachten», freut sich Lötscher.
Quelle: AdvisorWorld
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