Lok Michaël UBP Asset Management

UBP : Globaler Marktausblick 2025

UBP : Nachdem die Weltwirtschaft sich zwei Jahre in Folge am Rande einer Rezession bewegt hat, ist das Phänomen Disinflation 2024 ins Blickfeld der Anleger gerückt.

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von Michaël Lok, Group CIO und Co-CEO von UBP Asset Management


Das kommende Jahr könnte jedoch zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen, da sich das Wachstum immer uneinheitlicher verteilt, wie die UBP (Union Bancaire Privée) in ihrem Jahresausblick für 2025 vermerkt. Trotzdem dürfte es mehrere Inseln der Resilienz geben. Die USA sollten dank einem kräftigen Privatkonsum, Investitionen in neue Technologien und fiskalpolitischen Maßnahmen einer Rezession entgehen und als wichtigster Treiber wirken. Außerhalb der USA wird sich die Wachstumsentwicklung fragmentierter gestalten. Dennoch sollte Asien mit einem Wachstum von 3,8%, vor allem dank Indien (6,5%) und den ASEAN-Ländern, weiterhin eine der Konjunkturlokomotiven sein. „Die breite Erholung in Asien, die vom Wachstum in Indien und einem Aufschwung in den ASEAN-Ländern getragen wird, und das Konjunkturpaket in China zeigen Gelegenheiten für eine umsichtige Anlagestrategie auf“, schreibt Michaël Lok, Group CIO und Co-CEO von UBP Asset Management. In Europa, wo für die Eurozone nur mit 1,0% bzw. für Großbritannien mit 1,6% Wachstum gerechnet wird, bleibe der Weg in die Zukunft komplex, da die Volkswirtschaften in ihrem Bemühen um eine stärkere Union am Scheideweg stünden.

Whatever it takes: Was heißt das konkret in China?

Ende 2024 begannen die politischen Entscheidungsträger in China, signifikante Kurskorrekturen im Umgang mit strukturellen und wachsenden konjunkturellen Problemen vorzunehmen. Die angekündigten Maßnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis im Bankensystem haben ein Volumen von weniger als 1% des BIP. „Sie liegen damit weit unter früheren, in China und anderen Ländern angewandten Maßnahmen. Es bleibt abzuwarten, ob China wie 1998 das Problem der notleidenden Immobilienkredite bewältigt und die Banken dazu bringt, Kredite an die Privatwirtschaft zu gewähren, um das Wachstum anzukurbeln“, heißt es von der UBP. Angesichts des Reformbedarfs im Immobiliensektor brauche das Land einen neuen Konjunkturmotor. „Die Impulse zur Stimulierung des Privatkonsums sind daher ein kleiner, aber wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Wirtschaft. Wie erfolgreich Peking sein wird, hängt jedoch von den nächsten Schritten ab sowie davon, ob die Regierung erneut von ihrem dirigistischen Kurs abweicht und die Grundlage für die nächste Wachstumsphase schafft“, resümiert Michaël Lok. Vor dem Hintergrund des sich durch die Rückkehr Trumps verschärfenden Handelskonflikts, sollten Investoren bei chinesischen Aktien Titel bevorzugen, deren Kapitalbasis durch mögliche Konjunkturmaßnahmen geschützt würde.

Europa an einem neuen Scheideweg

Die südeuropäischen Volkswirtschaften Spanien (2,0%) und Portugal (1,9%) könnten besser als Deutschland und Frankreich abschneiden, die von haushaltspolitischen Restriktionen, einer nur zögerlichen Umorientierung auf neue Wachstumsbranchen und politischer Instabilität belastet werden. Das Risiko besteht den Experten der UBP zufolge darin, dass in den wichtigsten europäischen Ländern die Polarisierung die Fähigkeit beeinträchtigen könnte, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzugehen, die der frühere italienische Premierminister Mario Draghi in seinem Bericht zur Zukunft der Wettbewerbsfähigkeit der EU angesprochen hat. Bei den 2025 anstehenden Wahlen – in Deutschland Ende Februar, in Frankreich möglicherweise im Sommer – geht es der UBP zufolge im Kern darum, einen Konsens unter den verschiedenen Nationen über die Richtung Europas zu erzielen. „Auf der Suche nach Resilienz und Innovation könnten Anleger insbesondere in der Schweiz und Skandinavien fündig werden. Während die Kernländer der EU von haushaltspolitischen Sparzwängen belastet werden, bietet sich mit dem Wiedererstarken der eigenen Verteidigungsindustrie in Europa Wachstumspotenzial“, so die UBP. Auch ausgewählte Finanzwerte und britische Aktien böten Perspektiven bei einer zyklischen Erholung in Europa.

Inseln der Resilienz in einer fragmentierten globalen Konjunkturerholung

Angesichts einer fragmentierten Weltwirtschaft ist Widerstandsfähigkeit, wie sie der Gesundheits- und Verteidigungssektor mit ihrer Ertragsstabilität bieten, für Anleger zentral. Neben neuen Treibern wie z.B. im Bereich der Adipositas-Medikation stehen den beiden Branchen ein möglicherweise beschleunigtes Gewinnwachstum und eine Neubewertung bevor. Einen positiven Ausblick hat die UBP auch für Europas Verteidigungsindustrie, wo mit jährlichen Wachstumsraten von 6-9% zu rechnen sei, die aber in den Bewertungen noch nicht eingepreist seien. Mit in Singapur notierten Aktien gebe es die Möglichkeit, auf das Wachstum der ASEAN-Region und eine konjunkturelle Erholung zu setzen. „Sie notieren knapp über historischen Tiefs und weisen ein attraktives Risiko/Rendite-Profil auf, das von den Zinssenkungszyklen in den USA und China beflügelt wird“, so die Strategen der UBP. Kupfer und Aluminium, die für die grüne Transformation und die weitere Entwicklung der künstlichen Intelligenz zentral sind, dürften von einer Angebotsverknappung und höheren Investitionen in klimafreundliche Initiativen in den USA und China befeuert werden. Dennoch bleiben der UBP zufolge Risiken bestehen: „Steigende Anleiherenditen könnten sich als Herausforderung für die Anleger erweisen. So könnten sich die Renditen 10-jähriger US-Anleihen 2025 auf 5% erhöhen, sollte sich die US-Teuerung als hartnäckiger herausstellen oder signifikante Stimulierungsmaßnahmen vorgenommen werden.“ In einem solchen Umfeld können Hedgefonds gute Optionen bieten. So könnten Relative-Value-/Arbitrage-Strategien zur Senkung der Zinsvolatilität beitragen, Macro- und Long-Short-Strategien zur Begrenzung des Aktienrisikos.

Quelle : InvestmentWorld.ch


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