UBP : Nach 100 Tagen im Amt werden die wirtschaftlichen Folgen der Präsidentschaft von Donald Trump deutlich: Der Höhepunkt des Handelskriegs ist überwunden. Die Aktienmärkte reagierten auf die 90-tägige Pause im Zollkonflikt mit einer raschen Erholung.
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von Michaël Lok, UBP Group CIO und Co-CEO UBP Asset Management
„Wir kommen in eine Phase, die taktische Geduld erfordert – Zeit, um die makroökonomischen Folgen der Handelsentscheidungen abzuwägen und die Reaktionen der Märkte genau zu beobachten. Unser Basisszenario geht davon aus, dass die USA eine Rezession vermeiden können. Allerdings nehmen die Risiken zu“, mahnt Michaël Lok, Group CIO und Co-CEO Asset Management der Union Bancaire Privée, in einem aktuellen Marktkommentar.
Der Handelsstreit habe bereits das Wachstum gebremst und die Inflationserwartungen wieder angeheizt. Nach einer anhaltend positiven Entwicklung verlangsame sich der private Konsum, während sich das Sentiment verschlechtere. Unterdessen kämpfen die Unternehmen mit mangelnder Visibilität, was sowohl die Investitionen als auch die Aktivitäten im Reshoring dämpft. Darüber hinaus hat die offensichtliche Strategie der US-Regierung, den Dollar zu schwächen – mit dem Ziel, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die heimische Produktion anzukurbeln –, wichtige Auswirkungen für globale Anleger, so die UBP. Ein strukturell schwächerer Dollar würde die Renditen internationaler Anleger, die auf US-Dollar lautende Vermögenswerte halten, schmälern.
Absicherung gegen schwächeren US-Dollar
Die UBP kehrte jüngst zu ihrer Basisaktienallokation zurück und löste taktische Absicherungen auf. „Allerdings sichern uns aber gegen eine mögliche weitere Schwächung des US-Dollars ab durch ein höheres Engagement Gold erhöhen. Gold bleibt aufgrund der makroökonomischen Unsicherheit unsere Überzeugung mit der höchsten Gewichtung. Da die USA erneut mit historisch hohen Haushalts- und Handelsdefiziten sowie Kapitalabflüssen konfrontiert sind, sollten sich Anleger auf eine weitere deutliche Abschwächung des US-Dollars gegenüber Kapitalüberschusswährungen wie dem Euro, dem Schweizer Franken, dem japanischen Yen und dem Singapur-Dollar einstellen, wenn sich die nächste Phase des währungspolitischen Reset abzeichnet“, führt Lok aus. Er verweist dabei auf historische Parallelen, als die USA unter Nixon 1971 einen einseitigen oder wie im „Plaza-Abkommen“ 1985 einen multilateral ausgehandelten währungspolitischen Richtungswechsel einschlugen.
Anleihen: geringe Duration, Finanzwerte, Agency-MBS und High Yield
Im Bereich festverzinslicher Wertpapiere behält die Schweizer Privatbank eine vorsichtige Haltung mit geringer Duration und begrenztem Kreditengagement bei. „Im aktuellen Umfeld bevorzugen wird Finanzwerte aufgrund der starken Kapitalausstattung der Banken, während Unternehmensanleihen mit Herausforderungen durch die Konjunkturabkühlung und mögliche Zollkonflikte konfrontiert sind“, führt der UBP-Chefanleger weiter aus. Agency-MBS bilden derzeit einen Eckpfeiler der UBP-Rentenstrategie: Sie bieten höhere Spreads als IG-Anleihen ohne Kreditrisiko, wobei die Spreads von Konjunkturzyklen abgekoppelt sind. Innerhalb des Hochzinsbereichs bevorzugt die UBP vorrangige Kredite, deren Spreads trotz eines langsamen Starts ins Jahr 2025 auf attraktivem Niveau notieren, und Additional Tier 1 (AT1)-Papiere gegenüber Corporate High Yield.
Hedgefonds stark gewichtet
Da der traditionelle Ansatz, die Duration bei Anleihen als Absicherung gegen eine Konjunkturabkühlung zu verlängern, im aktuellen Umfeld politikbedingter Zinsvolatilität weniger wirksam sei, rät Lok vor diesem Hintergrund zu Hedgefonds, die sich als dynamischere Alternative herauskristallisiert hätte. „Ihre Fähigkeit, Engagements schnell anzupassen und sowohl Long- als auch Short-Positionen einzugehen, verleiht ihnen eine Flexibilität, die traditionellen Long-only-Strategien fehlt und die in den heutigen unvorhersehbaren Märkten ein erheblicher Vorteil ist“, fasst Lok die Vorteile zusammen.
Quelle : InvestmentWorld.ch
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