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Vanguard Marktausblick: Der Zinshöchststand steht noch bevor

Vanguard : In den USA, im Euroraum und in Grossbritannien halten wir weitere Zinserhöhungen nach wie vor für wahrscheinlich.

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Auf einen Blick:

  • Wegen der steigenden Zinsen erwarten wir in allen drei Volkswirtschaften weiterhin eine Rezession.
  • Die Energiepreise fallen, die Kerninflation erweist sich jedoch als hartnäckig.
  • Die chinesische Wirtschaft erholt sich dagegen in hohem Tempo, weshalb wir unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 6,4% angehoben haben.

Seit unserem letzten Ausblick hat sich trotz der Turbulenzen im Bankensektor relativ wenig verändert: In den USA und in Europa kämpfen die Zentralbanken weiterhin gegen die Inflation, die chinesische Wirtschaft erholt sich derweil von der Pandemie.

USA – Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank am 10. März hat Spannungen im US-Bankensystem offenbart, die Märkte erwarten daher Zinssenkungen; wir bleiben jedoch bei unseren Prognosen. Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin robust, das Lohnwachstum könnte sich sogar noch beschleunigen und die Kerninflation erweist sich als hartnäckig – all dies spricht aus unserer Sicht dafür, dass die Federal Reserve die Zinssätze von derzeit 4,75 bis 5% auf 5,5 bis 5,75% anheben wird. Auch an unserer Jahreswachstumsprognose von rund 0,75% halten wir fest, in der zweiten Jahreshälfte erwarten wir weiterhin eine Rezession. Trotz einiger Anzeichen von Stagnation blieb das Beschäftigungswachstum im März robust, die durchschnittlichen Stundenlöhne lagen um 4,2% über ihrem Vorjahresniveau. Um das Lohnwachstum in Grenzen zu halten, müsste aus unserer Sicht die Zahl der offenen Stellen zurückgehen und die Arbeitslosigkeit steigen.

Euroraum – Die Kerninflation (ohne die volatileren Lebensmittel- und Energiepreise) im Euroraum ist im März zum vierten Mal in Folge auf jetzt 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Daher gehen wir davon aus, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen weiter anheben wird, obwohl die Gesamtinflation von 8,5 auf 6,9% zurückgegangen ist. Wir erwarten, dass die Leitzinsen im Euroraum von derzeit 3% auf 3,75 bis 4% steigen werden, erste Zinssenkungen noch in diesem Jahr halten wir für unwahrscheinlich. Auch im Euroraum erwarten wir weiterhin eine Rezession in der zweiten Jahreshälfte und ein Jahreswachstum von rund 0,5%.

Grossbritannien – Aktuelle Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten geben keinen Grund zu der Annahme, dass die Bank of England auf ihrer nächsten Sitzung am 11. Mai eine Pause einlegen wird – wir rechnen mit einer weiteren Leitzinserhöhung auf 4,5%. Die Gesamtinflation lag im März bei 10,1% gegenüber dem Vorjahr, die Kernrate liegt seit Februar unverändert bei 6,2%. Allerdings gibt es einige Anzeichen für eine Abkühlung des britischen Arbeitsmarkts: Das Wachstum der Löhne und Gehälter im privaten Sektor lässt nach, die Arbeitslosigkeit ist auf 3,8% gestiegen. Dennoch hat die britische Wirtschaft in den drei Monaten bis Ende Februar 169.000 neue Stellen geschaffen, die Löhne im öffentlichen Dienst steigen seit fast einem Jahr, aktuell liegt die Wachstumsrate bei 5,3%. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Kerninflation bis Ende 2023 unter die Marke von 4% fallen wird, zumal bis dahin die höheren Zinsen und die niedrigeren Strompreise Wirkung zeigen sollten.

China – Die chinesische Wirtschaft ist seit dem Ende der Lockdowns deutlich gewachsen. Wegen der robusten Daten für das erste Quartal haben wir unsere Jahreswachstumsprognose von 5,3 auf 6,4% angehoben. Wachsendes Verbrauchervertrauen und steigende Kreditvolumen sprechen dafür, dass die Konjunktur noch Luft nach oben hat. Offiziell strebt China in diesem Jahr ein Wachstum von „rund 5%“ an.

Schwellenländer – Auch in den Schwellenländern zeigt sich die Konjunktur anhaltend robust, inbesondere in asiatischen Ländern, die vom Ende der Lockdowns in China profitieren. Ebenso wie die Industrieländer leiden die Schwellenmärkte jedoch unter hartnäckiger Kerninflation, auch wenn die Gesamtinflation dank fallender Energiepreise inzwischen zurückgeht. Wir haben unsere Jahreswachstumsprognose für die Schwellenländer auf rund 3,25% erhöht und liegen damit unter dem Konsens, wobei die Positivrisiken für unser Szenario überwiegen.

Quelle: BondWorld


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