Trendwende bei den Schweizer Konsumentenpreisen…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Fed-Vorsitzende Janet Yellen hat mit ihren zurückhaltenden Äusserungen zu möglichen Zinserhöhungen den Märkten vorerst Rückenwind verliehen und den USD geschwächt. Der Grund für die Zurückhaltung ist aber nicht erfreulich. Gemäss Yellen müssen sich die globale Konjunktur und die Finanzmärkte stabilisieren, damit sich der US-Zinserhöhungszyklus fortsetzen kann. Zudem will sie abwarten, ob der Anstieg der Kerninflation von Dauer ist. Die Kerninflation liegt seit Ende 2015 über 2%. Einige Fed-Mitglieder, darunter der für den Zinsentscheid stimmberechtigte James Bullard, hatten zuvor auch wieder eine mögliche Zinserhöhung im April ins Spiel gebracht. Klare Vorgaben für die weitere Zinsentwicklung fehlen den Märkten somit weiterhin. Den Dissens der FedMitglieder wird auch das nächste Woche zur Veröffentlichung anstehende Protokoll der Fed-Sitzung von Mitte März zeigen. Die Zins-Futures preisen aktuell jedenfalls nur noch eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in diesem Jahr ein.
Eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die US-Zinspolitik wird heute Nachmittag mit dem US-Arbeitsmarktbericht für März publiziert. Die Anzahl der neugeschaffenen Stellen hat in den vergangenen Monaten die solide Wirtschaftsentwicklung reflektiert. Das Hauptaugenmerk liegt nun auf den Lohnkosten, die bei einem weiteren Anstieg ein Vorbote anziehender Inflation wären.
Im Gegensatz zu den USA entsteht in der Eurozone kein Inflationsdruck. Die Konsumentenpreise sind im März -0.1% tiefer als im Vorjahr. Es ist der EZB bisher nicht gelungen, Inflation zu erzeugen. Ab Anfang April wird mit diesem Ziel das Anleihenkaufprogramm um EUR 20 Mrd. pro Monat erhöht.
Die konjunkturelle Erholung in der Eurozone hält gemäss dem vorläufigen Resultat aus der Befragung der Einkaufsmanager weiterhin an. Im Verarbeitenden Gewerbe wurde im März ein leichter Anstieg verzeichnet und der Index für den Dienstleistungssektor verharrt seit über einem Jahr nur knapp unter 55 Punkten. Überdies zeigt der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex für die grösste Volkswirtschaft der Eurozone nach einer Schwäche zu Jahresbeginn wieder aufwärts.
An die geordnete Wachstumsabschwächung in China haben sich die Märkte mittlerweile gewöhnt. Der Caixin Index für das Verarbeitende Gewerbe weist auch im März einen Wert unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten auf. Der entsprechende Indikator für den Dienstleistungssektor wird am kommenden Mittwoch veröffentlicht und dürfte bestätigen, dass auch der chinesische Dienstleistungssektor gegenüber 2015 etwas Schwung verliert. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat in der ausgehenden Woche die Krediteinschätzung für China auf AA- mit einem negativen Ausblick (von AA- stabil) gesenkt, ohne allerdings damit die Märkte zu beeindrucken.
Eine leicht positive Tendenz ist in den Schweizer Konjunkturindikatoren auszumachen. Das KOF-Konjunkturbarometer hat sich im März bei 102.5 gehalten und liegt somit leicht über dem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten. Allerdings stammen die positiven Impulse immer noch vom privaten Konsum, während das Verarbeitende Gewerbe und der Export das Konjunkturbarometer belasteten.
In der Schweiz stehen in den kommenden Tagen die Preis- und Arbeitsmarktdaten im Fokus. Die Inflation wurde im Februar noch mit -0.8% ausgewiesen, was gegenüber dem letztjährigen Tiefststand von -1.4% einen deutlichen Anstieg bedeutet. Der direkte Effekt vom Frankenschock im Januar 2015 fällt mittlerweile aus der Jahresbetrachtung. Und auch der preisdämpfende Einfluss vom Ölpreis verblasst etwas, da der Ölpreis bereits vor einem Jahr die Korrektur zu einem grossen Teil vollzogen hatte. Im März steigen jeweils die Preise für Bekleidung nach dem Ausverkauf. In diesem Jahr war überdies bei den Heizölpreisen gegenüber Februar ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Den Konsumentenpreisindex erwarten wir im März gegenüber dem Vorjahr bei -0.7%. Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verschlechtert sich die Lage weiter schleichend. Zwar nimmt im März saisonbedingt die Anzahl der registrierten Arbeitslosen jeweils ab, der Rückgang dürfte aber 2016 weniger stark ausfallen als in den Vorjahren. Entsprechend rechnen wir mit einem leichten Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenquote auf 3.5%, nach 3.4% im Februar. Das bestätigt, dass trotz stabiler Konjunkturindikatoren der Gegenwind in der Schweizer Wirtschaft weiterhin stark bleibt.
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