UBP : Der Desinflationsprozess dauert länger als erwartet, und die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten schwächten die Aktien- und Anleihemärkte im April.
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Michaël Lok, UBP Group CIO und Co-CEO UBP Asset Management
„Angesichts einer globalen Inflation von 3 % deutet unsere jüngste Prognose auf einen Rückgang in Richtung 2-2,5 % im ersten Quartal 2025 hin und nicht bereits – wie ursprünglich erwartet – in den kommenden Quartalen. Der anhaltende Druck auf die Preise und die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft deuten darauf hin, dass die Federal Reserve ihren Leitzins wahrscheinlich noch länger auf hohem Niveau belassen wird“, schreibt Michaël Lok, UBP Group CIO und Co-CEO UBP Asset Management, in seinem aktuellem Monatsbericht.
Erste Zinssenkung der Fed möglicherweise erst im Dezember
„Unser Szenario sieht vor, dass die erste Zinssenkung der Fed noch bis Dezember auf sich warten lassen könnte, wohingegen die erste Zinssenkung in Europa möglicherweise schon im Juni erfolgen könnte“, so Lok. Das Basisszenario der Bank bleibe unverändert, aber diese Korrektur erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Lockerungszyklus in der zweiten Hälfte dieses Jahres beginnt. Als Reaktion auf die anhaltend hohen Zinssätze sieht die UBP kaum noch Potenzial für Kursgewinne bei Unternehmensanleihen und setzt auf eine Carry-Strategie, um Zinsunterschiede im Anleihebereich zu nutzen. Aktuell hat die Schweizer Privatbank ihre Bewertung für Hochzinsanleihen von 3 auf 4 (von 5 möglichen Punkten) angehoben.
Globaler Konjunkturzyklus bleibt risikobehaftet
Der gegenwärtige Zyklus bleibt stark von der US-Konjunktur abhängig. Die Kluft zum Rest der Welt dürfte sich allmählich schließen, aber andere Länder seien noch nicht in der Lage, die Führung zu übernehmen. Die zahlreichen Konflikte und Spannungen, die sich an Rohstoffmärkten auswirken, könnten ihre Erholung schwächen, und Ölpreise über 100 US-Dollar pro Barrel wäre ein negativer Schock für Europa und die energieimportierenden asiatischen Länder. Das weltweite Wachstum würde dann bei anziehender Inflation stagnieren, was wiederum die Zentralbanken dazu zwingen würde, Zinssenkungen zu verschieben oder auszusetzen. Insofern beobachtet die UBP die Schwankungen der Gold- und Ölpreise angesichts der zunehmenden geopolitischen Risiken derzeit als eine bedeutende Komponente innerhalb der Inflationsindikatoren.
Value- und europäische Aktien dominierten im April
Auf der Aktienseite hat die UBP nach größeren Umschichtungen in den vergangenen Monaten, u.a. zu britischen und schweizerischen Aktien, die Allokation weitgehend unverändert gelassen. „Vor allem Value- und europäische Aktien erwiesen sich im April als dominierende Stile und Regionen vor dem Hintergrund des vorherrschenden Narrativs der anhaltend höheren Zinsen. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass sich die Marktrallye auf andere Sektoren und Regionen ausweiten wird“, schreibt Lok. Die Bank hat das Rating für chinesische Aktien leicht, von 1 auf 2, angehoben. „Wir sind taktisch konstruktiver eingestellt, bleiben jedoch aufgrund der mangelnden Visibilität in Bezug auf die Gewinnentwicklung und der eingeschränkten Berücksichtigung von Aktionären bei der Ausschüttung von Unternehmensgewinnen noch vorsichtig“, begründet der Chefanlagestratege die Veränderung.
Source: InvestmentWorld.ch
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