LGT Navigator : Die Aktienmärkte in der Asia-Pacific-Region legten am Dienstag zu, gestützt von der Erholung an der New Yorker Börse am Montag und angeführt von Technologie- und Autowerten, nachdem der US-Chipdesigner Nvidia einen positiven Umsatzausblick vorgelegt hatte.
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Mit Blick auf die Ölpreise, fiel der Preis für ein Fass WTI-Öl, das am Wochenende im Zuge des Iran-Krieges zeitweise nahe USD 100 notiert hatte, wieder unter USD 94, nachdem Berichte nahelegten, dass Iran zwei Flüssiggastankern unter indischer Flagge eine sichere Passage durch die Strasse von Hormus gewährt habe und an den Märkten darüber spekuliert wurde, ob ähnliche Erleichterungen auch für andere Schiffe aus Indien und China gelten könnten. Insgesamt blieben die Anlegerinnen und Anleger jedoch angesichts mangelnder diplomatischer Fortschritte und der verhaltenen Reaktionen auf den Appell von US-Präsident Donald Trump an Verbündete, beim Schutz der Schifffahrtsrouten zu helfen, vorsichtig.
Die Aktienbörsen in Asien wurden am Dienstag von Technologie- und Autowerten angeführt, nachdem der US-Chipdesigner Nvidia einen deutlich höheren Umsatzausblick für seine Schlüsselprozessoren vorgelegt und neue Partnerschaften im Bereich autonomes Fahren mit Autoherstellern aus der Region verkündet hatte. Die Speicherchiphersteller SK Hynix und Samsung Electronics, die Nvidia beliefern, legten um mehr als 3% bzw. 4% zu, während Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), der weltgrösste Auftragsfertiger und Produzent der Nvidia-Hochleistungs-GPUs für künstliche Intelligenz, um 1% zulegte. Rückenwind kam auch von Autowerten wie Hyundai Motor, Nissan Motor, Isuzu sowie den chinesischen Herstellern BYD und Geely, die nach Bekanntgabe der Kooperationen mit Nvidia im Bereich autonomes Fahren zwischen 2% und 5% gewannen, wobei Geely um 5% zulegte.
Australiens Notenbank erhöht Leitzins erneut
Die australische Zentralbank hat ihren Leitzins am Dienstag um 25 Basispunkte auf 4.1% angehoben und damit das höchste Niveau seit April 2025 erreicht. Es handelt sich um die zweite Zinserhöhung in Folge, da die Inflation weiterhin über der Obergrenze des Zielkorridors von 3% liegt. Die Reserve Bank of Australia (RBA) erklärte, der Preisdruck habe sich seit seinem Höchststand 2022 zwar verringert, im zweiten Halbjahr 2025 jedoch wieder merklich angezogen. Zudem warnte sie, dass der Iran-Krieg die globale und die heimische Inflation weiter anheizen dürfte. Die Gesamtinflation lag in Australien im vierten Quartal bei 3.6% und im Januar bei 3.8%. Die RBA signalisierte, dass die Teuerung voraussichtlich länger über dem Zielkorridor verharren wird. Eine Rückkehr in die Zielspanne von 2% bis 3% erwartet die RBA erst Ende 2026 oder 2027, den Zielmittelpunkt sogar erst 2028. Angesichts des jüngsten Ölpreisschocks deutete sie zudem an, dass die bisherigen Prognosen nach oben revidiert werden könnten. Der Aktienmarkt reagierte gelassen: in Sydney legte der Leitindex S&P/ASX 200 nach der Entscheidung leicht zu.
Trump stellt China-Gipfel wegen Hormus-Konflikt infrage
US-Präsident Trump deutete an, dass sein für Ende März geplanter Gipfel in Peking mit Chinas Staatschef Xi Jinping verschoben werden könnte, da Washington Peking unter Druck setzt, zur Wiederöffnung der Seestrasse von Hormus beizutragen. Trump argumentierte, China beziehe rund 90% seines Öls über diese Wasserstrasse und solle daher aus Eigeninteresse handeln. Expertinnen und Experten verwiesen allerdings darauf, dass diversifizierte Energiequellen, umfangreiche strategische Ölreserven und der Ausbau der chinesischen Branchen für erneuerbare Energien die Abhängigkeit Pekings von Lieferungen durch die Strasse von Hormus geringer erscheinen lassen, als es die Darstellung des US-Präsidenten nahelegt. Gleichwohl haben beide Länder die Spannungen im Vorfeld des geplanten Treffens verschärft: Die USA leiteten neue Untersuchungen nach „Section 301“ des US-Handelsrechts ein, während China diese Schritte als einseitig und diskriminierend kritisierte und ankündigte, seine Interessen zu verteidigen.
US-Börsen erholen sich dank tieferer Ölpreise
Die Aktienindizes an der Wall Street haben sich am Montag von ihren jüngsten Verlusten erholt. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.8% auf 46’946.41 Punkte und damit von seinem tiefsten Stand seit Ende November weg. Der breite S&P 500 legte um 1% auf 6699.38 Zähler zu, während der technologielastige Nasdaq 100 um 1.1% auf 24’655.34 Punkte vorrückte. Gestützt wurde die Erholung von nachgebenden Ölpreisen sowie einer kräftigen Nachfrage nach Halbleiterwerten.
Stimmung in der US-Industrie trübt sich ein
Der Empire State Manufacturing Index für den Bundesstaat New York ist im März von 7.1 auf -0.2 Punkte gefallen und blieb damit deutlich unter der Konsensprognose von 4.0. Der negative Wert signalisiert eine Verschlechterung der Geschäftslage für die Industrieunternehmen im Bundesstaat und unterbricht den in den vergangenen Monaten zu beobachtenden Aufwärtstrend. Die schwächere Entwicklung schürt Befürchtungen, dass sich die regionale Industrieaktivität abkühlen könnte und dämpft zugleich die Einschätzung der konjunkturellen Aussichten in den USA insgesamt.
Die jüngsten Daten zur US-Industrieproduktion zeigten im Februar hingegen einen Anstieg um 0.2% und lagen damit leicht über den Erwartungen von 0.1%, wie aus Zahlen der US-Notenbank hervorgeht. Zuvor war die Produktion im Januar bereits um 0.7% gestiegen. Die Kapazitätsauslastung der Industrie blieb im Februar mit 76.3% stabil und lag geringfügig über dem von Ökonominnen und Ökonomen erwarteten Wert von 76.2%.
Stimmung im US-Häusermarkt hellt sich leicht auf
Der vom Branchenverband National Association of Home Builders (NAHB) und Wells Fargo erhobene Index stieg von 37 auf 38 Punkte, blieb damit aber bereits den 23. Monat in Folge unter der neutralen Marke von 50. Der leichte Anstieg wird auf gesunkene Hypothekenzinsen zu Jahresbeginn zurückgeführt, nachdem Präsident Trump die staatlich gestützten Kreditinstitute Fannie Mae und Freddie Mac angewiesen hatte, ihre Ankäufe von hypothekarisch besicherten Wertpapieren auszuweiten. Zuletzt sind die Finanzierungskosten jedoch wieder gestiegen, da der Konflikt mit dem Iran die Ölpreise und die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben getrieben hat.
Europäische Aktien halten sich trotz Ölvolatilität stabil
Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben den Handel am Montag nach einem volatilen Verlauf im Plus beendet. Die Hoffnung, dass einzelne Tanker wieder die für den Öl- und Gastransport zentrale Strasse von Hormus passieren können, sorgte für etwas Entspannung und drückte die zuletzt stark gestiegenen Ölpreise leicht nach unten, obwohl die US- und israelischen Streitkräfte ihre Angriffe auf Ziele im Iran fortsetzen. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone legte um 0.4% auf 5739.01 Punkte zu und beendete damit eine Serie von drei Verlusttagen in Folge, blieb aber hinter der dynamischeren Erholung an der Wall Street zurück. Der Schweizer Leitindex SMI schloss 0.3% höher bei 12’882.20 Punkten.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.
Konjunkturdaten im Fokus: Produzenten- und Importpreisindex Schweiz (08:30), Italien Konsumentenpreisindex (10:00), ZEW-Konjunkturerwartungen Deutschland (11:00), US-ADP-Beschäftigungsreport (13:15), US Ausstehende Hausverkäufe (15:00), US NAHB Housing Market Index (15:00), Bundesbank-Präsident Nagel spricht (16:15).
Quelle: InvestmentWorld.ch
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