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LGT Navigator : US-Notenbankentscheid rückt in den Mittelpunkt

LGT Navigator : Die Markterwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) haben sich seit dem Iran-bedingten Ölpreissprung in der vergangenen Woche deutlich verschoben, da ein höherer Inflationspfad infolge gestiegener Energiekosten frühe Lockerungen erschwert.

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US-Präsident Donald Trump dringt derweil weiter auf sofortige Zinssenkungen, doch Ökonominnen und Ökonomen rechnen mehrheitlich damit, dass die Fed die Zinsen an der heutigen Sitzung unverändert belassen wird. Die Aktienindizes an der Wall Street und in Asien legten im Vorfeld der Fed-Entscheidung leicht zu, und auch die europäischen Börsen setzten ihre Erholung fort.

Die US-Aktienmärkte verbuchten am Dienstag moderate Kursgewinne: Der Dow Jones Industrial Average schloss 0.1% höher bei 46’993.26 Punkten, der breite S&P 500 rückte um 0.25% auf 6716.09 vor, und der Nasdaq 100 gewann 0.5% bei einem Schlussstand von 24’780.42 Punkten. Anlegerinnen und Anleger blieben angesichts des Iran-Krieges und der hohen Ölpreise vorsichtig und warteten auf die Zinsentscheidung der Fed. Die Märkte befürchten, dass die intensivierten iranischen Angriffe auf Energieinfrastruktur im Persischen Golf die Ölpreise auf hohem Niveau halten, die Wachstumsaussichten dämpfen und die Inflationsrisiken erhöhen könnten, was die grossen Zentralbanken, einschliesslich der Fed, zu einer restriktiveren Haltung veranlassen dürfte.

Ausstehende Eigenheimverkäufe in den USA steigen dank tieferer Hypozinsen

Die Zahl der laufenden Kaufverträge für bestehende Häuser in den USA ist im Februar um 1.8% gestiegen und hat damit die Erwartung eines Rückgangs widerlegt, nachdem die Hypothekarzinsen vor dem Ausbruch des Iran-Krieges gesunken waren. Zuwächse verzeichneten insbesondere der Westen, der Süden und der Mittlere Westen, während der Nordosten einen Rückgang notierte. Die laufenden Kaufverträge sind ein wichtiger Frühindikator für den Immobilienmarkt, insbesondere in den USA. Sie messen die Anzahl der unterschriebenen Kaufverträge für bestehende Eigenheime, bei denen der Verkauf jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Im Jahresvergleich lagen die ausstehenden Verkäufe jedoch weiterhin 0.8% tiefer, und der viel beachtete 30-jährige Hypothekarzins, der vor dem Konflikt auf etwa 6% gefallen war, ist seither wieder gestiegen, da die anziehenden Ölpreise die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben trieben. Der Immobilienmarkt bleibt vor den Kongresswahlen im November ein politischer Zankapfel, zumal Präsident Trump Massnahmen zur Ausweitung des Hypothekarkredits und zum Abbau von Regulierung propagiert, während seine Zoll- und Einwanderungspolitik zugleich zu höheren Kosten für Bauunternehmen beiträgt.

Börsen in Asien legen vor Fed-Entscheid zu

Die Aktienmärkte in der Region Asien-Pazifik verzeichneten am Mittwoch Kursgewinne, angeführt vom südkoreanischen Kospi, der um mehr als 4% zulegte und zeitweise einen Handelsstopp auslöste, nachdem die Kospi-200-Futures um 5% nach oben geschnellt waren. Die Kursgewinne wurden von Schwergewichten aus dem Technologiesektor getragen: Samsung Electronics und SK Hynix kletterten um mehr als 7% bzw. 8%, obwohl Samsung in Südkorea mit möglichen Streikaktionen gewerkschaftlich organisierter Mitarbeitender konfrontiert ist. In Japan stieg der Nikkei 225 um 2.7%, während der breiter gefasste Topix 2,3% gewann, nachdem Daten gezeigt hatten, dass die Exporte Japans im Februar im Jahresvergleich um 4.2% zunahmen – nach einem Anstieg um 16.8% im Vormonat – und damit die Erwartungen deutlich übertrafen. Die allgemeine Stimmung blieb jedoch verhalten, da Anlegerinnen und Anleger auf die Zinsentscheidung der Fed warteten und die eskalierende Gewalt im Nahen Osten die Sorge vor anhaltenden Angebotsstörungen verstärkte.

Aktien der Eurozone setzen Erholung fort

Die europäischen Aktienmärkte legten am Dienstag zu: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx, schloss 0.5% höher bei 5769.25 Punkten, während der Schweizer SMI um 0.6% auf 12’962.41 Punkte stieg und damit die jüngste Erholung trotz anhaltender Spannungen durch den Iran-Krieg und hoher Ölpreise fortsetzte. Die fragile Lage spiegelte sich in den Konjunkturdaten wider: Der deutsche ZEW-Konjunkturindex brach im März gegenüber dem Vormonat um fast 59 Punkte auf minus 0.5 ein, was die erhöhte Unsicherheit infolge des Konflikts im Nahen Osten unterstreicht. Versorger und Ölwerte wie Eni und Enel gehörten mit Kursgewinnen von bis zu 3.6% zu den stärksten Titeln im EuroStoxx, und auch Versicherer wie Munich Re, Swiss Re und Scor legten angesichts der Aussicht auf höhere Rückversicherungstarife zu, während konjunktursensible Luxus- und Medienwerte zurückblieben.

Italienische Inflation leicht nach unten revidiert

Endgültige Daten des italienischen Statistikamts ISTAT vom Dienstag zeigen, dass die harmonisierten Verbraucherpreise in Italien im Februar im Jahresvergleich um 1.5% gestiegen sind und damit leicht unter der früheren Schätzung von 1.6% lagen, während der monatliche Anstieg von zuvor 0.6% auf 0.5% nach unten korrigiert wurde. Der nationale Verbraucherpreisindex NIC zeigte ein ähnliches Bild: Die Jahresinflation im Februar wurde von 1.6% auf 1.5% revidiert, und der Anstieg gegenüber dem Vormonat wurde von 0.8% auf 0.7% zurückgenommen. Die Revisionen deuten darauf hin, dass der Inflationsdruck in Italien im Februar etwas schwächer war als zunächst gemeldet.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: SECO Wirtschaftsprognose Schweiz (09:00), Verbraucherpreisindex Eurozone (11:00), Erzeugerpreisindex USA (13:30), Bank of Canada Zinsentscheid (14:45), Federal Reserve Zinsentscheid und Prognosen (19:00) sowie Pressekonferenz (19:30).

Quelle: InvestmentWorld.ch


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