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LGT Navigator : Märkte klammern sich an Hoffnungen auf Deeskalation

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LGT Navigator : Die US-Aktienmärkte an der Wall Street haben vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit im Nahen Osten erneut nachgegeben.

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Medienberichten zufolge haben die USA dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt, doch das Regime in Teheran dementiert weiterhin direkte Gespräche mit Washington. In Asien legten die Aktienmärkte dagegen überwiegend zu, gestützt von fallenden Ölpreisen und der Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung. Gleichzeitig haben die jüngsten Einkaufsmanagerindizes (PMI) in den USA und Europa eine Eintrübung der Unternehmensstimmung signalisiert und deuten auf eine ungünstige Mischung aus schwächerem Wachstum und steigender Inflation hin.

Die asiatischen Aktienbörsen legten am Mittwoch zu, gestützt von einem Rückgang des Ölpreises um mehr als 6%, wodurch der Preis für Brent-Öl unter USD 100 je Barrel fiel. Auslöser waren Berichte, wonach die USA dem Iran einen 15-Punkte-Friedensplan zur Beendigung des Krieges vorgelegt haben. Japanische Aktien führten die Gewinne an, mit einem Anstieg des Nikkei 225 um fast 3% und einem Plus des breiter gefassten TOPIX von 2.3%. In Südkorea kletterte der Kospi um 1.7% und in Indien legte der Nifty 50 um 1.3% zu, da niedrigere Energiepreise die Sorgen hinsichtlich Inflation und eine aggressive geldpolitische Straffung dämpften. Die Stimmung wurde zusätzlich durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump aufgehellt, wonach Washington mit dem Iran in Verhandlungen stehe und Teheran an einem Friedensabkommen interessiert scheine – auch wenn iranische Regierungsvertreter öffentlich bestritten, dass Gespräche stattfinden. In Australien ging die jährliche Gesamtinflationsrate im Februar leicht von 3.8% auf 3.7% zurück. Dies stärkte die Erwartung, dass die Reserve Bank of Australia geldpolitische Lockerungsschritte vorsichtig angehen dürfte. Der S&P/ASX 200 legte um 2% zu, während wichtige Börsenindizes in China und Hongkong ebenfalls Gewinne von rund 1% oder weniger verzeichneten.

Die Stimmung an der Wall Street bleibt verhalten

US-Aktienindizes gaben am Dienstag einen Teil ihrer jüngsten Kursgewinne wieder ab: Der Dow Jones Industrial schloss 0.2% tiefer bei 46’124.06 Punkten, der breite S&P 500 fiel um 0.4% auf 6556.37 Punkte, und der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0.8% auf 24’002.45 Punkte. Die durch die Äusserungen von Präsident Trump vom Montag genährten Hoffnungen auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran verblassten, da die anhaltenden Kämpfe und weitere US-Truppenverlegungen in die Region die Vorsicht der Anlegerinnen und Anleger erneut verstärkten. Marktbeobachterinnen und Marktbeobachter betonten, dass ein länger anhaltender Konflikt im Nahen Osten – möglicherweise unter Einbezug Saudi-Arabiens als aktive Kriegspartei – den Inflationsdruck verstärken und zu steigenden Zinsen führen könnte, was die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen schmälern würde. Sektorenseitig standen soliden Halbleiterwerten deutliche Kursverluste bei Softwaretiteln gegenüber – ausgelöst durch neue Sorgen über den Wettbewerb im Bereich Künstliche Intelligenz – sowie Pläne der US-Regulierungsbehörden, Importe bestimmter ausländischer WLAN-Router einzuschränken.

PMI signalisiert nachlassendes US-Wachstum, Iran-Krieg treibt Kosten

Die Unternehmensaktivität in den USA war im März so schwach wie seit elf Monaten nicht mehr, wie vorläufige Umfragedaten von S&P Global zeigen. Die Unternehmen sehen sich mit erhöhter Unsicherheit und gestiegenen Lebenshaltungskosten konfrontiert, die mit dem seit fast einem Monat andauernden Krieg im Iran in Verbindung gebracht werden. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) ging von 51.9 im Februar auf 51.4 zurück. Während die Aktivität im Dienstleistungssektor von 51.7 auf 51.1 nachliess, verbesserte sich die Produktion im verarbeitenden Gewerbe leicht, wobei der entsprechende PMI auf 52.9 stieg. S&P sprach von einer „unerfreulichen Kombination“ aus langsamerem Wachstum und zunehmendem Inflationsdruck. Der Umfrage zufolge stiegen die durchschnittlichen Vorleistungskosten so stark wie seit zehn Monaten nicht mehr, und die Verkaufspreise legten im schnellsten Tempo seit August 2022 zu. Dies könnte die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank erschweren, nachdem sie in der vergangenen Woche die Zinsen vor dem Hintergrund der ungewissen Dauer des Krieges und seiner Auswirkungen auf Inflation und globale Lieferketten unverändert gelassen hat.

Europäische Aktienindizes legen trotz Kriegsunsicherheit leicht zu

Die wichtigsten Aktienmärkte in Europa setzten ihre Stabilisierung am Dienstag fort. Der Leitindex EuroStoxx 50 für die Eurozone stieg um 0.1% auf 5581,29 Punkte, während der Schweizer SMI dank defensiver Schwergewichte wie Nestle und Novartis um 1% auf 12’515,94 Punkte zulegte. Die Anlegerstimmung blieb jedoch fragil, da sich die Krise im Nahen Osten weiter zuspitzt. Innerhalb des Stoxx Europe 600 führten Öl- und Gaswerte die Gewinnerliste an, gefolgt von Telekommunikations-, Chemie- und Rohstofftiteln.

Unternehmensstimmung im Euroraum geht deutlich zurück…

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im März stärker als erwartet eingetrübt, da die Firmen die Auswirkungen des Krieges unter Beteiligung des Iran und der stark gestiegenen Energiepreise zu spüren bekamen. Dies geht aus vorläufigen Einkaufsmanagerumfragen hervor, die S&P Global am Dienstag veröffentlichte. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex sank um 1.4 Punkte auf 50.5 und liegt damit nur noch knapp über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum von einer Kontraktion trennt. Ökonominnen und Ökonomen hatten einen geringeren Rückgang auf 51 erwartet. Während sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe überraschend verbesserte, fiel der Index für den Dienstleistungssektor deutlich und verharrte nur knapp im Expansionsbereich.

…und auch im Vereinigten Königreich

In Grossbritannien war die Wirtschaftsaktivität im März so schwach wie seit September nicht mehr, da der Krieg unter Beteiligung des Iran die Kosten spürbar in die Höhe trieb. Der zusammengesetzte PMI, der das verarbeitende Gewerbe und nicht den Einzelhandel umfassende Dienstleistungen abdeckt, fiel von 53.7 im Februar auf 51. 

Pessimismus in der deutschen Wirtschaft nimmt zu

Deutsche Unternehmen hatten sich bereits vor dem jüngsten Krieg unter Beteiligung des Iran pessimistischer zu ihren internationalen Geschäften geäussert, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt. Die Anfang Februar durchgeführte Erhebung ergab, dass 69% der Unternehmen angaben, Handelshemmnisse belasteten die Rentabilität ihrer Auslandsgeschäfte – elf Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor und der höchste Anteil seit 2005. Zudem erwarten 21% der Befragten eine Verschlechterung ihres Geschäfts im kommenden Jahr, während nur 16% mit einer Verbesserung rechnen. Steigende globale Handelsbarrieren in Kombination mit einer strengeren Regulierung in Europa setzten die deutschen Unternehmen unter einen doppelten Druck, erklärte die DIHK.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (00:50), Verbraucherpreisindex Australien (01:30), Verbraucherpreisindex Grossbritannien (08:00), ifo-Geschäftsklimaindex Deutschland (10:00), Monatsbericht der Bundesbank (12:00), Quartalsbulletin der SNB (15:00).

Quelle: InvestmentWorld.ch


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