LGT Navigator : Die Krise im Nahen Osten, in der die USA die Entsendung zusätzlicher Streitkräfte in die Region vorbereiten, wirkt nach wie vor äusserst fragil; frühere Hoffnungen auf eine Waffenruhe oder gar eine Einigung mit dem Iran erscheinen zunehmend unrealistisch.
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Derweil hat US-Präsident Donald Trump geplante Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Iran um zehn Tage verschoben. Das dämpfte zwar erneut die unmittelbaren Eskalationssorgen, lässt die Märkte jedoch angesichts eines Konflikts, der nun in seine fünfte Woche geht, weiter vorsichtig agieren. Die Aktienkurse in New York gaben nach, während sich die asiatischen Börsen zum Wochenschluss uneinheitlich entwickelten. Die Aussenministerinnen und Aussenminister der G7-Staaten in Europa warnten, dass der Krieg gegen den Iran katastrophale Folgen für die Weltwirtschaft habe, und verwiesen auf die stark gestiegenen Energiepreise nach massiven Schäden an Raffinerien und Gasanlagen in der Golfregion sowie der Schliessung der Strasse von Hormus.
Im asiatischen Handel reduzierte der südkoreanische KOSPI seine deutlichen Verluste im Tagesverlauf und lag zuletzt 0.5% im Minus. Auf Wochensicht steuert der Index jedoch auf einen Verlust von rund 6% zu, da die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix nach Einbussen von zeitweise mehr als 4% ihre Verluste zwar begrenzten, aber weiterhin auf Wochenverluste zwischen 7% und 10% zusteuern. Die Schwäche des Chipsektors folgte auf Abgaben bei US-Halbleiterwerten, nachdem die Google-Mutter Alphabet Anfang der Woche ihren neuen Komprimierungsalgorithmus „TurboQuant“ vorgestellt hatte. Breitere regionale Indizes wie Japans Nikkei 225 und TOPIX, Chinas CSI 300 und Shanghai Composite, der Hang Seng in Hongkong sowie Australiens ASX 200 konnten einen Teil ihrer Abschläge wettmachen und steuern auf eher moderate Wochenveränderungen zu.
US-Aktienindizes geben wegen anhaltender Unsicherheit im Iran-Krieg nach
Die Wall Street schloss am Donnerstag deutlich im Minus, obwohl US-Präsident Donald Trump seine Frist für Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Iran verlängerte. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 1% auf 45’960.11 Punkte, der marktbreite S&P 500 verlor 1.7% auf 6477.16 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 gab 2.4% auf 23’586.99 Punkte nach, was ein weiteres Tief seit September markiert, da Halbleiterwerte besonders stark unter Druck standen. Die Google-Mutter Alphabet hatte Forschungsergebnisse zu einem neuen Ansatz für eine effizientere Speichernutzung bei Anwendungen der Künstlichen Intelligenz veröffentlicht, was Befürchtungen schürte, dass die boomende Nachfrage nach Speicherchips im Zeitverlauf nachlassen könnte.
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stiegen in der vergangenen Woche auf 210’000, wie am Donnerstag veröffentlichte Daten zeigen. Damit lagen sie leicht über den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen sowie über dem revidierten Wert von 205’000 aus der Vorwoche. Der moderate Anstieg deutet zwar auf eine leichte Abschwächung am Rand hin, doch bleiben die Anträge im historischen Vergleich niedrig und signalisieren weiterhin einen robusten US-Arbeitsmarkt.
Deutsches Verbrauchervertrauen verschlechtert sich weiter
Die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland hat sich im April weiter eingetrübt. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Forschungsinstitute GfK und NIM fiel der Konsumklimaindex von revidiert minus 24.8 Punkten im März auf minus 28.0 Punkte und verfehlte damit die Prognosen von rund minus 27.3 Punkten. Zwar wirkt sich der Iran-Krieg bislang noch nicht sichtbar auf die Konsum- und Sparneigung der Deutschen aus, doch sind die Einkommenserwartungen deutlich zurückgegangen. Ausschlaggebend sind laut den Instituten neue Inflationssorgen im Zusammenhang mit höheren Energiepreisen. Verbraucherinnen und Verbraucher rechnen inzwischen damit, dass steigende Energiekosten die Teuerung wieder anheizen und die wirtschaftliche Erholung Deutschlands bremsen werden. Der Konflikt belastet auch die Konjunkturerwartungen: Viele Haushalte befürchten, dass der zarte Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen empfindlichen Rückschlag erleiden könnte, insbesondere wenn sich der Krieg in die Länge zieht.
Italienisches Verbrauchervertrauen auf neuem Tiefstand
Das Verbrauchervertrauen in Italien ist im März deutlich gesunken. Der von ISTAT erhobene Stimmungsindex fiel von 97.4 im Februar auf 92.6 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Oktober 2023, deutlich unter den Erwartungen von rund 95.5. Der Rückgang verstärkt die Sorgen um die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone. Die verschlechterte Stimmung ist auch politisch problematisch für Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, da sie kurz nach ihrer Niederlage in einem Ende März abgehaltenen Referendum über eine wichtige Justizreform kommt, während die Regierung offiziell weiterhin ein Wachstum von 0.7% für dieses Jahr nach einem BIP-Zuwachs von 0.5% im Jahr 2025 anstrebt.
Der Euro Stoxx 50 gab 1.48% auf 5565.93 Punkte nach und beendete damit seine dreitägige Gewinnserie. Der Schweizer SMI hielt sich erneut relativ gut und schloss 0.6% tiefer bei 12’641.96 Punkten.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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