LGT Navigator : Die weltweiten Aktienmärkte zeigten sich zu Wochenbeginn uneinheitlich, da Anlegerinnen und Anleger den geopolitischen Entscheid der Bank of Japan (BoJ) sowie die anhaltende Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt einordneten.
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Am Dienstag beliess die BoJ ihren Leitzins unverändert, hob jedoch ihre Inflationsprognosen an und senkte gleichzeitig die Wachstumserwartungen. Dies verstärkte die Sorge, dass höhere Energiepreise die Unternehmensgewinne und die realen Haushaltseinkommen belasten könnten. Die US-Aktienindizes hatten nach ihren jüngsten Rekordständen bereits am Montag eine Verschnaufpause eingelegt, während die europäischen Börsen mit Verlusten in die Woche starteten und die Märkte in der Asien-Pazifik-Region am Dienstag durchmischt tendierten. Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer verarbeiteten die stockenden Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Strasse von Hormus und blickten zugleich auf eine Reihe wichtiger Unternehmenszahlen, insbesondere von grossen US-Technologiekonzernen am Mittwoch.
Die japanische Notenbank beliess ihren Leitzins am Dienstag in einer geteilten Entscheidung von 6 zu 3 Stimmen unverändert bei 0.75%, während die Notenbankerinnen und Notenbanker ihre Prognose für die Kerninflation im Geschäftsjahr 2026 von 1.9% auf 2.8% anhoben und ihre Wachstumserwartung von 1% auf 0.5% senkten. Die abweichenden Ratsmitglieder sprachen sich für eine Zinserhöhung auf 1% aus und verwiesen auf nach oben gerichtete Risiken für die Teuerung durch den Krieg im Iran und höhere Rohölpreise, die laut BoJ die Unternehmensgewinne und die realen Haushaltseinkommen belasten könnten. Jüngste Daten zeigen, dass Japan im Schlussquartal des vergangenen Jahres knapp einer technischen Rezession entgangen ist: Das Bruttoinlandsprodukt legte gegenüber dem Vorquartal um 0.3% und gegenüber dem Vorjahr um 1.3% zu. Gleichzeitig beschleunigte sich die Kerninflation im März auf Jahressicht auf 1.8%, während die Gesamtinflation 1.5% erreichte und damit weiterhin unter dem Inflationsziel der Notenbank von 2% blieb. Die sogenannte Kern-Kern-Inflation, bei der die Preise für frische Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, ging dagegen auf 2.4% zurück. Die Anleihemärkte reagierten gelassen auf den „hawkish hold“: Die Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen (JGBs) blieben in der Nähe ihrer Mehrjahreshöchststände nahezu unverändert. Der Nikkei 225 verlor hingegen 1.2%, und der Yen, der seit Jahresbeginn mehr als 1.5% nachgegeben hat, notierte bei rund 159 je US-Dollar.
Aktien in Asien-Pazifik uneinheitlich wegen Unsicherheit im Iran-Konflikt
Die Aktienmärkte in der Asien-Pazifik-Region zeigten sich am Dienstag uneinheitlich, während Investorinnen und Investoren die jüngsten Signale aus den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über eine mögliche Wiedereröffnung der Strasse von Hormus bewerteten. US-Präsident Donald Trump kam am Montag mit seinem nationalen Sicherheitsteam zusammen, um das angebliche Angebot des Irans zu diskutieren, dem zufolge die Wiedereröffnung der wichtigen Seehandelsroute an eine Aufhebung der US-Blockade und ein Ende des Konflikts geknüpft wäre. Ob Trump dieses Angebot als Weg zur Deeskalation im inzwischen zwei Monate andauernden Konflikt akzeptieren wird, ist weiterhin unklar. In der Region stieg der koreanische Kospi um rund 0.5% auf ein neues Rekordhoch, während der australische S&P/ASX 200 um 0.7% nachgab und der Hang-Seng-Index in Hongkong 1% verlor. Der chinesische CSI 300 lag 0.3% im Minus, während Indiens Nifty 50 um 0.2% zulegte.
US-Indizes nach Rekorden mit Verschnaufpause
Die US-Aktienindizes bewegten sich am Montag nach den jüngsten Rekordständen nur wenig. Der Dow Jones Industrial gab um 0.1% auf 49’167.79 Punkte nach, während der technologieorientierte Nasdaq 100 und der breite S&P 500 jeweils neue Rekordhöchststände markierten und nahezu unverändert bei 27’305.68 bzw. 7173.91 Punkten schlossen. Anlegerinnen und Anleger agierten zu Beginn einer Woche, die vom Iran-Konflikt, geldpolitischen Signalen und Quartalsberichten geprägt ist, zurückhaltend, nachdem es am Wochenende trotz eines neuen iranischen Vorschlags zu einer Wiedereröffnung der Strasse von Hormus zu keinem diplomatischen Durchbruch gekommen war. Die anhaltende Euphorie rund um künstliche Intelligenz gab Halbleiterwerten weiteren Auftrieb: Die Aktien von Nvidia legten um 4% zu und erreichten ein neues Rekordhoch. Papiere von Qualcomm sprangen zeitweise um mehr als 8%, nachdem über eine mögliche Zusammenarbeit mit der KI-Plattform OpenAI spekuliert worden war, gaben diese Gewinne im Verlauf aber wieder nach und schlossen 1% im Plus.
Verbraucherstimmung in Deutschland fällt deutlich
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich am Montag weiter eingetrübt. Das NIM-Konsumklima für Mai wird bei -33.3 Punkten erwartet, nach revidierten -28.1 Punkten im Vormonat und damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2023. Die Einkommenserwartungen brachen um 18.1 Punkte auf -24.4 Punkte ein, da die Befragten mit höherer Inflation rechnen. Der Krieg im Iran und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise, der die Teuerungsrate in Deutschland im März von 1.9% auf 2.7% nach oben trieb, belasten die Konjunkturerwartungen. Der entsprechende Indikator fiel um 6.8 Punkte auf -13.7 Punkte, da Verbraucherinnen und Verbraucher einen Rückschlag für die fragile Erholung befürchten. Vor diesem Hintergrund gaben die europäischen Aktienmärkte am Montag nach: Der Euro Stoxx 50 verlor 0.3%, der deutsche DAX und der französische CAC 40 gaben jeweils 0.2% nach. Der Swiss Market Index schloss nahezu unverändert.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Coca-Cola, Novartis, S&P Global, Starbucks, T-Mobile US, United Parcel Service, Visa und Welltower.
Konjunkturdaten im Fokus: Conference Board Verbrauchervertrauen (16:00), Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde spricht (19:30).
Quelle: InvestmentWorld.ch
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