LGT Navigator : Die Ölpreise gaben zur Wochenmitte kaum nach, nachdem sie zu Wochenbeginn im Zuge der Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die OPEC zu verlassen, deutlich zugelegt hatten.
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Die allgemeine Marktstimmung blieb vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwochabend verhalten. Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag uneinheitlich: Schwäche bei stark gewichteten Titeln aus dem Bereich Künstliche Intelligenz belastete die technologielastigen Indizes, obwohl einzelne Unternehmen robuste Quartalszahlen vorlegten. In Asien entwickelten sich die Börsen am Mittwoch unterschiedlich, während Anlegerinnen und Anleger sowohl den OPEC-Überraschungseffekt als auch die höheren Inflationsdaten aus Australien verarbeiteten. Zudem richten sich die Blicke auf eine ganze Reihe von Quartalsberichten mehrerer „Magnificent 7“-Technologiekonzerne, darunter Alphabet, Amazon, Meta Platforms und Microsoft, die in den kommenden Tagen den Ton an den globalen Aktienmärkten vorgeben könnten.
Die Ölpreise stabilisierten sich nach einem Anstieg am Dienstag, wobei die Brent-Öl-Futures bei rund USD 105 pro Barrel notierten und die West Texas Intermediate (WTI)-Futures knapp unter USD 100 lagen. Der Anstieg von etwas mehr als 3% am Dienstag folgte auf die Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate, die OPEC-Fördergruppe per 1. Mai zu verlassen und damit eine fast sechs Jahrzehnte dauernde Mitgliedschaft zu beenden. Der Golfstaat, der im Februar hinter Saudi-Arabien und Irak der drittgrösste Ölproduzent der OPEC war, erklärte, der Schritt sei das Ergebnis einer umfassenden Überprüfung der Förderpolitik und -kapazitäten und liege im nationalen Interesse. Die Entscheidung erfolgt nach wochenlangen Raketen- und Drohnenangriffen der ebenfalls der OPEC angehörenden Islamischen Republik Iran auf die VAE sowie auf Schiffe in der Nähe der Strasse von Hormus, die die Ölausfuhren des Landes stark beeinträchtigt haben. Das Energieministerium der VAE betonte, man bleibe der Stabilität am Ölmarkt verpflichtet und werde weiterhin mit Produzenten und Verbrauchern zusammenarbeiten. Zugleich gewinne das Land ausserhalb des Kartells mehr Flexibilität, um auf Marktbedingungen zu reagieren. Die Goldpreise zeigten sich kaum verändert und notierten am Donnerstag bei rund USD 4600 pro Feinunze, während sich der US-Dollar-Index leicht befestigte.
Asiatische Märkte nach OPEC-Schock uneinheitlich
Die Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum entwickelten sich am Mittwoch uneinheitlich, nachdem Anlegerinnen und Anleger die überraschende Entscheidung der Vereinigten Arabischen Emirate, die OPEC in der kommenden Woche zu verlassen, sowie neue Sorgen um die Wachstumsdynamik des US-KI-Entwicklers OpenAI verdaut hatten. Der Hang-Seng-Index in Hongkong legte um rund 1.4% zu, und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland stieg um 0.9%. Der australische S&P/ASX 200 gab hingegen um 0.4% nach, nachdem Daten gezeigt hatten, dass die Verbraucherpreise im Quartal um etwa 1.4% gestiegen sind und die Jahresinflation damit in den mittleren 4%-Bereich trieben. Dies verstärkte die Erwartung, dass die Reserve Bank of Australia, die die Zinsen in diesem Jahr bereits zweimal erhöht hat, die Geldpolitik restriktiv halten wird. In Südkorea gewann der Kospi 0.8%, während die japanischen Märkte feiertagsbedingt geschlossen blieben.
US-Technologiewerte von KI-Sorgen belastet
Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag uneinheitlich. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1%, da Schwäche bei stark gewichteten Werten aus dem Bereich Künstliche Intelligenz die insgesamt robuste Entwicklung im breiteren Markt überlagerte. Der S&P 500 gab um 0.5% nach, während sich der Dow Jones Industrial Average dank guter Quartalszahlen des Getränkekonzerns Coca-Cola sowie Kursgewinnen bei Standardwerten wie dem Softwarekonzern Microsoft und dem Krankenversicherer UnitedHealth nahezu behaupten konnte. Ein kritischer Bericht des „Wall Street Journal“, dem zufolge der KI-Entwickler OpenAI zuletzt einige geschäftliche Ziele verfehlt hat, setzte die Kurse wichtiger Partnerunternehmen unter Druck: Oracle fielen um mehr als 4%, die Aktien des Cloud-Spezialisten CoreWeave um knapp 6%, und die Halbleiterhersteller Nvidia und AMD gaben um 1.6% bzw. 3.4% nach. Anlegerinnen und Anleger blieben vor der Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch sowie angesichts höherer Ölpreise im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt mit Iran zurückhaltend.
US-Konsumentenstimmung steigt leicht
Bei den Konjunkturdaten legte das US-Konsumentenvertrauen im April leicht zu. Der vom Conference Board erhobene Gesamtindex kletterte nach Angaben vom Dienstag auf 92.8, nach revidierten 92.2 im März. Der Teilindex zur aktuellen Lage („Present Situation Index“) sank auf 123.8, da die Einschätzungen zur gegenwärtigen Geschäftslage schlechter ausfielen, während sich der Erwartungsindex („Expectations Index“) auf 72.2 verbesserte. Hier sorgten etwas bessere Erwartungen hinsichtlich künftiger Beschäftigung und Einkommen für Auftrieb, trotz wachsender Skepsis in Bezug auf die weitere Geschäftsentwicklung. Konsumentinnen und Konsumenten blieben angesichts der Spannungen im Nahen Osten und der erhöhten Inflation besorgt über steigende Benzinpreise. Zugleich nahmen die Rezessionsängste zu, da ein grösserer Anteil der Befragten eine Konjunkturabkühlung in den kommenden 12 Monaten für sehr wahrscheinlich hält oder bereits für eingetreten hält.
UBS-Gewinn im ersten Quartal steigt um 80%
Die Schweizer Bankengruppe UBS erzielte im ersten Quartal einen den Aktionärinnen und Aktionären zurechenbaren Reingewinn von USD 3 Mrd., was einem Anstieg von 80% gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht und über den Markterwartungen lag. Der bereinigte Vorsteuergewinn erhöhte sich um 54% auf USD 3.9 Mrd. und übertraf damit ebenfalls die Marktprognosen von USD 3.2 Mrd. UBS bekräftigte, dass sie weiterhin auf Kurs sei, bis zu den Ergebnissen für das zweite Quartal ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von USD 3 Mrd. abzuschliessen, nachdem im ersten Quartal bereits eigene Aktien im Wert von USD 900 Mio. zurückgekauft worden waren. Bereits am Vortag hatte der Swiss Market Index 0.1% tiefer geschlossen, während der Euro Stoxx 50 um 0.5% nachgegeben hatte.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von AbbVie, Alphabet, Amazon, AstraZeneca, BYD, Deutsche Bank, eBay, GSK, Iberdrola, KLA, Mercedes-Benz Group, Meta Platforms, Microsoft, Qualcomm, Regeneron Pharmaceuticals, TotalEnergies, UBS und Walmart.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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