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GSAM : „Das Gesundheitswesen als eine der vielversprechendsten japanischen Branchen“

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Interview mit Ichiro Kosuge, Head of Japan Equity bei GSAM, zu seinem Ausblick für japanische Aktien, den grössten Herausforderungen, die Portfoliomanager in diesem Jahr erwarten, und deren Auswirkungen auf das GS Japan Equity Partners Portfolio.

Interview mit Ichiro Kosuge, Head of Japan Equity bei Goldman Sachs Asset Management


  1. Wie sieht Ihr Ausblick für japanische Aktien 2022 aus?

Nachdem die Pandemie nun grösstenteils hinter uns liegt, können japanische Aktien unserer Ansicht nach 2022 weiter attraktive Renditen abwerfen. Wir gehen davon aus, dass die anhaltende Erholung der Binnenwirtschaft, das nachhaltige Wachstum der Unternehmensgewinne dank einer robusten globalen gesamtwirtschaftlichen Aktivität und ein günstiges fiskal- und geldpolitisches Umfeld in Japan die wichtigsten Triebfedern des Markts sein werden. Trotz des weiterhin vorteilhaften Hintergrunds der konjunkturellen Entwicklung ist es aufgrund der Inflation der Rohstoffpreise und steigender Löhne wahrscheinlich, dass sich das Wachstum verlangsamt und die Margen unter Druck geraten. Folglich rechnen wir mit einem nicht so breit aufgestellten Gewinnwachstum, wie wir es 2021 beobachten konnten, und mit einer beträchtlichen Streuung. Im aktuellen Kontext eines sich abschwächenden Gewinnwachstums und der damit einhergehenden Streuung erwarten wir auch für 2022 moderate Indexrenditen, wodurch die Einzeltitelauswahl und aktive Renditen für die Gesamtrenditen des Portfolios umso wichtiger sein werden.

  1. In welchen Sektoren oder Vermögenswerten liegen die besten Chancen für Anleger?

In einem Umfeld zunehmender Volatilität und Streuung finden Anleger, die eine nachhaltige Outperformance anstreben, die besten Chancen voraussichtlich bei hochwertigen Unternehmen mit besserer Kostenkontrolle, mehr Preissetzungsmacht und geringerer Sensitivität gegenüber Rohstoffpreisen. In Bezug auf Japan sind wir in Bezug auf bestimmte Unternehmen innerhalb des Industriesektors, die von einzigartigen Wachstumstreibern wie Elektrofahrzeugen, Fabrikautomation oder Energieeffizienz profitieren, nach wie vor optimistisch eingestellt. Als langfristig orientierte Investoren bleiben wir zudem optimistisch bezüglich der langfristigen Wachstumsaussichten der Anbieter von IT-Software und ‑Systemen, denen die steigenden IT-Investitionsausgaben japanischer Unternehmen zugutekommen, sowie der bestimmten Halbleiter- und Hardwareunternehmen, die von der weltweit steigenden Nachfrage nach Halbleitern profitieren. Mit Blick auf die Zukunft sind wir ausserdem überzeugt, dass das Gesundheitswesen zu den vielversprechendsten Branchen zählt, und würden uns nach Anlagemöglichkeiten bei Gesundheitstechnologie- und ‑produkteherstellern umschauen, die gut aufgestellt sind, um von den steigenden Gesundheitsausgaben sowohl in Industrieländern (wegen der alternden Bevölkerungen) als auch in Schwellenländern (dank des sich bessernden Zugangs) zu profitieren.

  1. Verfolgt der Fonds eine aktive Strategie, um sich im Bereich ESG zu engagieren? Auf welche Weise und bei welchen Unternehmen?

Wir unterziehen jede Aktie, die in das Portfolio aufgenommen wird, unserer proprietären ESG-Analyse. Durchgeführt wird diese Analyse von den Fundamentalanalysten, die für die jeweiligen Unternehmen zuständig sind und vom designierten Stewardship-Team von Goldman Sachs unterstützt werden. Wenn das Ergebnis unserer ESG-Analyse bei uns Bedenken weckt, wenden wir uns direkt an das Unternehmen, um die Probleme besser zu verstehen und Änderungen zu empfehlen. Werden ESG-Risiken erkannt, die einschneidend genug sein können, um unsere Investmentthese ausser Kraft zu setzen, sehen wir von einer Anlage in diesen Unternehmen ab. Wir haben zudem eine starke Richtlinie über Stimmrechtsvertretung, die es uns ermöglicht, unsere Meinungen gegenüber den Hauptentscheidungsträgern bei Unternehmen effektiv zum Ausdruck zu bringen.

  1. Was waren die grössten Änderungen, die Sie in den letzten zwei Jahren am Portfolio vorgenommen haben?

In den letzten Jahren haben wir die Portfoliogewichtung von Positionen im Industriesektor erhöht, denn wir rechnen bei vielen der Unternehmen, die durch Megatrends wie Elektrofahrzeuge, Fabrikautomation, Energieeffizienz und erneuerbare Energie von einzigartigen Wachstumstreibern profitieren, mit einem stärkeren Gewinnwachstum. Zudem haben wir 2020 begonnen, innerhalb des IT-Sektors unser Halbleiterengagement aufzustocken, und dies auch 2021 vor dem Hintergrund der steigenden Halbleiternachfrage fortgeführt.

  1. Mit welchen Herausforderungen sieht sich ein Manager in diesem Jahr konfrontiert?

Das Jahr 2022 gibt Anlegern gewissermassen ein Rätsel auf. Voraussichtlich wird das Wachstum stark, die Inflation aber hoch sein. Die Geld- und Fiskalpolitik bleibt zwar expansiv, wird aber im Verlauf des Jahres etwas zurückgefahren. Unserer Ansicht nach wird das zu mehr Volatilität und Streuung an den Aktienmärkten führen. Da der Höhepunkt der Erholung nun hinter uns liegt, wenden Anleger ihr Hauptaugenmerk der Nachhaltigkeit des Gewinnwachstums zu. Daher sind wir der Meinung, dass gezielte Anlagen in hochwertigen Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen, die durch ausgewählte zyklische Positionen ergänzt werden, voraussichtlich eine Outperformance erzielen, und zwar ungeachtet dessen, welcher Anlagestil sich am besten entwickelt.

  1. Und zum Schluss noch etwas Persönliches. Warum haben Sie sich in Ihrer beruflichen Laufbahn für den Aktiensektor entschieden?

Ich startete meine Laufbahn 1991 als Analyst und war auf den japanischen Technologiesektor spezialisiert. Zu der Zeit hatten japanische Halbleiter- und Unterhaltungselektronikhersteller am Weltmarkt die Nase vorn. Da ich mich schon immer zu Finanzresearch und ‑analysen hingezogen fühlte, fand ich meinen Bildungshintergrund in Ingenieurwissenschaften dafür bestens geeignet. In den vergangenen 31 Jahren habe ich viele verschiedene Branchen analysiert und meine Kenntnisse von Unternehmen rund um den Globus vertieft. Diese Erfahrung ist hilfreich bei der Aktienauswahl und dem Erzielen langfristiger Renditen.

Quelle: AdvisorWorld


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