LGT Navigator : Die Märkte fanden zu Wochenbeginn keine klare Richtung, da die globale politische Instabilität auf die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger drückte.
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Nach dem Rücktritt des japanischen Premierministers Shigeru Ishiba notierte der Nikkei 225 zunächst auf Rekordniveau, gab später in der Sitzung jedoch nach, während politische Umwälzungen in Frankreich und Grossbritannien die Unsicherheit in Europa weiter schürten. US-Aktien verzeichneten am Montag moderate Gewinne, während die wichtigsten europäischen Indizes überwiegend höher schlossen. Gold erreichte angesichts zunehmender Zinssenkungserwartungen für die Federal Reserve (Fed) in der kommenden Woche und starker Nachfrage nach sicheren Häfen inmitten der politischen Unruhen in Frankreich und Japan erneut ein neues Allzeithoch über USD 3650 je Unze.
Der Nikkei 225 überschritt am Dienstag kurzzeitig die Marke von 44’000, nachdem Premierminister Shigeru Ishiba am Sonntag seinen Rücktritt angekündigt hatte. Nach anfänglichen Gewinnen drehte der Index jedoch ins Minus und schloss letztlich 0.3% niedriger. Technologiewerte wie Advantest und Tokyo Electron zeigten sich im Tokioter Handel stark. Die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer blicken zunehmend optimistisch auf die Möglichkeit, dass ein neuer Regierungschef der Liberaldemokratischen Partei weitere fiskalpolitische Impulse setzt und so die langfristigen Aussichten für Aktien trotz erwarteter kurzfristiger Volatilität positiv bleiben. Im restlichen asiatisch-pazifischen Raum sprang der koreanische Kospi um 1% an, während der australische S&P/ASX 200 um 0.6% nachgab. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 0.5%, während der CSI 300 auf dem chinesischen Festland um 1.2% fiel.
US-Aktien steigen in Erwartung von Zinssenkungen
Die US-Börsen starteten mit moderaten Gewinnen in die Woche, getrieben von der Erwartung einer baldigen Zinssenkung der Fed nach schwächeren Arbeitsmarktdaten vom Freitag. Der Nasdaq Composite markierte vor Handelsschluss ein neues Rekordhoch und schloss letztlich 0.5% im Plus bei 21’798.70 Punkten. Auch der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average legten um 0.2% beziehungsweise 0.3% zu. Bei den Einzeltiteln sprangen Robinhood-Aktien nach der Nachricht über die Aufnahme in den S&P 500 ab Monatsende um 15.8% an; Applovin stiegen um 11.6%, da auch dieser Titel in den Index aufgenommen werden soll.
Politische Unruhen fordern die Weltmärkte heraus
In mehreren Ländern war in den vergangenen Tagen politische Instabilität zu beobachten: So trat Grossbritanniens stellvertretende Premierministerin Angela Rayner zurück, das französische Parlament stimmte für die Absetzung von Premierminister Francois Bayrou, und Argentiniens Präsident Javier Milei verbuchte bei den Wahlen am Wochenende massive Verluste für seine Partei. Die Finanzmärkte reagierten uneinheitlich: Der Euro und französische Staatsanleihen zeigten sich trotz jüngster Turbulenzen wenig beeindruckt, während Präsident Emmanuel Macron bereits daran arbeitet, Frankreichs fünften Premierminister innerhalb von weniger als zwei Jahren zu ernennen – möglicherweise aus den Reihen der Mitte-Links-Parteien. In Argentinien geriet der Peso nach der Wahlniederlage von Mileis Partei stark unter Druck, da Anlegerinnen und Anleger die Stabilität der Politik in Frage stellten.
Eurozone: Sentix-Investorenvertrauen sinkt deutlich
Der Sentix Investor Confidence Index für den Euroraum fiel im September laut Montag veröffentlichten Daten deutlich auf -9.2, nach -3.7 im August, und erreichte damit den tiefsten Stand seit April. Die Stimmung in Deutschland verschlechterte sich nochmals: Der Index fiel auf -22.1, die Bewertung der aktuellen Lage sank auf -39.0, da die Erwartungen ins Negative drehten. Als Hauptgründe für die erneute Skepsis nannten Ökonominnen und Ökonomen die politische Unsicherheit in Frankreich, die anhaltende Industrieschwäche in Deutschland, Zollstreitigkeiten mit den USA sowie den Krieg in der Ukraine. Die meisten europäischen Indizes schlossen am Montag trotz der anhaltend politischen Unsicherheiten im Plus: Der Euro Stoxx 50 legte um 0.8% zu, der DAX gewann 0.9% und der CAC 40 in Frankreich zog um 0.8% an. Der Schweizer SMI verlor hingegen 0.5%.
Deutsche Industrieproduktion erholt sich, Exporte schwächer
Die Industrieproduktion in Deutschland stieg im Juli gegenüber Juni um 1.3%, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres lag die gesamte Industrieproduktion 1.5% höher, doch in den energieintensiven Branchen sank die Produktion im Jahresvergleich um 4.8%, was auf anhaltende Herausforderungen in diesen Bereichen hinweist. Gleichzeitig sanken die Exporte im Juli gegenüber dem Vormonat um 0.6%, die Importe gingen leicht um 0.1% zurück. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Exporte 1.4% höher, die Importe stiegen um 4.3%, der Aussenhandelsüberschuss schrumpfte jedoch auf EUR 14.7 Mrd. nach EUR 17.7 Mrd. im Juli letzten Jahres. Auffällig war der deutliche Rückgang der Exporte in die USA und nach China im Vergleich zum Vormonat – eine Fortsetzung des Abwärtstrends -, während die Importe aus Russland um fast 44% einbrachen. Der Handel mit EU-Ländern blieb robust und konnte die schwächeren Ergebnisse beim Handel mit Staaten ausserhalb der EU teilweise ausgleichen.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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